Eine Hochdruckposition kann zwischen kalten und sehr warmen letzten November-Drittel entscheidend sein. Die Trockenheit und die Dürre über den östlichen und südlichen Regionen könnte sich aber noch weiter verschärfen.

Etwas Niederschlag ist in den kommenden Tagen im Schwerpunkt über dem Norden und Westen zu erwarten. Verantwortlich hierfür ist ein Tiefdrucksystem bei Island, welches mit seinem Ausläufer für den Niederschlag sorgen kann. Zum Start in die neue Woche kann es über dem Norden auch windig werden. Über dem Süden und Osten ist bedeutend weniger Niederschlag zu erwarten. Dafür steigen die Temperaturen auf außergewöhnlich warme Werte an. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2018.

Nach dem unbeständigen Novemberwetter stellt sich wieder eine zu Nebel neigende Hochdruckwetterlage ein
Nach dem unbeständigen Novemberwetter stellt sich wieder eine zu Nebel neigende Hochdruckwetterlage ein

Niederschlagsprognose: Trockener Südosten, nasser Nordwesten

Zum aktuellen Stand berechnet die Niederschlagsprognose bis zum 15. November über dem Westen und Nordwesten Niederschlagssummen von 12 bis 30 l/m² und 0 bis 3 l/m² über dem Südosten . Die Grenze verläuft in etwa entlang einer Linie vom Bodensee und Berlin.

Wettertrend 14 Tage

Amerikanisches Wettermodell: Hoch Skandinavien

Ein Hochdrucksystem verlagert sich bis zum 15. November vom westlichen Russland direkt über Mitteleuropa und dehnt seine Achse bis weit über die östliche Mittelmeerregion aus. Auf dem Atlantik entstehen bis zum 15. November kräftige Tiefdruckwirbel, wobei einer davon in Richtung Azoren abtropfen kann.

Vom 15. bis 18. November ändert sich an dieser Wetterlage kaum etwas. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen inmitten dieser gradientenschwachen Umgebung, was die nächtliche Nebelausbildung begünstigt und die Sonne es tagsüber zunehmend schwerer haben dürfte, diese Nebelfelder aufzulösen. Schafft sie es aber, so bleibt es sonnig, trocken und für die Jahreszeit zu warm.

Ein Skandinavienhoch kann die Temperaturen in den Frostbereich absinken lassen

Diese Wetterprognose berücksichtigt das amerikanische Vorhersage-Modell seit ein paar Tagen. Mal mehr, mal weniger. Heute wieder etwas mehr. Zum 19. November dehnt sich der Hochdruckkeil über Mitteleuropa nach Norden aus, während die atlantischen Tiefdrucksysteme vergeblich gegen das Hochdrucksystem anrennen. Bis zum 20. November hat sich über Skandinavien ein autarkes Hochdrucksystem ausbilden können und aus östlichen Richtungen machen sich kalte Luftmassen auf den Weg nach Deutschland.

Wie kalt könnte es werden?

Das Temperaturspektrum könnte sich mit -2 bis +6 Grad auf ein Jahreszeit-typisches Niveau einpendeln und auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen zulassen kann, sofern denn die Wetterlage auch Niederschläge zulässt (das ist bei Ostwetterlagen seltener der Fall).

Vollständig gestörtes Zirkulationsmuster zum Beginn der letzten November-Dekade

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Vollständig gestörtes Zirkulationsmuster zum Beginn der letzten November-Dekade © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Hoch Osteuropa

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ist sehr ähnlich der des amerikanischen. Jedoch mit einem - aber entscheidenden - Unterschied.

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Das Hoch lässt sich nach Osten wegdrücken

Das Hochdrucksystem strebt zum 17. November in Richtung Skandinavien und führt an seinem nördlichen und östlichen Gradienten kalte Luft polaren Ursprungs über das westliche Russland. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist hoch und mit den Tiefdruckgebieten über den Azoren meridionalisiert sich das Strömungsmuster. Bis zum 19. November aber gewinnt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik mehr an Dynamik und drückt das Skandinavienhoch einfach weiter nach Osten weg. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben somit im warmen Sektor des Hochdrucksystems.

Warmes und über weite Strecken trockenes Novemberwetter

Somit bleiben die Temperaturen nach dieser Vorhersage durchweg auf einem für die Jahreszeit viel zu warmen Niveau - zumindest in den Gebieten, wo sich der nächtliche Nebel auch auflösen kann. Lösen diese sich auf, so sind Werte von +8 bis +12 Grad zu erwarten, falls nicht, bleibt es mit +2 bis +7 Grad relativ kühl. Die Niederschlagsumme wird mit 10 bis 30 l/m² nördlich der Linie von Stuttgart und Berlin ausgegeben. Südlich davon ist bis zum 18. November mit 0 bis 8 l/m² mit einem weitgehend trockenen Wettercharakter zu rechnen.

Omegawetterlage?

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Omegawetterlage? © www.meteociel.fr

Hochdruckdominanz bleibt erhalten

Daran ändert sich seit Tagen nichts, bzw. nur sehr wenig. Entscheidend für das Temperaturgefüge aber wird sein, wie und wo sich das Hochdrucksystem letztlich positionieren wird. Egal aber ob eine Omegawetterlage, oder ein Skandinavienhoch - beide Varianten sind durch ihren Selbsterhalt dafür bekannt, auch über längere Zeit hinaus das Wettergeschehen über Mitteleuropa beeinflussen zu können.

Wettertrend: Wenig Niederschlag und zurückgehende Temperaturen

Und vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass der Wettertrend zu warm und zu trocken ausfallen soll.

Geht es nach den Kontrollläufen, so ist die Niederschlagsneigung vom 9. bis 14. November über dem Norden und Westen erhöht. Über dem Süden ist das nur am 11. November der Fall und über dem Osten sind vereinzelt ein paar Niederschlagssignale am 12. und 14. November auszumachen. Ab dem 14. November aber sinkt die Niederschlagsleistung fast gen Null. Das unterstreicht die hohe Eintreffwahrscheinlichkeit des Hochdrucksystems.

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt lange Zeit im viel zu warmen Bereich. Ab dem 18. November normalisiert sich der Temperaturtrend so langsam. So erstreckt sich das Spektrum am 16. November zwischen +7 bis +17 Grad (Mittelwert: +11 bis +13 Grad) und am 24. November zwischen -3 bis +9 Grad (Mittelwert: +3 bis +5 Grad).

Diagramm Temperaturen November 2018 vom 9.11.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

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Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr
Es deutet nach den aktuellen Wetterprognosen der Vorhersagemodelle vieles darauf hin, dass das Wetter im Zeitraum vom 14. bis 19. November weitgehend hochdruckdominiert sein wird. Der Ablauf ist dabei immer der gleiche und variiert kaum mehr. Ein Hochdrucksystem über dem westlichen Russland verlagert sich vom 12. bis zum 15. November über die Mittelmeerregion und beeinflusst somit auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bis zum 19. November verbleibt dieses Hochdrucksystem wohl in dieser Position, was über Deutschland zu einer erhöhen Ausbildung von nächtlichen Nebelfeldern führen kann. Lösen diese sich tagsüber auf, wird es warm, sonnig und trocken, bleibt der Nebel bestehen, ist es grau-trüb und mäßig kalt. In Summe aber setzt sich der weitgehend trockene und auch warme Wettercharakter in der zweiten November-Dekade fort.

November zu warm und zu trocken
Aktuell ist der November 2018 mit einer Abweichung von +4,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. In manchen Bundesländern beträgt die Abweichung bis zu +7 Grad!!!
In der Niederschlagsbilanz hat der November erst zu 2,5 Prozent sein Soll erfüllt. Zwar kommt nun am Wochenende und zum Start in die neue Woche über dem Norden und Westen etwas Niederschlag hinzu, doch sollte die Bilanz bis zum 20. November weiterhin deutlich negativ (zu trocken) ausfallen.

Entsprechend fällt die Wetterprognose des Langfristmodells aus. Die Abweichung der Temperaturen soll im Vergleich zum langjährigen Mittelwert mit +2 bis +4 Grad im sehr warmen Bereich liegen und die Niederschlagserwartung ist so negativ, dass das untere Ende der Vorhersageskala erreicht wurde. Anders formuliert soll demnach der November zu warm und extremst zu trocken ausfallen.

Und der Winter 2018/19?
Da kam in den letzten Tagen etwas Bewegung ins Spiel und hat sich in der Zwischenzeit eingependelt. Das Wetter im Dezember 2018 und Januar 2019 soll mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad etwas bis deutlich zu warm ausfallen. Der Februar 2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet. Wenn das Langfristmodell recht behalten sollte, wäre ein etwa um +1,2 Grad zu warmer Winter zu erwarten. Andere Langfristmodelle sehen das noch etwas anders.

Die Niederschlagsimulation ist für den Dezember normal und für den Januar und Februar deutlich positiv zu bewerten. Insgesamt ein zu nasser Winter. Bei einer Temperaturabweichung von +1 bis +2 Grad wäre in höheren Lagen - so ab 1.000 Meter - mit ordentlichen Schneemengen zu rechnen.

Chancen auf einen Kaltlufteinbruch im November?
Das spannende der kommenden Tage wird sein, wie sich das Hochdrucksystem um den 18./19. November herum positionieren wird. In der Theorie gibt es drei Varianten. Die erste Prognose zeigt das, was das amerikanische Vorhersage-Modell seit ein paar Tagen berechnet: Ein Skandinavienhoch, welches über Deutschland kühle bis kalte Ostströmung einleiten kann. Die Tageswerte könnten zwischen -2 bis +4 Grad liegen.

In der zweiten Variante verlagert sich das Hoch weiter nach Süden und die atlantische Frontalzone greift auf Skandinavien über. In Folge draus würde sich eine windige und regnerische Westwetterlage einstellen können. Mal vorderseitig mit milden und mal rückseitig mit kalten Temperaturen.

Die dritte Variante würde sich in der Form darbieten, dass sich das Hoch nach Osten wegdrücken lässt und die atlantischen Tiefdrucksysteme weiterhin auf das hoch auflaufen. Mildes und trockenes Novemberwetter wäre dann bis in den Dezember hinein möglich.

Unsicherheiten sind groß
Die Unsicherheiten mehren sich in den letzten Tagen. Der entscheidende Zeitraum kristallisiert sich um den 19./20. November heraus. Ab diesen Zeitpunkt gibt es ein paar richtig kalte und weniger warme Varianten. Der Mittelwert aber orientiert sich aber mit +5 Grad um den langjährigen Mittelwert im normalen Bereich.
Interessant ist in den Wetterprognosen zu sehen, dass der Hochdruckkern häufig zwischen Skandinavien, Island oder Grönland berechnet wird. Teilweise ist auch der Ansatz eines Polarwirbelsplit zu erkennen. Daraus könnten in den kommenden Tagen - für Winterfreunde - richtig spannende Großwetterlagen entstehen.

Der Ansatz eines Polarwirbelsplits
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Der Ansatz eines Polarwirbelsplits © www.meteociel.fr


AO- und NAO Index
Indikatoren für eine gestörte Zirkulation (Hoch Skandinavien, Island, Grönland) ist der NAO- und der AO Index. Der NAO-Index sucht seine Richtung und ist weder deutlich positiv noch negativ. Der AO-Index weist aber eine neutrale und im Trend negative Entwicklung aus. Wie gesagt, es könnte eine spannende Zeit bevorstehen.

Zonale Winde äußerst positiv
Die zonalen Winde in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades sind intakt und werden bis zum Dezember mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h etwas über der Norm und dem dazugehörigen Delta berechnet. Von einer frühzeitigen Störung ist hier nicht auszugehen. Eher das Gegenteil wäre zu erwarten.

Die kommenden Tage werden Klarheit bringen und können Richtungweisend - auch für den Winter - werden

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