In den kommenden Tagen zeigt sich das Wetter über Deutschland zweigeteilt. So ist es über den Gebieten etwa nördlich der Mittelgebirge häufig stark bewölkt mit zeitweiligen - meist leichten - Niederschlägen, während südlich davon des Öfteren die Sonne zum Vorschein kommen und es dort weitgehend trocken bleiben kann. So sind etwa östlich der Linie Köln - Berchtesgaden bis einschließlich Freitag Niederschlagssummen von 2-10 l/m² und östlich der Linie Rostock - Bayerischer Wald 10-18 l/m² zu erwarten. Der Wind spielt von heute Abend bis Donnerstagabend über dem Norden und Nordosten mit starken bis stürmischen Böen eine Rolle, schwächt sich darüber hinaus aber wieder ab. Die Temperaturen steigen bis zum Freitag etwas an und können verbreitet +3/+8 Grad erreichen, sinken aber von Samstag bis Montag wieder unter die +5 Grad Marke ab, so dass in den Nächten auch wieder mit Nachtfrost gerechnet werden kann (Details s. Wettervorhersage Dezember 2016).

Das amerikanische und auch europäische Wettermodell berechnen im Zeitraum vom 6./11. Dezember im Bereich über Mitteleuropa hohen Luftdruck, so dass die Neigung für Niederschläge gering ausfallen kann. Entscheidend, ob die Temperaturwerte mild oder kalt ausfallen ist zum einen vom Verlauf der Hochdruckachse und zum anderen, wie schnell sich die Sonne gegen den frühmorgendlichen Nebel und Hochnebel durchsetzen kann, abhängig.

Das amerikanische Wettermodell berechnet den Kern des Hochdrucksystems im Zeitraum vom 6./10. Dezember über Deutschland und Italien, so dass weite Teile von Mitteleuropa vom Hochdrucksystem beeinflusst werden können. Das Hochdrucksystem füllt sich dabei in der Höhe mit wärmeren Luftmassen, welche sich bis zum 10. Dezember mit +4/+8 Grad auch in den tieferen Lagen durchsetzen können - je nach Nebel oder Hochnebelsituation können die Temperaturen auch darunter liegen und Niederschlag ist kaum zu erwarten.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem im Zeitraum 5.710. Dezember etwas weiter nördlicher und mit einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse, was die Temperaturen mit +3/+7 Grad im Zeitraum vom 6./10. Dezember auch etwas "kühler" erscheinen lassen kann. Auch nach diesen Berechnungen sind Nebel- und Hochnebelfelder bei einem weitgehend trockenen Wettercharakter möglich.

Das ändert aber nichts daran, als dass die Tageswerte vom 6./10. Dezember über dem Jahreszeit-typischen Wert liegen können. Die Kontrollläufe stützen ja bereits seit einigen Tagen den wärmeren Temperaturtrend vom 5./10. Dezember. So liegt das Temperaturspektrum am 6. Dezember zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten und +4/+5 Grad über dem Süden, Westen und Norden) und am 10. Dezember zwischen -3/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad über dem Süden und Osten und +5/+6 Grad über dem Norden und Westen).

Kann das Hochdrucksystem auch das zweite Dezember-Drittel beeinflussen? Zum Beginn sicherlich mit höherer Wahrscheinlichkeit. Darüber hinaus berechnet das amerikanische Wettermodell im Zeitraum vom 10./13. Dezember eine langsame Verlagerung der Hochdrucksystem auf den Atlantik in Richtung der Azoren, Island und England. Deutschland, die Schweiz und Österreich können nach diesen Berechnungen auf die östliche Gradientenseite des Hochdrucksystems gelangen, was die Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nordwestlichen bis nördlichen Richtungen ermöglichen kann.

So bestätigt sich der Trend der letzten Tage, als dass die milde Temperaturphase nur von kurzer Dauer sein könnte. Wie wahrscheinlich ist das? Die Kontrollläufe berechnen den Mittelwert des Temperaturspektrums am 11. Dezember zwischen +4/+5 Grad und am 15. Dezember zwischen +1/+2 Grad über dem Süden und Osten und +3/+4 Grad über dem Norden und Westen. Der Blick auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), zeigt am 10. Dezember ein Verhältnis von 10/60/30 und am 15. Dezember von 40/40/20 und man kann gut erkennen, wohin sich der Trend im zweiten Dezember-Drittel entwickeln kann.

Spannend bleibt zudem die Entwicklung des Polarwirbels, welcher nach den aktuellen Berechnungen im Zeitraum vom 8./12. Dezember eine Dipolausbildung mit einem Hochdruckeinschub von den Aleuten bis nach Europa erfahren kann. Ob es für einen Polarwirbelsplit reicht, bleibt abzuwarten. Sollte das aber gelingen, so eröffnen sich für das Wetter im zweiten Dezember-Drittel sowohl sehr warme, als auch sehr kalte Möglichkeiten der Entwicklung.

Die zahlreichen Anfragen per E-Mail, welche die Tage bei uns eingehen und sich immer um die Frage "Wie wird der Winter?", oder "droht uns ein erneut zu warmer Winter?" drehen, freuen uns sehr, bedarf aber einer ausführlicheren Antwort, welche wir heute Abend gegen 20:45 Uhr in einem Update der Wetterprognose Winter 2016/17 geben möchten. Dann u.a. auch mit einer Betrachtung der aktuellen Simulationen der Wettermodelle und einer Veränderung in der Langfristprognose.
Update Wetter Winter 2016/17:
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Nachmittag weiterhin im ein Hochdrucksystem in der Nähe von Deutschland, welches jedoch seinen Schwerpunkt bis zum 10. Dezember weiter nach Süden verlagert und somit auch die Option auf ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster im zweiten Dezember-Drittel eröffnet. In Folge solch einer Variante wäre im zweiten Dezember-Drittel ein abwechslungsreicher, windiger und auch milder Wettercharakter zu erwarten. Heute Abend wurde die Möglichkeit einer Westwetterlage Anfang des zweiten Dezember-Drittels bestätigt, welche ab dem 12./13. Dezember auch in eine kühle Nordwest- und später kalte Nordwetterlage übergehen kann.

Das europäische Wettermodell "zieht" nach und ermöglicht zum 9./10. Dezember ebenfalls eine aktiv-dynamische Westwindzirkulation mit kälteren Varianten ab dem 11. Dezember.

Die Kontrollläufe bestätigen aber eine kalte Variante nicht und berechnen den Mittelwert in dem für die Jahreszeit leicht zu milden Bereich.

Im abendlichen Update möchten wir heute auch auf die vielen Fragen von Ihnen eingehen, welche sich grundsätzlich um das gleiche Thema drehen: "Wie wird der Winter 2016/17?", "Wann kommt der Schnee 2016?". Grundsätzlich kann man aber die Fragen wie folgt beantworten: im Jahr 2016 sieht das Setup komplett anders aus, als in den Jahren der zu warmen Winter. So hat über dem sibirischen Raum bereits eine frühe und außergewöhnlich kalte Wetterperiode stattgefunden, was die Schneedecke dort auf 30-120 cm hat ansteigen lassen und sich schon weit nach Westen hat ausweiten können. Zum anderen ist das die Meereisausdehnung über der arktischen See, welche weiterhin so gering ist, wie noch nie und zu guter Letzt macht der Polarwirbel insgesamt keine gute Figur und zeigt schon sehr früh im Winter Instabilitäten, welche zu hohen Wellenbewegungen entlang der Polarfront und zu Polarwirbelsplits führen können. Ein weiterer sich verändernder Faktor ist die abnehmende Sonnenaktivität in ihrem aktuellen Zyklus und nicht zuletzt die Statistik spricht für einen normalen Winter. Was spricht gegen einen normalen bis zu kalten Winter? Kurz und knapp: der Klimawandel (wer tiefergehende Informationen zu den Setups haben möchte, kann dies hier gerne nachlesen: Wie wird der Winter 2016/17: Die Randfaktoren, bzw. das Setup). In Summe wird der Winter 2016/17 mit hoher Wahrscheinlichkeit anders verlaufen, als die drei warmen Winter zuvor und es würde nicht überraschen, wenn sich in diesem Winter sehr warme und sehr kalte Phasen abwechselnd "die Klinke in die Hand" geben.

Das Langfristmodell hat sehr lange Zeit einen deutlich zu warmen Winter in seiner Wettervorhersage im Programm gehabt, hat aber in den letzten Wochen mehr und mehr eine Korrektur vorgenommen, was hauptsächlich auch am Polarwirbel liegen mag. Heute gab es wiederum eine Korrektur, welche den Januar betrifft. So wird nun der Dezember 2016 und der Januar 2017 mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weitgehend normal berechnet. Der Februar 2017 ist und bleibt aber mit einer Abweichung von +1/+2 Grad ein warmer Ausreißer. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im Dezember ein leicht zu nasser Nordosten und ein zu trockener Südwesten, während der Januar und Februar 2017 sich unauffällig gegenüber dem Sollwert präsentieren.

Rückblickend waren alle Monate 2016 von Januar bis September zu warm, erst im Oktober und November gab es eine Kehrtwende, welche mit ihrem Ausgleichsverhalten möglicherweise auch über den Winter anhalten kann (mehr dazu unter: Wie wird der Winter 2016/17: Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten).

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