Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 01.02.2021 - Der Winter hängt von einem Blockadehoch auf dem Atlantik ab

| M. Hoffmann
Winterfinale oder Winterflop? Welche Richtung schlägt der Winter ein?

Vollwinter mit einem hochwinterlichen Charakter oder doch nur die Wintermöhre, die östlich an Deutschland angeleitet wird - und da gibt es auch noch die turbulente Grenzwetterlage. Maßgeblich für die weitere Wetterentwicklung ist ein Hoch auf dem Atlantik.

Showdown der Luftmassengrenze. Bis zum 6. Februar hält sich die Luftmassengrenze über Deutschland. Zwar zieht sich die kalte Luft kurzzeitig bis über die Küstenregionen zurück, doch zum 5. Februar verschärft sich die Luftmassengrenze wieder.

Frühlingshaft warmes Wetter über dem Süden, arktische Kaltluft über dem Norden

Kalte Luftmassen arktischen Ursprungs werden am 6. Februar über den Norden nach Süden geführt, was die Tageswerte nördlich der Linie von Köln und Dresden auf -5 bis +0 Grad absacken lassen kann. Ungewöhnlich mild bleibt es hingegen über dem Süden, wo mit Werten von +10 bis +15 Grad und mancherorts bis +17 Grad frühlingshaft milde Werte berechnet werden. Ist der Wettercharakter der Woche leicht unbeständig und phasenweise auch windig, so gewinnt der Wind und der Niederschlag am Wochenende an Intensität. Über dem Norden sind die Niederschläge - bis auf tiefere Lagen herab als Schnee zu erwarten. Mehr dazu: Wetter Februar 2021.

Die Luftmassengrenze erreicht zum 6. Februar ihren Höhepunkt
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Luftmassengrenze erreicht zum 6. Februar ihren Höhepunkt
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Winterwetter möglich

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells weicht so langsam von ihren im Vergleich zu den Kontrollläufen zu warmen Varianten ab und lässt sich auf eine Grenzwetterlage ein, die sich zunehmend nach Süden verlagert.

Polarwirbelsplit

Der Polarwirbelsplit ist zum 5./6. Februar zwischen den Aleuten und dem europäischen Nordmeer/Island perfekt ausgeprägt. Zum 6. Februar gelingt der Aufbau des Hochdruckkeils in Richtung der Azoren, was die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik bremst.

Kein Blockadehoch auf dem Atlantik

Der Hochdruckimpuls auf dem Atlantik ist nicht von langer Dauer und bricht zum 8. Februar in sich zusammen, doch reicht dieser Impuls aus, um den Arctic Outbreak weiter nach Süden zu führen.

Die Höchstwerte liegen am 8. Februar über dem Süden zwischen +2 bis +6 Grad und nördlich der Linie von Saarland und Sachsen zwischen -10 und -4 Grad - wohlgemerkt die Höchstwerte!

Strenger Frost

Bis zum 9. Februar sinken die Werte über dem Norden auf -12 bis -6 Grad ab und über dem Süden können Werte von -5 bis +0 Grad erwartet werden. In den Nächten gehen die Werte auf -14 bis -5 Grad zurück und über Schnee und bei Aufklaren sind bis -20 Grad möglich.

Milderung?

Details bleiben noch abzuwarten, doch durch die fehlende Hochdruckblockade beginnen die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik das Hoch zu unterwandern und auf ihrer Vorderseite mildere Luftmassen nach Deutschland zu führen. Anders formuliert berechnet das europäische Wettermodell einen kurzen und heftigen Ausbruch kalter Luftmassen arktischen Ursprungs, der sich im nachfolgenden Zeitraum abschwächen kann.

Polarwirbelsplit mit Arctic Outbreak (li.) - nachfolgend eine Milderung (re.)?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Polarwirbelsplit mit Arctic Outbreak (li.) - nachfolgend eine Milderung (re.)?
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: warm und kalt

Nein, einheitlich sind die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle nicht. Aber auch innerhalb der Prognosen gibt es alle 6 Stunden erhebliche Verwerfungen. Insofern ist das, was die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells heute berechnet nicht für bare Münze zu nehmen, es zeigt aber sehr deutlich, worauf es ankommen wird!

Blockadehoch auf dem Atlantik

Heute Morgen noch wurde in der Vorhersage des amerikanischen Wettermodells das Blockadehoch auf dem Atlantik simuliert und hatte vom 6. bis 15. Februar bestand.

Hochwinter über Deutschland

Infolgedessen meridionalisiert sich das Strömungsmuster und der Arctic Outbreak kann sich vollständig entfalten. So wurden bspw. für den 8. Februar Tageshöchstwerte von -8 bis -4 Grad prognostiziert. Der Hochwinter hätte zum 10. Februar mit -12 bis -4 Grad seinen Höhepunkt erreichen können und in den Nächten wären Werte zwischen -16 und -8 Grad zu erwarten gewesen. Dazu immer wieder Schneefall.

Kein Blockadehoch auf dem Atlantik

Heute Nachmittag nun die Umkehr. Das Blockadehoch auf dem Atlantik wird zum 5. Februar nur angedeutet und wird zum 6. Februar bereits von den atlantischen Tiefdrucksystemen unterwandert. Nach und nach wird der Arctic Outbreak nach Norden zurückgedrängt und die Tiefdrucksysteme sorgen auf ihrer Vorderseite für eine milde Anströmung der Luftmassen nach Deutschland.

Milderung

Der Tiefstwert wird über dem Norden für den 10. Februar mit -8 bis -4 Grad simuliert, während es über dem Süden mit +2 bis +6 Grad vergleichsweise mild bleibt. Zum 14. Februar liegen die Werte mit +7 bis +13 Grad dann weit von winterlichen Temperaturverhältnissen entfernt und sind dem Frühling deutlich näher.

Zwischen Hochwinter (re.) und Frühlingsluft (li.)
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Zwischen Hochwinter (re.) und Frühlingsluft (li.) - Entscheidend ist das Blockadehoch auf dem Atlantik
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Auf den Punkt gebracht: Winterwetter vs. Frühling

Die Überschrift hat heute Bestand, wenngleich frühlingshaft milde Werte zwar Plausibel und auch möglich sind, doch in Anbetracht der Kontrollläufe eine nur untergeordnete Rolle spielen.

Heftige Reaktionen, der Winter hat die besseren Karten

Die kräftigen Tiefdruckklopse - die nach den Wetterprognosen der Vorhersagemodelle auf den Atlantik simuliert werden - sind ein Resultat des Arctic Outbreaks zum 5. Februar, was in der Wetterentwicklung heftige Reaktionen hervorrufen wird. Ob diese dann über Deutschland in die eindeutig winterliche Richtung gehen oder mit einer Grenzwetterlage zwischendurch stecken bleiben, gilt abzuwarten.

Die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe aber haben eine klare Richtung und liegen über dem Norden vom 5. bis 13. Februar zwischen -6 und -9 Grad. Über dem Süden schwankt der Wert vom 8. bis 15. Februar zwischen -7 und -4 Grad. Das Spektrum selbst erstreckt sich von +10 bis -17 Grad. Rein rechnerisch hätte das über dem Tiefland ein Temperaturspektrum von -19 bis +12 Grad zur Folge.

Nimmt man den Mittelwert der Temperaturen, so ist über dem Süden vom 8. bis 16. Februar mit Werten um +0 Grad zu rechen. Über dem Westen zeigt sich eine kurze Frostperiode vom 8. bis 10. Februar. Über dem Osten setzt sich ab dem 6. Februar der Dauerfrost durch und hält sich bis zum 16. Februar. Eine Frostperiode ist vom 5. bis 12. Februar über dem Norden möglich.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
7. Februar -8 bis
+10 Grad
-3 Grad bis
+2 Grad
11. Februar -10 bis
+12 Grad
-1 bis
+1 Grad
16. Februar -8 bis
+11 Grad
+0 bis
+2 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Für Freunde des Winterwetters muss zwangsläufig das Blockadehoch auf dem Atlantik her. Einig sind sich die Vorhersage-Modelle in ihren Wetterprognosen (noch) nicht und lassen ein breites Spektrum an Möglichkeiten offen. Klarer hingegen der Wettertrend der Kontrollläufe, der über weite Teile von Deutschland winterliche Wetterbedingungen - zumindest für einen gewissen Zeitraum - zulässt. Was sich letztlich durchsetzen kann und wie sich der Trend im Tagesverlauf verlagert, erläutern wir heute Abend gegen 20:15 Uhr an dieser Stelle mit einer Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:24 Uhr

Wurde das Blockadehoch von der Wetterprognose der Amerikaner heute Nachmittag nicht unterstützt, so ist das heute Abend wieder der Fall. Ganz so, wie es zu erwarten war - die Kontrollläufe zogen einfach nicht mit.

Winterwetter

Das Blockadehoch strebt zum 5. Februar nach Norden auf und etabliert sich im Bereich von Island bis zu den Azoren bis zum 13. Februar. Doch im Unterschied zu heute Morgen wird der Arctic Outbreak zu weit westlich abgeleitet, was über Deutschland zu einer Grenzwetterlage führen kann. Simuliert werden für den 10. Februar nördlich der Linie von Köln und Dresden -8 bis -2 Grad und weiter nach Süden +0 bis +5 Grad. Damit hat die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells heute alle drei möglichen Varianten einmal durchgespielt.

Vollwinter (li.), mild (Mi.) und Grenzwetterlage (re.)
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Vollwinter (li.), mild (Mi.) und Grenzwetterlage (re.)
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Zwischen Ost- und Grenzwetterlage

Aber auch die Wetterprognose des europäischen Wettermodells beginnt zu schwanken. Die Varianten reichten in den letzten 24 Stunden von sehr mild, über Hochwinter bis hin zu einer Mischung aus einer Grenz- und Ostwetterlage heute Abend.

Das Blockadehoch kommt auf dem Atlantik zustande, kippt aber rasch nach Osten ab und wird von einem Tief unterwandert. Nach der aktuellen Wettervorhersage hätte diese Konstellation über dem Norden - Tageshöchstwerte - von -12 bis -6 Grad und über dem Süden +2 bis +6 Grad zur Folge.

Extreme Schnee- und Regenfälle

Mit einer solch imposanten Luftmassengrenze, gepaart mit einem Mittelmeertief und einer östlich ausgerichteten Strömungskomponente, kann es innerhalb kürzester Zeit zu enormen und unwetterartigen Niederschlagsereignissen kommen. Simuliert werden bspw. zu 9. Februar nördlich der Linie von Köln und Dresden Schneemengen von 20 bis 40 cm und örtlich bis 60 cm - und das bis auf das Flachland herab! In diesem Spezialfall wäre das ein Katastrophenszenario. Ob es aber exakt so kommt, ist - zumindest für den Moment - mehr als infrage zu stellen.

Extreme Grenzwetterlage mit extremen Niederschlagsmengen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Extreme Grenzwetterlage mit extremen Niederschlagsmengen
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Hochwinter

Um die Unsicherheiten heute Abend zu komplettieren, nehmen wir noch die Wettervorhersage des deutschen Wettermodells hinzu, was seit ein paar Stunden die winterlichste Variante berechnet.

Der Arctic Outbreak wird in dieser Entwicklung direkt über Mitteleuropa nach Süden geführt und sorgt über Deutschland zu einer hochwinterlichen Wetterphase. Zum 9. Februar werden Höchstwerte von -12 bis -4 Grad simuliert.

Eine hochwinterliche Wetterlage
Wetterprognose nach dem deutschen Wettermodell: Eine hochwinterliche Wetterlage
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Was wahrscheinlich ist

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die kommende Wetterentwicklung stark von dem Hoch auf dem Atlantik abhängig ist. Schaut man sich die einzelnen Kontrollläufe an, so liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Blockadehoch auf dem Atlantik bei 46 Prozent und für die Unterwanderung des Hochs durch atlantische Tiefdrucksysteme bei 33 Prozent.

Im Vergleich zu den letzten 24 Stunden sind die Kontrollläufe etwas milder geworden und tendieren mehr zu einer Grenzwetterlage. Anders formuliert bleibt der Vorstoß kalter Luftmassen über dem Süden und Westen fraglich, ist aber über dem Norden und Osten wahrscheinlich.

Deutlicher aber wird die Hochdruckzone heute Abend in den Druckanomalien dargestellt, was die höhere Wahrscheinlichkeit einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik in den Kontrollläufen stützt. Auf den Punkt gebracht: abwarten - ein Trend ist erkennbar - nichts ist gesichert!

Ein Blockadehoch auf dem Atlantik wird nach wie vor favorisiert
Ein Blockadehoch auf dem Atlantik wird nach wie vor favorisiert
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Das Wetter-Jahr 2023 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2023 +3,6 +4,1 +2,7 69,2 l/m² - etwas zu nass
Februar 2023 +3,2 +2,8 +1,7 42,7 l/m² - etwas zu trocken
März 2023 +5,7 +2,2 +1,1 80,6 l/m² - deutlich zu nass
April 2023 +7,54 +0,2 -1,4 64,5 l/m² - leicht zu nass
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2023 +5,0 +2,3 +1,0 267,7 l/m² - ausgeglichen

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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