Keine Frage, die Hochdruckaktivität über Deutschland sorgt in den kommenden Tagen mit Werten zwischen +17 bis +23 Grad und örtlich bis über +25 Grad für außergewöhnlich warme Oktobertage. Mit verantwortlich für den Warmluftschub ist aber ein Tiefdruckkomplex, welcher sich von den Azoren bis nach Skandinavien erstreckt und im Verbund mit dem Hoch sehr warme Luftmassen über die Alpen heranführen kann. Doch bereits zur Mitte der kommenden Woche wird das Hoch von den Tiefdrucksystemen bedrängt und weicht weiter nach Süden zurück. Gleichzeitig kann sich die Tiefdruckaktivität weiter in Richtung Skandinavien verlagern, was einen markanten Wetterwechsel - möglicherweise mit einer stürmischen Wetterlage - zum Ende der kommenden Woche nicht unmöglich macht. Mehr dazu in der Wettervorhersage Oktober 2017.

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Wetterwechsel

Die Wettermodelle stimmen auf einen Wetterwechsel ab der kommenden Wochenmitte ein. Ewig können sich die viel zu warmen Temperaturen auch nicht halten, ist der Oktober ohnehin schon um +2,1 Grad zu warm. Und gemäß Statistik ist die letzte Oktoberdekade geradezu prädestiniert für markante Wetterumschwünge, wo häufiger auch mal der erste Schneefall zu beobachten ist. Von Schneefall sind wir derzeit aber noch weit entfernt!

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 18. bis 27. Oktober eine hohe Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, England und Skandinavien, bei der sich das Tiefdruckzentrum mehr und mehr in Richtung Skandinavien verlagert. Das Hochdrucksystem über Mitteleuropa weicht nach Süden über die Mittelmeerregion aus, sodass im Verbund der Tiefdruckrinne und dem Hochdrucksystem ein südwestliche orientiertes Zirkulationsmuster entstehen kann. Das Ergebnis aus dieser Wetterlage wäre eine wechselhafter, teils windiger, aber dennoch warmer Wettercharakter.

Das europäische Wettermodell stützt einen Wetterwechsel im Zeitraum vom 18. bis 20. Oktober, wobei nach dieser Simulation die Tiefdruckaktivität zwischen Deutschland und Skandinavien südlicher liegen kann. Damit erhöht sich das Niederschlags- und Windpotential. Vom 21. bis 24. Oktober kann sich das Tiefdruckzentrum nicht über Skandinavien festigen und verlagert sich wieder in Richtung Island und England. So gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz wieder auf die wärmere Vorderseitenanströmung bei einem gleichwohl wechselhaften Wettercharakter.

Strömungsmuster verändert sich

Eine Bestätigung für einen Wetterwechsel kommt heute auch von den Kontrollläufen, welche im Zeitraum vom 18. bis 20. Oktober einen markanten Temperaturrückgang von bis zu 12 Grad in Aussicht stellen. Damit sind die nachfolgenden Werte aber keinesfalls zu kalt, sondern sie normalisieren sich vielmehr. Das zeigt, wie außergewöhnlich die Wärme in den kommenden Tagen ist. Mit dem Wetterwechsel nimmt die Niederschlagsaktivität insbesondere im Zeitraum vom 19. bis 24. Oktober zu und geht darüber hinaus wieder zurück. Das normale Temperaturspektrum hält sich bis zum 24. Oktober und hat im weiteren Verlauf eine zu warme Entwicklungstendenz. Der Oktober 2017 hat somit eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm auszufallen.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 14.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterausblick Herbst 2017 und Winter 17/18

Das Langfristmodell ging lange Zeit in seinen Berechnungen davon aus, dass der Oktober normal mit einem leicht zu warmen Temperaturtrend ausfallen wird. Diese Wetterprognose wird so nicht zu halten sein, denn kumuliert man die Werte zum heutigen Stand zusammen und geht davon aus, dass im letzten Oktoberdrittel in Sachen Temperaturen alles nach "Plan" läuft, so ist ein Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Bereich von +2,5 bis +3 Grad zu erwarten. Zum Vergleich: der wärmste Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammt aus dem Jahre 2001 und hatte ein Temperaturüberschuss von +3,48 Grad vorzuweisen.

Für den letzten Herbstmonat berechnet das Langfristmodell im November einen leichten Temperaturüberschuss von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose wird der November leicht positiv berechnet.

Für die Winterfans bleibt zu hoffen, dass sich das Langfristmodell in seiner Winterprognose ebenfalls irrt. Denn der Dezember wird - zum heutigen Stand - mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad als noch der kälteste Wintermonat ausgewiesen. Für den Januar und Februar 2018 liegt der Temperaturtrend mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad weiterhin im zu warmen Bereich. Der Niederschlagstrend ist im Dezember und Januar als leicht erhöht und im Februar normal zu bewerten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 14.10.2017

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