Wenig Veränderungen heute Tagsüber in den Simulationen der Wettermodelle. So sind in Böen teils stürmische Weihnachten über dem Norden möglich, wobei sich der Wind am zweiten Weihnachtsfeiertag auch auf die südlichen Landesteile ausweitet. Vor allem über exponierten Lagen sind stürmische Windböen nicht auszuschließen.

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Die Temperaturen bleiben über die Weihnachtsfeiertage unverändert mild und pendeln sich auf Werte zwischen +5 bis +10 Grad. Hin und wieder ist über dem Norden auch etwas Niederschlag möglich, welcher sich am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Süden ausweitet. Viel ist aber nicht zu erwarten.

Stürmische Dezembertage

Eine ganze Sturmtiefserien überquert Deutschland bis Ende Dezember Deutschland, was örtlich zu schweren Sturmböen bis hin zu orkanartigen Windböen führen kann. Der Höhepunkt der Starkwindereignisse wird für den 28. bis 30. Dezember berechnet. Als kritisch sind sog. Schnellläufer, bzw. Randtiefdrucksysteme zu bewerten, deren eigentliche Wucht und Zugbahn erst kurz vor Eintreffen im Detail berechnet werden kann. Anders formuliert stehen ein paar windige Dezembertage mit reichlich Regen und wenig Sonnenschein bevor.

Winterfreunde werden derzeit auf eine harte Probe gestellt
Winterfreunde werden derzeit auf eine harte Probe gestellt

Wetter Silvester 2017: kurzer Zwischenstand

An Silvester berechnet das amerikanische Wettermodell eine Wetterberuhigung mit nachlassendem Wind und etwas Niederschlag über dem Westen und Süden. In der Silvesternacht leichter Frost über dem Norden möglich - über dem Süden dann mit +2 bis +6 Grad etwas milder. Europäisches Wettermodell hält das Potential für Starkwindereignisse in der Silvesternacht noch aufrecht. Hier ist also noch Spielraum gegeben.

Wann kommt der Winter wieder?

Man sieht, es geht zur Sache. Die Westwetterlage setzt sich durch und dreht Ende Dezember kurzzeitig mal auf Nordwest. So lässt sich das hohe Temperaturniveau über Weihnachten nicht halten und sinkt darüber hinaus in den nasskalten Bereich ab. Neuschneezuwachs wird aber wohl nur den höheren Lagen vorbehalten sein, während der Winter sich aus den mittleren und tieferen Lagen erst einmal zurück zieht. Vielleicht ist aber hier und da mal ein Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich, dass ist aber schon alles.

Wie stehen aber die Chancen auf Winterwetter in den Winterferien? Kommt da noch was?

So einfach lässt sich die Frage zum heutigen Stand nicht beantworten. Mehrheitlich deutet vieles darauf hin, als dass es bis in das erste Januardrittel hinein mild und unbeständig bleibt. Aber es gibt durchaus auch Varianten, welche für kälteres Wetter sorgen können. Deren Eintreffwahrscheinlichkeit ist aber nach den Kontrollläufen als gering einzustufen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse von zu kalt, normal und zu warm.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 22.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Was muss sich ändern, damit Winterwetter möglich ist?

Die Rahmenbedingungen müssen sich verändern. Zum einen sollte der Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland gebremst oder gestoppt werden. Dazu sollte sich das Azorenhoch nach Norden aufwölben und die Tiefdrucksysteme blockieren. Teilweise gelingt das auch, die Ansätze sind jedoch zu zaghaft - vielleicht kann sich das aber in den kommenden Tagen noch ändern. Deutlicher zeigt sich der Ansatz nach dem europäischen Wettermodell.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung des Polarwirbels nach dem europäischen Wettermodell Anfang Januar © www.meteociel.fr

Vergleicht man die Simulation zum gleichen Zeitraum mit der des amerikanischen Wettermodells, so ergeben sich bis zum 1. Januar schon erhebliche Differenzen. Denn das Potential für Winterwetter zeigt sich beim amerikanischen Wettermodell in Form eines Hochdrucksystems über dem Skandinavischen Raum mit einem Kaltlufttropfen über dem westlichen Russland / östlichen Europa. Wenn nun der Polarwirbel kein Nachschub an Tiefdrucksystem liefert, könnte der Kaltlufttropfen weiter nach Westen in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz transferiert werden. Aber hier ist noch zu viel wenn, hätte und könnte enthalten. Anders formuliert sind Ansätze eines Wetterwechsels Anfang Januar 2018 zu erkennen, mehr aber auch nicht.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell Anfang Januar © www.meteociel.fr

Wetter winter 2017/18: ein Blick auf die Randfaktoren

Ohne Frage, der Winter steht Anfang Januar am Scheideweg. Bleibt er mild und lässt den Hochwinter ausfallen, oder kippt das Grundmuster in eine hochwinterliche Wetterlage um? Die Schwankungsbreite ist derzeit hoch, was sich auch im AO-Index zeigt, welcher - vereinfacht ausgedrückt - den Zustand des Polarwirbels beschreibt. Dieser wird heute im ersten Januardrittel mit einer weitgehend negativen Tendenz berechnet. Aber auch der NAO-Index tendiert mehr in Richtung neutrale Verhältnisse, was Nordwestwetterlagen grundsätzlich einmal wahrscheinlicher macht.

Minor-, Major-Warming

Minor-Warmings kommen im Winter sehr häufig vor und haben keinen direkten Einfluss auf das Wetter. Erstmalig zeigt sich die Möglichkeit eines Minor-Warming im ersten Januar-Drittel - mehr aber auch nicht. Wenig relevant, so lange kein Major-Warming daraus wird.

Zonale Winde entlang des 65. Breitengrades

Diese geben Auskunft darüber, ob ein Major-Warming, bzw. auch eine QBO-Ost Umkehr möglich ist. Beides schwächt den Polarwirbel enorm. Gemessen wird das anhand von Windgeschwindigkeiten in der 10 hPa-Fläche (ca. 30 km Höhe). Sind diese positiv, ist mit den zonalen Winden alles i.O., sind diese stattdessen negativ, so rückt eine QBO-Ost Umkehr näher. Aktuell werden die Windgeschwindigkeiten mit rund 200 km/h deutlich höher berechnet, als im Mittelwert von 126 km/h üblich - da geht es also ordentlich zur Sache, was eine Umkehr erst einmal nicht zur Debatte stellt, wenngleich eine Umkehr längst überfällig ist.

Wetterprognose Winter 2017/18: Langfristmodell berechnet deutlich zu warmen Winter

Rückblickend hat der Dezember 2017 - und damit die ersten Wintertage - einen Temperaturüberschuss von +0,9 Grad vorzuweisen. Kumuliert man nun die folgenden zu warmen Weihnachtsfeiertage hinzu, so könnte am Ende vom Dezember für den ersten Wintermonat eine Temperaturdifferenz gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1,2 Grad zur Debatte stehen.

Insofern lag das Langfristmodell mit seiner Prognose nicht falsch, welches seit Wochen den Dezember zu warm berechnete. Für die nachfolgenden Wintermonate Januar und Februar 2018 legt das Langfristmodell in seiner heutigen Winterprognose noch eine Schippe obendrauf und berechnet den Januar mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad sehr deutlich zu warm und den Februar mit +2 bis +3 Grad deutlich zu warm. Sollte sich das tatsächlich so einstellen können, wäre im Minimum ein etwa um +1,8 Grad und im Maximum ein +2,8 Grad zu warmer Winter zu erwarten. Freunde des Winterwetters können nur hoffen, dass sich das Langfristmodell - wie im Januar 2017 - irrt.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 21.12.2017

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