Bis zur Wochenmitte bleibt es nach der aktuellen Wettervorhersage über dem Norden vielfach unbeständig und windig, während im Süden es z.T. länger neblig-trüb bleiben und es dort erst zum Dienstag / Mittwoch unbeständiger werden kann. Die Temperaturen bleiben im gesamten Zeitraum in dem für die Jahreszeit zu warmen Bereich. Der aktuelle Temperaturmittelwert liegt für das erste Dezember-Drittel mit +5,3 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Damit sich das noch normalisieren kann, müsste sich in den verbleibenden Dezember-Tagen rasant etwas verändern.

Schaut man auf die aktuelle Wetterentwicklung für das zweite Dezember-Drittel, so wird sich am Abbau des Temperaturüberschusses wohl kaum etwas verändern können - eher das Gegenteil könnte eintreten. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so gelingt bis zum 18. Dezember der Kaltlufttransport im Bereich zwischen europ. Nordmeer Skandinavien bis über das westl. Russland mit Hilfe eines Tiefdrucksystems im Bereich Barentssee/Karasee. Gleichzeitig liegt im Zeitraum zwischen dem 15./18. Dezember ein Tiefdrucksystem weit südlich über den Azoren. Somit entsteht eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über die Azoren bis nach Skandinavien in einer Südwest-Nordost Achsausrichtung verlaufen kann. Somit wird das Hochdrucksystem "gezwungen" sich im Bereich zwischen Mittelmeer und östliches Europa zu positionieren. Im Verbund beider Systeme kommt es über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer strammen Südwestanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bis zum 18. Dezember auf +8/+10 Grad in 1.400 Meter Höhe ansteigen lassen könnte. Von Winterwetter kann also nicht die Rede sein.

Das europäische Wettermodell geht sogar noch etwas weiter. Das Tiefdrucksystem über dem Azoren und auch das Hochdrucksystem Mittelmeer/östliches Europa verstärken sich bis zum 19. Dezember noch etwas, so dass in 1.400 Meter Höhentemperaturen von bis zu +12 Grad vom afrikanischen Kontinent nach Mitteleuropa geführt werden können.

Wie wahrscheinlich sind diese sehr warmen Varianten? Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum 13./19. Dezember ein mildes bis warmes Temperaturniveau, welches mit seinem Mittelwert zwischen +3/+6 Grad über dem langjährigen Mittelwert liegen kann. So liegt das Temperaturspektrum am 15. Dezember zwischen +2/+11 Grad (Mittelwert: +9 Grad über dem Westen und Süden und +5/+6 Grad über dem Osten und Norden) und am 19. Dezember zwischen -1/+14 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Süden, sonst +5/+6 Grad). Somit könnte der eingangs beschriebene Temperaturmittelwert im zweiten Dezember-Drittel gleich bleiben, bzw. auch noch etwas ansteigen. Somit ergibt sich bereits zum heutigen Stand eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Dezember 2015 zu warm ausfallen kann. Blickt man auch die Simulation des Langfristmodells, so bestätigt sich nun der seit Wochen und Monate simulierte zu warme Temperaturtrend für Dezember. In der aktuellen Winterprognose des Langfristmodells wird der Dezember mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2/+4 Grad, der Januar 2016 mit +2/+3 Grad und der Februar mit +1/+3 Grad zu warm simuliert. Ob sich im letzten Dezember-Drittel - passend zu Weihnachten - eine kühle/kalte Temperaturphase durchsetzen kann, oder ob es bei der außergewöhnlich warmen Wetterlage bleibt, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Weihnachten.

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