Bis zum kommenden Donnerstag bleibt es über dem Süden für die Jahreszeit ungewöhnlich warm und unter bestimmten Voraussetzungen können entlang der Alpen auch bis +20 Grad erreicht werden, während es ab Mittwoch allmählich von Norden her kühler werden kann. Von Freitag bis einschließlich Sonntag, dem 1. Advent - wo sicherlich die meisten Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen werden - bleibt der Wettercharakter typisch für einen November. Teils neblig trüb, teils hochnebelartig bewölkt mit einer geringen Neigung zu etwas Sprühregen und ansteigende Chancen auf etwas Sonnenschein über dem Süden und Westen. Die Temperaturen gleichen sich mit +6/+11 Grad bis zum Sonntag auf ein einheitliches Temperaturniveau zwischen an (s. Details Wettervorhersage November).

Betrachtet man den aktuellen Temperaturmittelwert, so liegt dieser mit +0,16 Grad knapp über dem langjährigen Mittelwert und in Anbetracht der nun deutlich zu warmen Temperaturen könnte sich ein Temperaturüberschuss aufbauen, welcher letztlich dafür sorgen könnte, dass der November 2016 insgesamt zu mild ausfallen kann, sofern sich Ende November nicht noch ein Kälteeinbruch zeigt - und das war in den letzten Tagen gar nicht einmal so abwegig.

Betrachtet man die Berechnung des europäischen Wettermodells, so liegt zum 28. November ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum, welches im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien, bzw. westlichen Russland kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen kann. In Folge dessen gelangt mit einer nordöstlichen bis östlichen Grundströmung auch Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich dieser mäßig kalten Luftmassen, was die Tagestemperaturen bis Ende November knapp auf, bzw. unter die 0 Grad Grenze absinken lassen könnte.

Das amerikanische Wettermodell berechnet die Lage des Hochdrucksystem ganz ähnlich, jedoch mit einer verschobenen Hochdruckachse, so dass die Grundströmung nicht aus nordöstlichen bis östlichen Richtungen, sondern aus südöstlichen Richtungen erfolgen kann. Auch das bringt die Temperaturen nahe an die 0 Grad Grenze heran, bleiben aber mit +1/+5 Grad dann doch darüber. Es bleibt also spannend, ob der November 2016 am Ende zu warm, normal oder vielleicht auch noch zu kalt ausfallen kann.

Das Hochdrucksystem beeinflusst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch das Wetter Anfang Dezember, kippt jedoch nach der Berechnung des amerikanischen Wettermodells nach Osten weg, so dass der Weg für Tiefdrucksysteme aus dem Westen in Richtung Skandinavien frei wird. Deutschland, Österreich und die Schweiz können somit auf der relativ milden Vorderseitenanströmung zwischen tiefen und hohen Luftdruck aus südwestlichen Richtungen gelangen, was die Temperaturen auf +4/+9 Grad ansteigen lassen könnte. Die Niederschlagsneigung ist am 1. Dezember noch als gering einzustufen, steigt aber langsam zum 3. Dezember an.

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells, welches das Hoch nicht nach Osten positioniert, sondern bis zum 2. Dezember im Bereich von England über Frankreich bis zur Adria simuliert. Gleichzeitig können sich über Skandinavien weitere Tiefdrucksysteme positionieren. In Folge dieser Konstellation ist über Deutschland Anfang Dezember mit ruhigem und mäßig kalten Wetter zu rechnen, wenngleich zum 2./3. Dezember die Niederschlagsneigung über dem Norden etwas zunehmen kann.

So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 1. Dezember zwischen -3/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, sonst +5 Grad) und am 3. Dezember zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten, +4 Grad über dem Norden und +5 Grad über dem Süden und Westen). Es wird mit höherer Wahrscheinlichkeit in den ersten Dezember-Tagen kühler und ob sich daraus ein Wintereinbruch Anfang Dezember ergeben kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Winter 2016/17.

Anzeige