Rückblickend war der August 2017 der dritte Sommermonat, welcher mit einem Temperaturüberschuss von +1,4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfiel. Und so verwundert es auch nicht, dass der Sommer 2017 mit einem Überschuss von +1,7 Grad zu warm und damit der 21. zu warme Sommer in Folge war. Der Klimawandel lässt grüßen. Aber wie wird das Wetter nun im Herbst - folgt ein Ausgleichsverhalten bei den Temperaturen, oder geht das mit den warmen Temperaturen gerade so weiter?

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Wetterwechsel im September

Passend zum Herbstbeginn wird es in den kommenden Tagen spürbar kühler und über Süddeutschland ist auch mit viel Nass von oben zu rechnen. Die Wettermodelle berechnen bis einschließlich Sonntag etwa südlich der Linie Saarbrücken und Dresden Niederschlagssummen zwischen 20 bis 40 l/m² und über dem Alpenvorland bis zu 80 l/m². Mit deutlich weniger Regen ist nördlich der Linie mit 1 bis 15 l/m² zu rechnen.

Setzt sich hoher Luftdruck im September durch?

In den letzten Tagen haben beide Wettermodelle immer wieder die Ausdehnung einer Hochdruckbrücke vom Azorenhoch in Richtung Skandinavien berechnet, welche die Niederschlagsneigung über Deutschland weiter abschwächen und bei ansteigenden Temperaturen häufiger die Sonne zum Vorschein bringen kann.

Der Aufbau der Hochdruckbrücke mit Ausbildung eines autarken Hochdrucksystems ist auch heute noch die gängigste Variante in den Simulationen der Wettermodelle für den Zeitraum vom 3. bis 10. September. Allerdings kommt es im Detail stark darauf an, wo sich das Hochdrucksystem positioniert und wie stabil es sich letztlich dem Anrennen der Tiefdrucksysteme gegenüberstellt. So sind auch heute drei wesentliche Varianten in der Wetterentwicklung für das erste Septemberdrittel wahrscheinlich.

  • Über Skandinavien kann sich ein autarkes Hochdrucksystem ausbilden und in Folge daraus ist mit wenig Niederschlägen und ansteigenden Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu rechnen.
  • Das Hochdrucksystem über Skandinavien weicht weit nach Norden aus und eröffnet somit den Tiefdrucksystemen vom Atlantik den Zugang nach Mitteleuropa, was zu kühlem und auch regnerischen Wetter führen kann.
  • Weder das Hochdrucksystem noch die Tiefdrucksysteme setzen sich über Mitteleuropa durch und der durchwachsene Wettercharakter des Sommers setzt sich auch in den ersten Herbsttagen weiter fort.

Kontrollläufe: in der ersten Septemberhälfte alles normal

Die Kontrollläufe bestätigen - wie in den letzten Tagen auch - die dritte Variante als die wahrscheinlichste Wetterentwicklung. So ist mit höherer Wahrscheinlichkeit mit einem wechselhaften Wetter im ersten Septemberdrittel zu rechnen. Die Niederschlagsberechnungen sind über dem Norden vom 1. bis 6. September als schwach und darüber hinaus als mäßig erhöht mit ansteigender Tendenz zu bewerten (spricht nicht für ein stabiles Skandinavienhoch). Über dem Westen ist im gesamten ersten Septemberdrittel mit einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung zu rechnen. Zum Septemberbeginn ist über Ost- und Süddeutschland eine hohe, vom 3. bis 7. September eine geringe und darüber hinaus eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung zu erwarten.

In der Temperaturentwicklung berechnen die Kontrollläufe einen etwa um 2 bis 4 Grad zu kalten Start in den Herbst, welcher sich bis zum 4. September normalisiert und darüber hinaus bis zum 15. September eine leicht zu warme Temperaturentwicklung aufweist. Mit anderen Worten ist eine länger andauernde zu kalte Witterung bis Mitte September wenig wahrscheinlich.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 31.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wie wird das Wetter im Herbst 2017?

Das Langfristmodell berechnet das Herbstwetter mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend leicht zu warm. In der Niederschlagsberechnung ist der September leicht zu nass, der Oktober leicht zu trocken und der November 2017 normal gegenüber den Sollwerten zu bewerten.

Und der Winter 2017/18?

Die Wintermonate von Dezember 2017 bis einschließlich Februar 2018 werden vom Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose durchweg als leicht zu nass berechnet, was auf eine höhere Tiefdruckaktivität aus westlichen bis südwestlichen Richtungen schließen lässt. Bei der Temperaturprognose zeigt sich im Dezember eine Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad und im Januar und Februar von +1 bis +2 Grad im stets zu warmen Bereich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 31.08.2017

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