Der Wettercharakter bleibt in den kommenden Tagen unbeständig. Insbesondere über dem Norden, etwa nördlich der Linie Köln -Dresden sind am Montag und Dienstag noch weitere Niederschläge zu erwarten, welcher am Mittwoch und Donnerstag in Schauer übergehen kann - inklusive örtlicher Gewitter. Der anfangs noch stramme Wind aus westlichen Richtungen dreht im Wochenverlauf auf südliche Richtungen und führt spürbar mildere Luftmassen nach Deutschland, was am Donnerstag zu Tageswerten zwischen +14/+18 Grad, örtlich bis +20 Grad führen kann. Verantwortlich für die frühlingshaft warmen Temperaturwerte ist ein Tiefdrucksystem, welches vor Mitteleuropa in Richtung Spanien und Frankreich nach Süden abtropft und auf seiner Vorderseite entsprechend milde Luftmassen nach Deutschland über die Alpen führen kann (s. Wetter März).

Die Großwetterlage

Bis Mitte der Woche zeigt sich nach den Berechnungen der Wettermodelle die Großwetterlage in Form des Tiefdrucksystems zwischen England, Spanien und Frankreich. Westlich des Tiefdrucksystems gelingt es dem Azorenhoch einen Hochdruckkeil in Richtung Island nach Norden aufzubauen. Infolge dessen meridionalisiert das Strömungsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) und Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in der von Süd nach Nord verlaufenden Grundströmung.

Hochdrucksystem weitet sich weiter nach Norden aus

Beide Wettermodelle berechnen den Hochdruckkeil weniger stabil und lassen diesen nach Osten in Richtung Skandinavien weg kippen, was zum 24./25. März zu einem autarken Hochdrucksystem zwischen England und Skandinavien führen kann. Je nach Position des Hochdrucksystems können am östlichen Hochdruckgradienten kurzzeitig kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden (24./26. März), die Tendenz zu hohem Luftdruck im Bereich zwischen England, Deutschland und Skandinavien wird aber nach beiden Wettermodellen einheitlich berechnet und wird zunehmend wahrscheinlicher. In Folge daraus wäre vom 25./31. März mit einem relativ trockenen und durchaus frühlingshaft milden Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich zu rechnen.

Ende März: Frühlingshaft mild?

Die Tendenz zu frühlingshaft milden Temperaturen im Zeitraum vom 25./31. März war in den Kontrollläufen der letzten Tage zwar erkennbar, jedoch schwach ausgeprägt. Das hat sich heute geändert und unterstreicht noch einmal den frühlingshaft milden Temperaturtrend Ende März. So liegt das Temperaturspektrum am 26. März zwischen +4/+17 Grad (Mittelwert: +10/+12 Grad) und am 31. März zwischen +5/+19 Grad (Mittelwert: +11/+14 Grad). Zum Vergleich: aktuell liegt der Mittelwert bei +5/+8 Grad. Deutlicher zeigt sich der Sprung in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (< +7), normal (+8/+13), zu warm (>+14), welche am 26. März bei 5/50/45 (gestern: 15/50/35) und am 31. März bei 10/35/55 (gestern: 20/40/40) liegen. Die Wahrscheinlichkeiten von Temperaturen jenseits der +16 Grad Marke liegen am 26. März bei 20 Prozent und am 31. März bei 30 Prozent.

Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung im letzten März-Drittel

Langfristmodell mit weiteren Korrekturen

Der März wurde vom Langfristmodell mit einer Abweichung von +1/+3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als zu warm berechnet. Schaut man sich die bereits vergangenen März-Tage an, so liegt die Temperaturabweichung aktuell bei +2,4 Grad in deutlich zu warmen Bereich. Sollten sich die Simulationen der Wettermodelle bewahrheiten, so dürfte sich an diesem Überschuss bis Ende März nur wenig verändern. Für den April berechnet das Langfristmodell eine Abweichung von +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen und Im Mai 2017 mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten wird der April und Mai weitgehend unauffällig gegenüber dem Sollwert berechnet, könnten aber in der Tendenz leicht zu trocken ausfallen. In Summe ein zu warmer Frühling 2017.

Für das Wetter im Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell im Juni eine Abweichung von +0,5/+1 Grad, im Juli von +0,5/+2 Grad und im August von -0,5/+1 Grad. Im Niederschlagsverhalten wird gegenüber dem Sollwert kaum Abweichungen berechnet, in der Tendenz könnten aber alle drei Monate zu nass ausfallen. So bestätigt sich auch zum heutigen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für einem normalen bis leicht zu warmen, aber eher durchwachsenem Wetter im Sommer 2017.

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