Kann sich das in den kommenden Tagen verbreitet einstellende Winterwetter länger halten, oder ist es eher als ein kurzes Intermezzo zu bezeichnen? Dazu gibt es im Zeitraum zwischen dem 2./5. Januar unterschiedliche Ansätze - betrachten wollen wir hierzu die Randfaktoren. Der Polarwirbel ist und bleibt mit einen schwach neutralen AO-Index wenig stark ausgeprägt. Somit hat der Polarwirbel selbst ein höheres Potential für Wellenbewegungen entlang der Polarfront (Trogneigung). Der Blick auf den NAO-Index zeigt, dass dieser nach einer kurzen neutralen Phase in den ersten Januar-Tagen (3./4. Januar) wieder in die positive Richtung strebt. Sollte das passieren, wären die Verhältnisse zwischen Azorenhoch und Islandtief wieder hergestellt und es besteht daraus ein höheres Potential für eine Westwindzirkulation, wäre der NAO-Index hingegen negativ, so sind die Verhältnisse umgekehrt (vereinf. Hoch Island, Tief Azoren) und eine Troglage oder ein Skandinavienhoch wäre Chancenreicher. Wie ist der Stand zum El Niño Phänomen gemäß dem aktuellen ENSO-Bericht? Das bleibt in den letzten Wochen nahezu konstant:
There is an approximately 65% chance that El Niño conditions will be present during the Northern Hemisphere winter and last into the Northern Hemisphere spring 2015.*
Was macht das Warming in Stratosphärenhöhe? Das ist weiterhin präsent und erreicht mit -12 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt als mäßiges bis kräftiges Minor-Warming am 30./31. Dezember - nachfolgend strömen die "höhenwarmen" Schichten unter starker Abkühlung zum Polzentrum, so dass die Werte zum 4./5. Januar wieder auf -32/-40 Grad absinken können. Dieses Warming Konstrukt bleibt in den kommenden Tagen weiter unter Beobachtung, da der Übergang zu einem Major-Warming nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, zum aktuellen Stand aber weniger wahrscheinlich ist. Der Polarwirbel selbst zeigt in Ansätzen eine leichte Neigung zum splittähnlichen Zustand, was aber in Formvollendung von den Wettermodellen nicht simuliert wird. Eher das Gegenteil ist in einigen Simulationen im Zeitraum zwischen dem 5./10. Januar der Fall: der Polarwirbel kommt langsam in Schwung. Blickt man auf die "Kaltluftkörperverteilung" des Polarwirbels, so erkennt man in den ersten Januar-Tagen eine deutliche Konzentrierung der Höhenkälte zwischen der Karasee, dem Laptev-See und dem ostsibirischen Meer, welches sich zum 5. Januar allmählich in Richtung Grönland-See, Baffin Bay und Labradorsee verlagert, was mit einer höheren Aktivität des Wetters auf dem Atlantik gleichzusetzen ist. Fasst man die Faktoren zusammen, so ist im Witterungstrend erkennbar, dass die winterlichen Verhältnisse in den südlichen Regionen mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum 3./5. Januar anhalten können, während sich im Norden mit nasskalten Werten die mildere Atlantikluft bemerkbar machen kann. Darüber hinaus besteht im Zeitraum 5./10. Januar eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine aktive Westwindzirkulation bei einer überwiegend nasskalten Witterung (-1/+5 Grad). Ein weiterer Faktor - welcher auf statistischen Grundwerten beruht - ist der, dass nach einer "Kältewelle" mit bodennaher Auskühlung durch entsprechende Abstrahlung die Kälte bodennah konserviert, bzw. "selbst produziert" werden kann. Dazu ist allerdings eine gradientenschwache Wetterlage Grundvoraussetzung aus der sich nicht selten ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa oder Skandinavien bilden kann. Das wäre im Falle eines Eintreffens der entsprechende Gegenpol zum aktiven Atlantikwetter. Das ist bisweilen eher theoretischer Natur, da dieses Szenario in den Simulationen bisweilen nicht gezeigt wird. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) betragen am 5. Januar mit einen Nord-Süd Gefälle 40/40/20 im Norden und 65/35/0 im Süden und am 10. Januar 15/45/40 im Norden und 45/40/15 im Süden. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bspw. am 7. Januar zwischen -10/+6 Grad (Mittelwert: +1 Grad im Süden, +2 Grad im Osten und Westen und +3 Grad im Norden). Insgesamt zeigt sich nach den Kontrollläufen im Zeitraum 1./5. Januar nur eine geringe Niederschlagsneigung, welche im Zeitraum 4./10. Januar eine ansteigende Tendenz hat. Das Langfristmodell bleibt seinen Wetterprognosen der letzten Tage treu und simuliert einen leicht zu warmen Temperaturverlauf im Januar und im Februar eine normale bis leicht zu warme Tendenz hat. Im Niederschlagsverhalten zeigen beide Wintermonate eine leicht erhöhte Neigung.

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