Trotz hohem Luftdruck lösen sich in den kommenden Tagen die Nebelfelder in Fluss- und Seenähe nur zögerlich auf, so dass vielerorts eine grau-trübe Stimmung vorherrschen kann, während in höheren Lagen die Sonne von einem strahlend blauen Himmel herab scheinen und die Herbststimmung richtig gut in Szene setzen kann. Bleibt es neblig-trüb, bewegen sich die Temperaturen zwischen +7/+13 Grad, scheint hingegen für längere Zeit die Sonne, so wird es mit +13/+18 Grad richtig warm. Der Grund hierfür ist ein Hochdrucksystem über dem östlichen Europa und ein Tiefdruckkomplex auf dem Atlantik, so dass im Verbund beider Systeme das Zirkulationsmuster auf südliche Richtungen dreht und in der Höhe sehr warme Luftmassen über die Alpen nach Deutschland führen kann. So können die Temperaturen bspw. in 1.500 Meter Höhe auf bis zu +13 Grad ansteigen. Betrachtet man die Temperaturabweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert, so liegt diese im Bereich zwischen +1/+6 Grad (je nach Höhenlage).

Viele E-Mails erreichten uns in den letzten Tagen mit der Frage, wie lange dieses Hochdrucksystem noch anhalten wird und wann wieder mehr Abwechslung zu erwarten ist. In den letzten Tagen hat sich in den Simulationen der Wettermodelle zaghaft eine Abschwächung des Hochdrucksystems im Zeitraum zwischen dem 5./10. November abgezeichnet, welche durchaus den Einfluss von Tiefdruckausläufern bis nach Deutschland ermöglichen könnte. Diese Varianten werden heute erneut berechnet, so dass eine langsame Umstellung der Großwetterlage im Zeitraum 5./10. November nicht unwahrscheinlich ist.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so verlagert sich der hohe Luftdruck zunächst einmal passiv über das Mittelmeer und ermöglicht im Verbund mit der atlantischen Frontalzone ein südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster im Zeitraum 5./7. November, was den Tiefdruckeinfluss über dem Nordwesten höheren Spielraum als über dem Südosten ermöglicht. Interessant bleibt die Entwicklung im Bereich zwischen Grönland/europäisches Nordmeer und Barentssee/Karasee. Hier gelingt es einem Tiefdrucksystem den Kaltluftzustrom mit seiner Zugbahn in Richtung Karasee weiter nach Osten zu verlagern, so dass sich im Bereich Barentssee/Karasee der Tiefdruckwirbel positionieren und stabilisieren kann. In Folge daraus strebt das Hoch aus der Mittelmeerregion erneut nach Norden und beeinflusst wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zeitraum 6./8. November mit relativ milden Temperaturen erneut das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Allerdings sorgt der "Kaltluftkörper" für Schwankungen und zunehmende Variablen in der Systementwicklung, so dass in einem überwiegend meridional ausgerichtetem Muster (Süd-Nord, Nord-Süd) kalte Luftmassen über das östliche Europa nach Süden geführt werden können. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird. Zum heutigen Stand gelingt es dem Hochdrucksystem sich über Deutschland und Skandinavien zu behaupten, was in entsprechender Position die Advehierung der Kaltluftmassen in Zeitraum 10./15. November nach Deutschland ermöglichen könnte. In einer zweiten Variante flacht das Hochdrucksystem deutlich ab und die atlantische Frontalzone gewinnt mehr und mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich, bei der die Tiefdrucksysteme in raschen Abständen von West nach Ost ziehen und Wind, Regen und mäßig milde bis milde Temperaturen mit sich führen können.

Geht es nach der Simulation des europäischen Wettermodells, so ist die Ausgangslage und die Grobe Strukturentwicklung der Großwetterlage ganz ähnlich der des amerikanischen Wettermodells, so dass eine Hochdruckdominanz im ersten November-Drittel mit dem Einschub schwacher Störungen die wahrscheinlichste Variante bleibt. Erst darüber hinaus zeigt sich vermehrt Spielraum für andere Varianten, welche Abwechslung in das Wettergeschehen bringen können.

Geht es nach den Kontrollläufen, so zeigt sich bis zum 7./8. November eine schwache Niederschlagsentwicklung, welche zunächst über dem Nordwesten/Norden leicht ansteigt (Südwestwetterlage) um sich später im Zeitraum zwischen dem 9./14. November auch langsam auf die östlichen und südlichen Gebiete ausweiten kann. Das Temperaturspektrum geht dabei allgemein etwas zurück und liegt am 8. November zwischen +7/+16 Grad (Mittelwert: +13/+15 Grad) und am 14. November zwischen -1/+15 Grad (Mittelwert: +7/+9 Grad). Der Mittelwert nähert sich dabei bis zum 14. November seinem Jahreszeit-typischen Wert. Wie wird der Winter? Darauf gehen wir - beginnend ab morgen 17:00 Uhr an dieser Stelle - in einer dreiteiligen Reihe (Statistik, Verhaltensmuster & Setup der Randfaktoren) näher darauf ein.

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