Die heißen Temperaturen erreichen wohl zum Mittwoch und Donnerstag ihren vorläufigen Höhepunkt, wenn über dem Süden und auch teils über Norddeutschland die Temperaturen verbreitet auf +24 bis+28 Grad und örtlich auf bis +33 Grad ansteigen können. Doch bereits zum letzten Augusttag kündigt sich von Westen mit zunehmender Bewölkung und teils turbulenten Wetterereignissen ein Wetterwechsel an. Vom Sommer in den Herbst?

Wie wahrscheinlich ist ein Wetterwechsel Anfang September 2017?

Noch ist ein gewisser Spielraum für andere Wetterentwicklungen gegeben, aber wie bereits in den letzten Tagen bestätigen die Kontrollläufe für Anfang September auch heute einen Temperaturrückgang von 7 bis 10 Grad. So liegt das Temperaturspektrum am 1. September noch bei +14 bis +29 Grad (Mittelwert: +20 Grad über Norddeutschland und +25 Grad über dem Süden) und geht zum 4. September auf +14 bis +25 Grad (Mittelwert: +18 bis +19 Grad) auf ein Jahreszeit typisches Niveau zurück.
In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich nach den Kontrollläufen im Zeitraum vom 31. August bis 4. September eine erhöhte Niederschlagsaktivität, was eine stabile Hochdruckwetterlage zum heuten Stand zum Septemberbeginn weniger wahrscheinlich macht. Mit anderen Worten ist zum Herbstbeginn ein Wetterwechsel mit örtlichem Unwetterpotential sehr wahrscheinlich.

Wie geht es weiter: Hochdruck- oder Tiefdruckdominanz?

Es gibt sie noch, die drei Varianten der Wetterentwicklung der ersten Septemberdekade.

  • Spätsommerlich warm und trocken mit hohem Luftdruck über Mitteleuropa
  • Wechselhaft, unbeständig und kühl mit einem westlich orientierten Zirkulationsmuster
  • Auf und Ab der Temperaturen bei einem durchwachsenen Wettercharakter, wenn Deutschland zwischen den Fronten liegt

Zwischen den Fronten

Das amerikanische Wettermodell simuliert heute eine Variante, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz größtenteils zwischen den Fronten eines Tiefdruckzentrums bei Island und England und einem Hochdruckrücken zwischen der Mittelmeerregion und dem östlichen Europa liegt. Demnach wäre in den ersten 10 Tagen vom Herbst mit einem Abwechslungsreichen und teils auch zu Unwettern neigenden Wettercharakter zu rechnen. Die Temperaturen schwanken je nach Niederschlagssituation zwischen +15 bis +20 Grad und +22 bis +27 Grad. Also weniger eine weder noch, sondern sowohl als auch Wetterlage.

Eine weitere Variante bringt das europäische Wettermodell heute ins Spiel, bei der sich Anfang September die Temperaturen spürbar abkühlen, aber anstatt die Tiefdruckdominanz ansteigt, folgt nach diesen Berechnungen rasch hoher Luftdruck nach und positioniert sich zum 4. September zwischen Deutschland und Skandinavien. Gleichzeitig aber liegt über Frankreich ein kleinräumiges Tiefdrucksystem, welches einen stabilen Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz verhindern kann. Zu kalte Varianten sind aber auch hier nicht auszumachen und die Berechnungen bestätigen vielmehr eine Fortsetzung des Auf und Ab der Temperaturen bei einem durchwachsenen Wettercharakter.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 27.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Herbst 2017 normal

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose für die Herbstmonate September, Oktober und November eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich, welche im November mit einer Abweichung von bis +1 Grad auch leicht zu warm ausfallen kann. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich im September keine Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, während der Oktober zu trocken und der November zu nass ausfallen könnte.

Winter 2017/18 zu warm

Für die Wintermonate berechnet das Langfristmodell im Januar und Februar eine Abweichung von +1 bis +2 Grad einen deutlich zu warmen Temperaturverlauf gegenüber dem vieljährigen Mittelwert, wobei der Dezember mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad noch den "kältesten" Wintermonat in der Simulation darstellt. Im Niederschlagsverhalten werden der Dezember, Januar und Februar stets leicht positiv (leicht zu nass) berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 27.08.2017

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