Hoher Luftdruck sorgt in den ersten September-Tagen für einen weiter anhaltenden sommerlichen Wettercharakter. Zwar kommt es am heutigen Sonntag und auch am Montag zu vermehrten Schauern und Gewittern, welche jedoch bereits zum Dienstag wieder nachlassen können. Betrachtet man die Niederschlagsprognose bis einschließlich Dienstag, so erkennt man den Schwerpunkt der Schauer- und Gewitteraktivität etwa südlich der Linie Bodensee - Nürnberg und etwa nördlich der Linie Köln - Berlin (s. Wetter August | Wetter September).

Im Zeitraum vom 5./10. September berechnet das amerikanische Wettermodell ein sich über dem skandinavischen Raum positionierendes Hochdrucksystem. In Folge dessen kann die atlantische Frontalzone frühzeitig vor Mitteleuropa blockiert werden und eine klassische Südwest- oder Westwetterlage wird damit weniger wahrscheinlich. Ob es aber für eine sommerliche Großwetterlage reichen wird, bleibt auch noch abzuwarten. Warum? Es kommt bei einem Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum immer darauf an, wie der Achsverlauf ist.

Ist der Achsverlauf von Ost nach West ausgerichtet, so sind zwei Varianten möglich: eine warme und trockene Ostströmung, oder das Hochdrucksystem wird auf seinem südlichen Gradienten von Tiefdrucksystemen unterwandert. In diesem Fall ist mit vermehrten Schauern und Gewittern zu rechnen, welche unter Umständen auch länger anhaltend sein können.

Liegt die Achse von Süd nach Nord, so kommt es darauf an, auf welcher Seite Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt. Liegt das Hoch weiter westlich, so ist mit einer nördlichen, kühlen und unbeständigen Strömung zu rechnen. Liegt das Hoch über dem Osten von Europa, so gelangt Deutschland auf den westlichen Hochdruckgradienten und somit in eine warme bis heiße Strömung.

Wie wahrscheinlich ist so ein Hochdrucksystem über Skandinavien? Beide Wettermodelle weisen seit Tagen die Tendenz zu einem solchen Hochdruckaufbau in ihren Simulationen aus, so dass dieser zunehmend wahrscheinlicher wird. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+16) / normal (+17/+22) / zu warm (>+22), liegen am 8. September bei 5/25/70 und am 12. September bei 15/45/40 und bestätigen - wie bereits gestern - mehrheitlich die Tendenz für einen normalen bis zu warmen Temperaturcharakter im ersten September-Drittel.

Das Langfristmodell berechnet die Temperaturabweichung im September gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Der Oktober und November liegt mit +0,5/+1 Grad im leicht zu milden Bereich. Die Wintermonate Dezember 2016, Januar 2017 und Februar 2017 sind mit -0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich. Insbesondere der Februar 2017 wird nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells als deutlich zu warm berechnet, während der Dezember leicht zu mild und der Januar in der Tendenz auch normal ausfallen könnte. Im Niederschlagsverhalten zeigt sowohl der Herbst, als auch der Winter 2016/17 keine sonderlichen Abweichungen vom Sollwert.

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