Der Tiefdruckkomplex über Skandinavien beeinflusst das Wetter über Deutschland mit einer hohen Neigung zu Schauern (mit örtlichen Graupelgewittern am Samstag) noch bis in die neue Septemberwoche hinein. Ab dem 19. September verlagert sich das Tiefdruckgebiet weiter nach Nordosten und verliert dadurch seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland. In Folge daraus lassen die Schauer nach, die sonnigen Momente nehmen zu und die Temperaturen können bis zum Donnerstag kommender Woche in Richtung der +20 Grad Marke ansteigen - weitere Details können Sie in der Wettervorhersage für den September 2017 nachlesen.

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Hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik

Der Trend zur Veränderung der Großwetterlage der letzten Tage für das letzte Septemberdrittel wird auch heute von den Wettermodellen bestätigt. Allen voran das amerikanische Wettermodell, welches ab dem 18. September den ersten winterlichen Kaltluftvorstoß über Grönland bis auf den Atlantik hinaus berechnet. In Folge daraus entstehen im Bereich zwischen Neufundland, Grönland und Island Tiefdrucksysteme, welche mit einem Kerndruck von 965 hPa zum 23. September ihren vorläufigen Höhepunkt in einem Zentraltief über Island erreichen könnten. So verlagert sich der Schwerpunkt der Tiefdrucksysteme von Skandinavien weiter nach Westen, raus auf den Atlantik.

Das gibt dem Azorenhoch mehr Spielraum sich weiter nach Osten in Richtung Europa auszudehnen. So bleibt den Tiefdruckgebieten der Weg in Richtung Skandinavien verwehrt und tropfen zum 24. September in Richtung der Azoren ab. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten im Zusammenspiel der Wettersysteme auf eine warme aber nicht ganz trockene Südströmung gelangen, was die Temperaturen auf +17 bis +23 Grad ansteigen lassen könnte.

Bis zum Ende des ersten Herbstmonats September geht das amerikanische Wettermodell noch etwas weiter und simuliert ein kräftiges Hoch zwischen dem westlichen Russland und Skandinavien mit Achsverbindung in Richtung Mittelmeer. Den Tiefdrucksystemen bleibt in diesem Fall gar nichts anderes übrig, als im Bereich zwischen den Azoren, England und Portugal zu verharren. Sollte diese meridionale Grundströmung längere Zeit andauern, so spricht man von einer "gestörten" Zirkulation.

Wie stehen die Chancen auf den Altweibersommer?

Da wird in der Wetterentwicklung einiges geboten und langweilig werden die kommenden Tage sicherlich nicht. Der Trend zu wärmeren Temperaturen in den letzten Septembertagen wird heute von den Kontrollläufen heute erneut bestätigt. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums bis zum 21. September etwa um 1 bis 5 Grad unter dem Wert, was für die Jahreszeit typisch wäre, normalisiert sich aber bis zu 24. September und hat darüber hinaus bis zum 30. September eine leicht zu warme Entwicklungstendenz. Gleichzeitig nimmt die Niederschlagswahrscheinlichkeit ab dem 23. September ab, was die Eintreffwahrscheinlichkeit einer wärmeren Wetterlage erhöht. Ob die Wetterlage allerdings stabil sein wird und damit die Kriterien des Altweibersommers erfüllen kann, bleibt jedenfalls noch abzuwarten. Zum heutigen Stand ist im letzten Septemberdrittel eine Normalisierung des Wetters am wahrscheinlichsten.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 15.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose des Langfristmodells für den Herbst und Winter mit Veränderungen

Der September ist zur Hälfte vorbei und rückblickend zeigt sich mit einer Abweichung von rund +0,1 Grad eine weitgehend normale Temperaturentwicklung gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Das wird sich in den kommenden Tagen noch weiter nach unten korrigieren und letztlich wird das letzte Septemberdrittel dafür entscheidend sein, ob der September 2017 zu warm, normal oder zu kalt ausfallen wird. Aktuell ist von einem normalen September 2017 auszugehen, welcher im Trend leicht zu kühl ausfallen kann.

Für die weiteren Herbstmonate wird der Oktober mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 normal simuliert, während der November in der heutigen Wetterprognose mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm berechnet wird. In der Niederschlagsberechnung zeigen sich für den Oktober und November kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, können im Trend aber leicht zu nass ausfallen. Im Fazit zum heutigen Stand: ein normales Wetter im Herbst 2017.

Für die Wintersaison 2017/18 berechnet das Langfristmodell eine Veränderung für den ersten Wintermonat Dezember. Lag die Abweichung in den letzten Tagen und Wochen noch im Bereich zwischen -0,5 bis +2 Grad, so wurde diese mit -0,5 bis +1 Grad heute etwas nach unten korrigiert. Somit bleibt der Dezember 2017 nach diesen Berechnungen der "kälteste" Wintermonat, denn der Januar und Februar 2018 werden mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad weiterhin zu warm berechnet. Man darf aber weiterhin skeptisch sein, ob dieser Winter 2017/18 so deutlich zu warm ausfallen wird. Die Randfaktoren sprechen eine andere Sprache - mehr dazu aber in den kommenden Wochen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 15.09.2017

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