Die Tiefdrucksysteme positionieren sich im Verlauf der Woche zwischen England und Skandinavien und sorgen über Deutschland für einen wechselhaften Wettercharakter bei Temperaturen, welche für die Jahreszeit etwas zu kühl sind. Hinzu kommt am Mittwoch ein kleinräumiges Tiefdrucksystem über der Nordsee, welches sich weiter intensivieren und am Mittwoch für den ersten Herbststurm der Saison sorgen kann (Windprognose). Simuliert werden über dem Norden Spitzenwindgeschwindigkeiten von 60 bis 100 km/h und über dem Süden zwischen 40 bis 80 km/h. Zum Wochenende gibt es in der Wettervorhersage für September noch Differenzierungen bzgl. eines Tiefdrucksystems über den Alpen und Italien. Je nachdem, wie weit dieses nach Norden vorankommt, ist über den südlichen Landesteilen mit Dauerregen zu rechnen.

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Wetterberuhigung

Nach dem ersten Herbststurm verlagert sich das Tiefdruckzentrum über Skandinavien nach Finnland und zieht im weiteren Verlauf nach Nordosten ab. Daraus ergibt sich ein größer Spielraum für das Azorenhoch sich weiter in Richtung Mitteleuropa auszudehnen. Ob es dabei gelingt, das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen hängt davon ab, ob sich über dem östlichen Europa ein schwaches Tiefdrucksystem halten kann. Sollte das der Fall sein, so läge Deutschland zwischen den Fronten in einer nördlichen Grundströmung, was im Zeitraum vom 16. bis 20. September für weitere Regenfälle bei Temperaturen zwischen +14 bis +18 Grad sorgen kann. Im anderen Fall setzt sich das Hochdrucksystem durch, die Niederschläge klingen ab und die Temperaturen steigen allmählich an. Im allgemein gradientenschwachen Umfeld ist aber nicht mit neuerlichen Sturmereignissen zu rechnen.

Letztes Septemberdrittel: Altweibersommer oder…?

Das amerikanische Wettermodell berechnet für den Zeitraum vom 20. bis 25. September die Entwicklung eines Hochdrucksystems über dem östlichen Skandinavien und westlichen Russland. In Folge daraus wird es der atlantischen Frontalzone schwer gemacht, sich erneut über Skandinavien zu positionieren. Stattdessen wird die Frontalzone vor Skandinavien blockiert und über das europäische Nordmeer nach Norden abgeleitet. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten somit zwischen den Fronten in einer warmen Südwest- bis Südströmung liegen, was die Temperaturen in den Bereich zwischen +20 bis +25 Grad ansteigen lassen kann. Ob der Wettercharakter stabil oder wechselhaft sein wird, hängt von den Positionen der Wettersysteme ab.

Kontrollläufe: Wetterbesserung mit ansteigender Temperaturtendenz

Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß, dass die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells hinsichtlich des Altweibersommers in den letzten Tagen zu optimistisch waren. Es berechnet diese Varianten aber weiterhin "hartnäckig", was die Wahrscheinlichkeit für diese Wetterentwicklung zunehmend erhöht. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so stellt man fest, dass sich der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ganz gut eingebettet hat und den Mittelwert repräsentiert. Das erhöht also noch einmal die Eintreffwahrscheinlichkeit einer sich normalisierenden Temperaturtendenz.

So nimmt demnach im Zeitraum vom 20. bis 25. September die Niederschlagsaktivität ab und der Mittelwert des Temperaturspektrums steigt auf +17 bis +18 Grad an, was in etwa dem vieljährigen Mittelwert entspricht.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 11.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Ausblick auf die Wetterentwicklung Herbst und Winter

Zeit mal wieder einen Blick auf die Langfristmodelle zu werfen und deren Wetterprognosen für den Herbst und Winter 2017/18 zu bewerten.

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Wie wird der Herbst 2017?

  • CFSv2: September wird mit einer Abweichung von -2 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt berechnet. Die weiteren Herbstmonate Oktober und November werden mit einer Differenz von -0,5 bis +0,5 Grad normal und der November im Trend leicht zu warm bewertet. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein nasser September und ein normaler Oktober und November, wobei der November leicht zu nass ausfallen könnte. Im Schnitt ein normales Herbstwetter mit der Tendenz leicht zu kühl auszufallen.
  • Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) berechnet die Herbstmonate mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen. In der Niederschlagsprognose zeigt sich eine normale Entwicklung mit der Tendenz etwas zu trocken auszufallen.
  • Das Langfristmodell der NASA berechnet mit einer Abweichung von -0,5 Grad bis +0,5 Grad im September, Oktober und November ebenfalls einen normalen Herbstverlauf.
  • Das METOffice berechnet den Herbst mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 bis 60 Prozent zu warm, 40 bis 60 Prozent normal und 0 bis 20 Prozent zu kalt.
  • Das IRI Modell berechnet die Herbstmonate normal.

Wie wird der Winter 2017 / 2018?

  • Das Langfristmodell berücksichtigt zum heutigen Stand die Monate November bis Januar, welche mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen können.
  • Die NASA berechnet den Dezember mit einer Differenz von +0,5 bis +2 Grad noch als kältesten Wintermonat, während der Januar und Februar 2018 mit einer Abweichung von +1 bis +4 Grad deutlich zu warm ausfallen können.
  • Das CFSv2 berechnet den Winter 2017/18 mit einer Abweichung von +0,5 bis +3 Grad ebenfalls deutlich zu warm.
  • Das IRI-Modell bleibt mit einer normalen Temperaturentwicklung das optimistischste Langfristmodell für alle, die sich einen normalen (oder gar zu kalten) Winter wünschen.
  • Das METOffice berücksichtigt aktuell die Monate November bis Januar 2018 und zeigen eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 80 Prozent für einen zu warmen, 20 bis 40 Prozent normalen und 0 bis 20 Prozent für einen zu kalten Temperaturverlauf in der Wintersaison.

Zusammenfassung:

Der September gibt den Takt vor und hat ein hohes Potential leicht zu kühl auszufallen. Der Herbst 2017 hat nach den jüngsten Berechnungen der Langfristmodelle generell eine hohe Wahrscheinlichkeit normal auszufallen. Für den Winter bleiben die Wetterprognosen der Langfristmodelle nahezu unverändert bei einem zu warmen Temperaturtrend.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 11.09.2017

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