Die Großwetterlage der kommenden Tage ist klar strukturiert und überwiegend westlich orientiert. Die Hauptrolle spielen dabei eine Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland über Island/England bis über das östliche Skandinavien erstrecken kann und ein Hochdrucksystem, welches von den Azoren bis über das östliche Mittelmeer reicht. Aufgrund dieser Konstellation verläuft das Wettergeschehen über Deutschland weitgehend zweigeteilt: so bleibt es über dem Norden mit vermehrten Tiefdruckeinfluss windig und unbeständig und über dem Süden bleibt es bei Hochdruckeinfluss weitgehend trocken und mild bis warm, wobei ein kurzweiliger Schwall kühler Meeresluft am Samstag für etwas Abkühlung sorgen kann - von nasskalten Witterungsverhältnissen ist in der Simulation der Wettermodelle bis zum Start in die neue Woche jedoch nichts zu erkennen.

Eher das Gegenteil ist mit der Westwindzirkulation der Fall - in raschen Abständen rauschen die Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa und unterdrücken somit bis zum 20. November jede Art von einer stärkeren Wellenbewegung entlang der Polarfront. So zeigt sich ein weitgehend gleiches Ablaufmuster: vorderseitige Warmluftzufuhr, unbeständiges und windiges Wetter in der Übergangsphase mit anschließender Abkühlung in der Rückseitenwetterphase, bevor das Spiel mit dem nächsten Tiefdrucksystem von vorne beginnen kann. Da sich die Gradienten zwischen den Tiefdrucksystemen über dem Norden und dem hohen Luftdruck über dem Süden zeitweilig verdichten können, sind über Deutschland, der Schweiz und Österreich zeitweilig Starkwindereignisse nicht auszuschließen (wahrscheinlicher über dem Norden). Kommt es entlang der Gradienten zu Randtiefentwicklungen, so sind auch Extremwindereignisse im Bereich des Möglichen.

Betrachtet man das Entwicklungsspektrum der Wettermodelle, so bleibt die Westwindwetterphase mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum 20. November erhalten. Darüber hinaus können sich weitere Entwicklungsszenarien ergeben, welche zum heutigen Stand im Wesentlichen aus drei Varianten bestehen können. In der ersten Variante bleibt die Westwindzirkulation im Zeitraum zwischen dem 20./26. November mit teils unbeständigen, windigen und milden bis warmen Temperaturen erhalten. Schnee oder nasskalte Temperaturen wären in dieser Variante bis in höhere lagen wenig wahrscheinlich. In der zweiten Variante kippt die Achse der Tiefdruckrinne von West/Ost auf Nordwest-Südost, was im Zeitraum 20./26. November die Temperaturen langsam abkühlen lassen könnte und bei wechselhaften und windigen Wetter den Grundcharakter zunehmend herbstlich erscheinen lässt. Schnee und nasskalte Temperaturen wäre dann ab den mittleren/höheren Lagen nicht unwahrscheinlich (Nordwestwetterlage). In der dritten Variante gelingt es dem Hochdrucksystem die aktiv-dynamische Westwetterlage mit einer Aufwölbung in Richtung Grönland zu blockieren. In Folge daraus kommt es östlich des Hochdrucksystems zu einem Abtropfvorgang, welcher kühle bis kalte Luftmassen über das östliche Europa nach Süden führen kann. Diese Variante beinhaltet zumindest Optionen für die Jahreszeit-typische nasskalten Temperaturen, bei der unter Umständen Schneefall bis in mittlere Lagen hinab möglich wären.

Welche der Varianten ist am wahrscheinlichsten? Geht es nach den Kontrollläufen, so zeigt sich im Zeitraum zwischen dem 15./16. November eine höhere Unterstützung für eine niederschlagsreiche Wetterphase, wobei die Temperaturen sich nur sehr langsam dem Jahreszeit-typischen Wert annähern können. Anders formuliert sind zum heutigen Stand Varianten 1 & 2 wahrscheinlicher als die dritte Variante. So liegt das Temperaturspektrum am 17. November zwischen +4/+14 Grad (Mittelwert: +7/+8 Grad) und am 25. November zwischen -1/+12 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad) - immerhin eine langsame Abkühlungstendenz, wenngleich der Mittelwert für die Jahreszeit etwas zu warm bleibt. Blickt man auf die aktuelle Mitteltemperatur des November in Deutschland von rund +6 Grad, so kann bereits heute davon ausgegangen werden, dass der November gegenüber seinem langjährigen Mittelwert Aufgrund einer fehlenden Kaltluftphase voraussichtlich zu warm ausfallen wird. Ab wann sind winterliche Phasen mit Schnee möglich? So eine Westwetterphase endet nicht plötzlich und braucht eine Störung in Form eines Hochdrucksystems. Nichtsdestotrotz zeigt sich mit der nun wohl länger andauernden Westwindwetterphase eine Umstellung der Großwetterlage, bei der das Hochdrucksystem immer weniger eine Rolle spielt. Dies gilt auch als Grundvoraussetzung für eine mögliche kältere Phase, welche grundsätzlich im letzten November-Drittel nicht auszuschließen ist.

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