Am Wochenende wird Deutschland, Österreich und die Schweiz von den Ausläufern eines Sturmtiefs über Skandinavien erfasst, so dass in tieferen Lagen starke bis mäßige und über exponierten Lagen und entlang der Küste von Nord und Ostsee in Böen auch stürmische Windböen möglich sind. Teils werden in der Nacht auf Sonntag auch Starkwindereignisse simuliert, deren tatsächliches eintreten in den kommenden Stunden sich in den Simulationen noch bewahrheiten muss. Veränderungen sind also noch möglich.

Ist das Tiefdrucksystem abgezogen, werden auf dessen Rückseite wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt, so dass bei nasskalten Werten zwischen +1/+6 Grad die Schneefallgrenze wieder bis auf die mittleren Lagen (400-800 Meter) absinken kann. Betrachtet man die Großwetterlage, so zeigt sich in deren Entwicklungsspektrum noch eine große Bandbreite.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so liegt das Tiefdruckzentrum über dem nördlichen Skandinavien, dessen südliche Gradienten sich bis nach Deutschland erstrecken können. Gleichzeitig entsteht zum 23. Februar über dem Atlantik ein weiteres Tiefdrucksystem und drückt das Azorenhoch in flacher West-Ost Achse weiter nach Süden. Deutschland verbleibt demnach im Zeitraum 23./25. Februar in einer nasskalten bis mäßig milden Westzirkulation, bei der die Windaktivität im weiteren Verlauf abnehmen kann. Im Zeitraum zwischen dem 24./26. Februar gelingt es dem Azorenhoch sich mit einem Hochdruckkeil in Richtung Island nach Norden aufzustellen, welcher jedoch durch die anhaltend hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zum 26. Februar in Richtung Skandinavien weg kippen kann. Somit kann die Grundströmung in diesem Zeitraum über Deutschland weiter meridionalisieren (Nord-Süd, Süd-Nord) und in Folge daraus wieder kühlere - nasskalte - Temperaturwerte heranführen. Gelingt der "Brückenschlag" des Azorenhochs über Skandinavien hinweg bis zum Kontinentalhoch über dem westlichen Russland, so wird der Trogansatz abgeschnürt und es kann von oben herab bis Ende Februar langsam milder werden.

Das europäische Wettermodell simuliert eine andere Entwicklung. Zwar kommt es nach dessen Berechnungen auch zu den Windereignissen am Wochenende und das Tiefdrucksystem liegt ebenfalls über Skandinavien, jedoch folgt zum Montag/Dienstag kein Tiefdrucksystem auf dem Atlantik nach, so dass sich das Azorenhoch schon früher nach Norden in Richtung Island/Grönland aufstellen und Deutschland dementsprechend im Einflussbereich des meridionalen Grundmusters verbleiben kann. Nasskalte Temperaturwerte bei einer Schneefallgrenze um die mittleren Lagen herum wäre nach dieser Berechnung wahrscheinlicher. Im Zeitraum zwischen dem 24./27. Februar bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch und der Hochdruckkeil des Azorenhochs kann dem tiefen Luftdruck nicht sonderlich viel entgegensetzen und kann bis zum 27. Februar vollständig abgebaut werden. In Folge daraus können sich zum Monatsende vor Island/England neuerliche Tiefdrucksysteme positionieren und eine milde Südwestwetterlage einläuten.

Die Kontrollläufe sind seit Tagen nahezu unverändert. Zwar gibt es Schwankungen in den positiven und negativen Bereich, die Mittelwerte verändern sich jedoch kaum. So bleibt das Temperaturspektrum am 24. Februar mit +0/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) und am 29. Februar mit +0/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) nahezu unverändert.

Größere Unsicherheiten in der Wetterentwicklung gehen derzeitig noch von den Simulationen des Polarwirbels aus. Die Hochdrucksysteme über Sibirien, Grönland und Alaska zeigen eine höhere Neigung zu Störimpulsen des Polarwirbels, was die Polarfront selbst in Schwingung versetzen kann (sog. Rossby Wellen). Teils werden aber auch Varianten mit berücksichtigt, welche zu einem Polarwirbelsplit führen können. Ob die möglichen Auswirkungen noch im letzten Februar-Drittel zu beobachten sind, bleibt abzuwarten, wahrscheinlicher sind diese aber in den ersten März-Tagen. Hierzu folgt gegen 17:00 Uhr ein erster Witterungstrend für das Wetter März.

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