Wetter Sommer 2017 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2017 - Wetter­prognose vom 1. Mai: Kaltluft­einbruch zu den Eisheiligen nicht unwahr­scheinlich

Vom heutigen Montag bis einschließlich Donnerstag liegt ein Tiefdrucksystem direkt über Deutschland und sorgt bei starker - teils auch wechselnder Bewölkung - für häufigen Niederschlag, welcher örtlich auch kräftiger und länger andauernd ausfallen kann. Zwischendurch sind vor allem über dem Süden und über dem Osten auch mal sonnige Momente möglich. Ab Freitag löst sich das Tiefdrucksystem auf und die Sonne kann von Süden vermehrt zum Vorschein kommen. Die Temperaturen steigen im Wochenverlauf an und erreichen vom heutigen Montag mit +7 bis +15 Grad (örtlich bis +18 Grad) bis zum kommenden Wochenende +11/+16 Grad, örtlich bis +20 Grad für die Jahreszeit durchaus typische Werte.

Kommt die nächste Kältewelle zu den Eisheiligen?

Betrachtet man die Entwicklung der Großwetterlage, so liegt nach den Berechnungen der Wettermodelle am 6. Mai ein kräftiges Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland und ein ebenso kräftiges Tiefdrucksystem zwischen Island und den Azoren. Beide Wettersysteme halten sich die Waage und bleiben bis zum 10. Mai Ortsfest: das Hoch kommt nicht weiter nach Westen und das Tief nicht weiter nach Osten voran. So kommt die Veränderung nach den Berechnungen der Wettermodelle von Norden und das passend zum Zeitraum der Eisheiligen, wo es - statistisch gesehen - des Öfteren einen Kaltlufteinbruch aus nördlichen Richtungen geben kann. Am östlichen Hochdruckgradienten kann kalte Luft arktischen Ursprungs in Richtung Skandinavien geführt werden und initialisiert dort - Aufgrund der hohen Temperaturunterschiede - ein weiteres Tiefdrucksystem, was die Kaltluftmassen noch etwas weiter nach Süden - bis über Deutschland - transportieren könnte.

Die Betonung liegt auf könnte, da zum heutigen Stand noch nicht abschätzbar ist, ob die kalte Luft tatsächlich auch Deutschland erreichen wird. Klar ist allerdings zum heutigen Stand, dass - wenn dies der Fall sein sollte - die Wahrscheinlichkeiten über dem Norden höher als über dem Süden einzustufen sind. Denn auch die Hochdruckachse spielt eine entscheidende Rolle und eine kleine Veränderung würde dem Tiefdruckgebiet auf dem Atlantik eine Verlagerung nach Osten erlauben und statt kühle Temperaturen wären frühlingshaft milde Werte über Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich.

Doch wie wahrscheinlich ist dieser Kaltlufteinbruch? Die Kontrollläufe bestätigen seit ein paar Tagen eine höhere Wahrscheinlichkeit für zurückgehende Temperaturen. So liegt das Temperaturspektrum am 9. Mai zwischen +6 bis +20 Grad (Mittelwert: +12 Grad über dem Westen und Süden und +9 bis +11 Grad über dem Osten und Norden). Der Mittelwert wäre demnach gegenüber dem Jahreszeit typischen Wert um 1 bis 5 Grad zu kalt. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit als hoch einzustufen. Ist nochmal Nachtfrost möglich? Grundsätzlich auszuschließen ist das nicht, aber zum heutigen Stand wenig wahrscheinlich.

Und wie entwickelt sich das zweite Mai Drittel?

Sollte der Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen kommen, so hält sich dieser Erfahrungsgemäß nicht mehr sehr lange. Von einer Kältewelle wie im April ist zum heutigen Stand nicht auszugehen. So berechnet das amerikanische Wettermodell im Zeitraum vom 11. bis 17. Mai eine Verlagerung des Tiefdrucksystems auf dem Atlantik in Richtung Island und England und sorgt dafür, dass der Einfluss des Hochdrucksystems auf das Wetter über Mitteleuropa schwindet. In Folge gelangt Deutschland auf die warme, aber auch feuchte Vorderseitenanströmung des Tiefdruckgebietes. Mit anderen Worten sind im zweiten Mai Drittel frühlingshaft warme Temperaturen wahrscheinlicher, als zu kalte Werte, was sich im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm besser darstellen lässt:
Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 1. Mai

Sommer 2017 durchwachsen, im Trend zu warm

Dass es über dem Norden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zum Beginn des zweiten Mai Drittels nochmals kälter werden kann, berechnet auch das Langfristmodell in seinem heutigen Wettertrend. So kann die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +0,5 Grad etwa östlich der Linie Bremen - Dresden im normalen Bereich liegen. Weiter westlich liegt die Abweichung mit +0,5/+1 Grad weiterhin im leicht zu warmen Bereich.

Für den Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell im Juni und Juli eine Abweichung von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen und für den August mit -0,5 bis +0,5 Grad einen normalen Temperaturverlauf. Schaut man auf die Niederschlagsentwicklung, so ergibt sich nach den Berechnungen des Langfristmodells ein einheitlicheres Bild - alle Sommermonate werden unauffällig gegenüber dem Sollwert simuliert, sind aber in ihrer Tendenz leicht positiv, was im Fazit und zum heutigen Stand auf einen durchwachsenen Sommer schließen lässt.

Schaut man sich die Entwicklung der Sommermonate über Europa an, so berechnet das Langfristmodell im Juni und Juli von Skandinavien über Deutschland bis über das östliche Europa einen leichten Temperaturüberschuss von +0,5 bis +1 Grad, sonst liegt die Abweichung meist im normalen Bereich, kann aber über dem westlichen Europa (Spanien und Portugal) auch leicht ins Negative tendieren. Für den August gibt es keine Tendenz, weder in die warme, noch in die kalte Richtung.
In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich im Juni und Juli der Norden und auch der Osten von Europa zu trocken, was auf eine Hochdruckdominanz über diesen Regionen hindeutet. Über Westeuropa zeigt sich indes - zum heutigen Stand - eine positive Niederschlagsneigung (zu nass). Für den August wird noch über der Region Barentssee eine zu trockene Tendenz berechnet, während nach Westen die Niederschlagsneigung zunehmen und untern Strich positiv ausfallen kann. Anders formuliert: im Juni und Juli liegt Deutschland mit einer höheren Wahrscheinlichkeit am westlichen Rand von Hochdrucksystemen über dem östlichen Europa und Skandinavien. Im Verbund mit Tiefdrucksystemen vom Atlantik kommend wäre daraus eine Grundströmung aus südwestlichen Richtungen wahrscheinlich. Im August zieht sich die Hochdruckdominanz weiter nach Nordosten zurück und ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Spielraum und könnte unter Umständen auch eine mäßig warme und unbeständige Westwetterlage herbeiführen. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten.
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 01. Mai 2017

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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