Zu einem Polarwirbelsplit existieren noch keine genauen wissenschaftliche Definitionen - dennoch hat ein Polarwirbelsplit zumeist Auswirkungen auf das Wetter in Mitteleuropa. Um einen Polarwirbelsplit zu definieren, bedarf es zunächst einer Erklärung, was ein Polarwirbel überhaupt ist. Auf unserer Erde gibt es über den Polen der Arktis und Antarktis sogenannte Polarwirbel - diese sind sehr großräumige Tiefdrucksysteme. Dabei handelt es sich um Kaltluftzonen, welche aufgrund der negativen Strahlungsbilanz der Pole zustande kommt. Wegen hoher Temperaturunterschiede treten beide Polarwirbel überwiegend in den Wintermonaten auf. Beide Polarwirbel drehen sich entgegen der Drehrichtung der Erde. Auf der Nordhalbkugel hat der Polarwirbel bei Grönland den größten Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa. Aufgrund der hohen Temperaturunterschiede zwischen dem "warmen" Atlantik und der kalten Luft bei Grönland ist das die Geburtsstätte der meisten Tiefdrucksysteme für Mitteleuropa. Diese Tiefdrucksysteme wandern zumeist von West nach Ost von Island über Großbritannien nach Skandinavien, wobei die Zugbahn auch südlicher sein kann. Der Hochdruck auf dem Atlantik ist dann normalerweise bei den Azoren zu finden (das ist im übrigen der positive NAO-Index). Somit kommt es verstärkt zu sog. Westwindwetterlagen. Besonders zum Ende der Wintermonate zwischen Mitte Januar und Februar wird der Polarwirbel des öfteren durch Hochdruckgebiete geteilt - es kommt zum Polarwirbelsplit. Je nachdem wie sich das Hochdruckgebiet der Polarwirbel teilt, verfällt auch die Wetterwirksamkeit des Polarwirbels. Somit steigt mit einem Polarwirbelsplit die Wahrscheinlichkeit zu sog. Troglagen über Mitteleuropa und einem Blockadehoch auf dem Atlantik, man spricht auch gerne von einer gestörten Zirkulation (das ist dann der negative NAO-Index). Wissenschaftlich exakter beschrieben ist ein Polarwirbelsplit:
Major Stratospheric Warming. Dabei strömt warme Luft aus dem Pazifik bis in die Polarregion vor (teilweise auch warme Luft vom Atlantik). Nun führt dies zu einer Erwärmung in der Stratosphäre (10.000 - 50.000 Meter) und stört/schwächt den Polarwirbel. Ist der Warmluftvorstoß entsprechend Stark, so kommt es zu einer Teilung in zwei Wirbel. Dadurch wird die Strömung in Mitteleuropa mäandriert (länger gestreckte und gedehnte Linien). Das hat zur Folge, dass sich die Hoch und Tiefdruckgebiete nicht mehr so schnell fortbewegen und die Wahrscheinlichkeit von Trögen steigt.
Bedeutet also ein Polarwirbelsplit zwangsläufig Winterwetter in Mitteleuropa? NEIN! Denn bei einem Trog gibt es eine warme Vorderseite und eine eiskalte Rückseite - es kommt eben ganz auf die Lage des Troges an. Aber ein Polarwirbelsplit erhöht eben die Wahrscheinlichkeit auf Winterwetter in Mitteleuropa, da normalerweise Europa von Westwindwetter beeinflusst wird. Sollten Sie noch Ergänzungen zum Polarwirbelsplit haben, zögern Sie nicht uns zu informieren.

Beispiele:

Instabiler Polarwirbel
Beginnender Polarwirbelsplit
Vollzogener Split


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