Wetter im Frühling und Sommer 2017 - Wetter­prognose vom 20. April: Aufwärts­trend im Mai

| M. Hoffmann

Bis Ende April und möglicherweise auch noch Anfang Mai könnte das meridionale Strömungsmuster für Deutschland wetterbestimmend sein. Zwar gibt es durchaus auch Tage, welche kurzzeitig auch wärmer werden können, nachfolgend fließen aber aus nördlichen Richtungen immer wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland, so dass der Mittelwert der Temperaturen vom 26. April bis zum 1. Mai in dem für die Jahreszeit zu kalten Bereich liegen kann. Eine deutlichere Erwärmung der Temperaturen stellen die Wettermodelle erst im Zeitraum danach in Aussicht.

Der Umbau der Großwetterlage beginnt. Auch heute Nachmittag berechnete das amerikanische Wettermodell einen Erhalt der Kaltluftzufuhr bis zum 1. Mai. Variable Veränderungen können sich aber insbesondere noch für die südlichen Regionen ergeben, welche noch in den "Genuss" wärmerer Luftmassen gelangen könnten. So ist auch der Temperaturtrend der letzten Tage als stets positiv zu bewerten und bestätigt sich auch heute erneut. Maßgeblich daran beteiligt ist ein Umbau der Großwetterlage. So verlagert sich das bis dahin dominierende Hochdrucksystem zwischen England, Island und den Azoren weiter nach Süden und kann mit Hilfe eines kräftigen Tiefdrucksystems zwischen Neufundland und Grönland zum 28./29. April nach Südosten, bzw. Osten weggedrückt werden. So verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt weiter über das östliche Europa und positioniert sich im Zeitraum von 2./4. Mai über dem skandinavischen Raum.
So kommen die teils kräftigen Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik nicht weiter nach Osten voran und "tropfen" vor Mitteleuropa nach Süden ab. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz könnten somit Anfang Mai in den Zustrom sehr warmer Luftmassen aus südlichen Richtungen gelangen. Wie warm könnte es werden? Simuliert werden zum aktuellen Stand am 4./5. Mai Temperaturwerte von +17/+22 Grad, welche für die Jahreszeit durchaus angemessen sind.

Im Frühling zeigen sich oftmals noch kräftige Schauer

Der Temperaturtrend ist bereits seit einigen Tagen für Anfang Mai positiv und bestätigt sich auch heute. So normalisiert sich das Temperaturspektrum Anfang Mai und steigt darüber hinaus sogar in den leicht positiven Bereich an. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Temperaturdiagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm:
Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 20. April 2017
Zusammenfassung: Ein Ende der für die Jahreszeit zu kalten Temperaturen ist in Sicht und vieles deutet auf wärmere Temperaturen in den ersten Mai-Tagen hin.

Wettertrend: Frühling und Sommer 2017 zu warm

Schaut man sich die durchschnittliche Temperatur der bereits vergangenen April-Tage an, so liegt der Mittelwert mit einer Abweichung von +0,9 Grad noch immer im zu warmen Bereich - trotz der vergangen kalten Tage und zeigt, wie hoch der Überschuss aus den ersten April-Tagen war. Aber keine Frage, sollte sich die kalte Luft nun bis Ende April halten können, so wird der April letztlich zu kalt ausfallen können. Allerdings wird er den Überschuss von +3,7 Grad vom Rekord-März auch mit einem deutlich zu kalten April nicht mehr abgebaut werden können, so dass die Wahrscheinlichkeit insgesamt als sehr hoch einzustufen ist, als dass der Frühling 2017 am Ende zu warm ausfallen kann. Das Langfristmodell simuliert für den Mai eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich - auch das stützt letztlich einen zu warmen Frühling, auch wenn dieser derzeit subjektiv vielen anders vorkommen sollte.
Für den Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell mit einer Abweichung von +1/+2 Grad einen deutlich zu warmen Juni, mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad einen leicht zu warmen Juli und mit -0,5/+1 Grad einen normalen August mit dem Trend leicht zu warm auszufallen. Im Schnitt fällt somit der Sommer 2017 zum heutigen Stand zu warm aus. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich gegenüber dem langjährigen Sollwert kaum Abweichungen und ist im Trend eher leicht zu trocken zu bewerten.
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 20. April 2017

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Das Wetter-Jahr 2023 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2023 +3,6 +4,1 +2,7 69,2 l/m² - etwas zu nass
Februar 2023 +3,2 +2,8 +1,7 42,7 l/m² - etwas zu trocken
März 2023 +5,7 +2,2 +1,1 80,6 l/m² - deutlich zu nass
April 2023 +7,54 +0,2 -1,4 64,5 l/m² - leicht zu nass
Mai 2023 +13,1 +1,0 +0,0 44 l/m² - extrem zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2023 +6,6 +2,1 +1,0 310 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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