Vom heutigen Dienstag bis einschließlich Donnerstag bleibt es mit tiefen Luftdruck über Deutschland unbeständig und mit zeitweiligen Niederschlägen kann gerechnet werden, welche am Mittwoch örtlich auch von Gewittern begleitet werden können. Von Freitag bis einschließlich Sonntag liegt Deutschland dann zwischen den Fronten eines Tiefdrucksystems auf dem Atlantik, einem Hoch zwischen Island und Grönland und einem weiteren Tief über Skandinavien. So kommt es zu einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Niederschlägen bei weiterhin ansteigenden und durchaus frühlingshaften Temperaturen.

Neuerlicher Kaltluftschub an den Eisheiligen zunehmend wahrscheinlicher

Es wird sich letzten Endes noch zeigen müssen, welches Wettersystem sich durchsetzen kann. Aber bereits seit Tagen berechnen die Wettermodelle eine durchaus höhere Wahrscheinlichkeit, als dass das Hochdrucksystem zwischen Grönland und Island im Verbund mit dem Tief über Skandinavien kalte Luftmassen nach Süden bis über Deutschland führen kann. Aber es gibt auch noch andere Varianten bei dieser komplexen Wetterentwicklung. Sollte sich bspw. das Hochdrucksystem über Grönland noch weiter nach Westen in Richtung Kanada verlagern können, so hätte das Tiefdrucksystem auf dem Atlantik leichtes Spiel, wärmere Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden zu führen. In der dritten Variante würde sich direkt über Deutschland eine Luftmassengrenze aufbauen können, welche die kalte Luft über dem Norden von der Warmen über dem Süden trennen kann.

Es ist also noch nicht sicher, ob es im Zeitraum vom 9. bis 13. Mai tatsächlich wieder kälter werden kann, jedoch zeigt das Temperaturspektrum der sog. Kontrollläufe eine klare Entwicklung auf. So liegt das Spektrum am 10. Mai zwischen +5 bis +21 Grad bei einem Mittelwert von +10 bis +11 Grad über dem Norden und Osten und +13 bis +14 Grad über dem Westen und Süden und stützt damit den klassischen Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen. Aber selbst wenn es zu den Eisheiligen zu kühleren Temperaturen kommen mag, lang halten können die sich in der fortgeschritten Jahreszeit nicht mehr. Wie sieht es mit Nachtfrost aus? Ausgeschlossen werden kann dieser über dem Norden und Osten vom 9. bis 13. Mai grundsätzlich nicht, ist aber zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich.

Der Frühling hat im zweiten Mai Drittel gute Chancen

Das Tiefdrucksystem auf dem Atlantik ist ein - wenn man so möchte - "Garant" für eine wärmer werdende Temperaturentwicklung. Warum? Das Hochdrucksystem wird über kurz oder lang seinen Einflussbereich auf das Wetter über Mitteleuropa verlieren und damit den Zustrom kalter Luftmassen mehr auf Grönland und den Atlantik konzentrieren können. Das regt die Tiefdruckproduktion westlich von Europa an und da schon ein recht kräftiges Tiefdruckgebiet weit südlich vor Mitteleuropa liegt, ist auch dies nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses weiter nach Osten verlagern und damit auf seiner Vorderseite frühlingshaft warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert diese zunehmend wärmere, aber auch feuchtere Variante im Zeitraum vom 13. bis 18. Mai und wird dabei von den Kontrollläufen weitgehend gestützt. So ist die Niederschlagsneigung vom 6. bis 10. Mai als schwach einzustufen und steigt vom 11. bis 18. Mai in den schwachen bis mäßigen Bereich an. Gleichzeitig steigt aber im Zeitraum vom 13. bis 18. Mai das Temperaturspektrum stetig an und kann ab dem 13. Mai auch über dem langjährigen Mittelwert im leicht zu warmen Bereich liegen. Das nachfolgende Diagramm zeigt die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm und bestätigt mehrheitlich - trotz der möglichen Eisheiligen - einen durchaus positiv zu bewertenden Temperaturtrend im zweiten Mai Drittel.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 2. Mai

Langfristmodell mit Korrekturen zum Mai, unverändert zum Sommer 2017

Aufgrund der aktuell für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturen und auch auf eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit der Wettersingularität der Eisheiligen reagiert das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose für letzten Frühlingsmonat Mai. So wird die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich simuliert, wobei die wärmeren Werte über dem Süden und die kühleren über dem Norden berechnet werden.

Für das Wetter im Sommer zeigen sich keine großartigen Veränderungen in den Berechnungen des Langfristmodells gegenüber den letzten Tagen. So soll demnach der Juni und Juli mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm und der August mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal ausfallen, mit der Tendenz auch leicht zu kühl auszufallen. In der Niederschlagsberechnung zeigen sich nur geringe Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert und liegen in der Tendenz im leicht positiven, also zu nassen Bereich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 02. Mai 2017

Was berechnen andere Langfristmodelle für den Sommer?

  • Das Langfristmodell des DWD berechnet im Trend einen etwa um +0,5 bis +1 Grad zu warmen Sommer.
  • Die NASA simuliert den Juni mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad zu warm, den Juli mit +1 bis +2 Grad noch etwas wärmer, während der August auch hier mit -0,25 bis +0,5 Grad weitgehend normal berechnet wird.
  • In der Wetterprognose des IRI-Langfristmodells hat der Sommer eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 50 Prozent zu warm auszufallen.
  • Ähnlich wie das IRI berechnet auch das METOffice den Sommer 2017 mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent, teils bis 80 Prozent zu warm auszufallen.

Fazit:

Nachdem es gut 20 Jahre her ist, als ein Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfiel, so hat auch der Sommer 2017 eine hohe Wahrscheinlichkeit zu warm auszufallen. Gestützt wird dies zum heutigen Stand durch nahezu alle Langfristmodelle. Aber: die Simulationen entsprechen dem Schnitt der Monate von Juni bis August und es ist nicht auszuschließen, dass ein längerer Zeitraum im Sommer auch durchwachsen und kühl ausfallen kann.

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