Wetter Juni - Wetterprognose vom 22.05.2021: Wie startet der Sommer - Turbulent kühl oder sommerlich warm?

Sommerlich warmes Mischwetter?
Sommerlich warmes Mischwetter?

Wann kommt der Sommer? Die Vorhersage-Modelle berechnen eine Wetterlage, die das Potential sommerlicher Temperaturen zulässt, doch von einem stabilen Sommerwetter im Juni noch ein Stück entfernt sind.

Turbulent. Nach dem Sturmtief an Pfingsten kommt das Wetter nicht zur Ruhe. Von Dienstag bis einschließlich Donnerstag dreht sich nach der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle ein Tiefdrucksystem über Deutschland ein und sorgt für einen Fortbestand der unbeständigen Witterung.

Viele Wolken, etwas Sonnenschein, Wind und Regen

Pfeift der Wind aktuell noch kräftig aus westlichen Richtungen über Deutschland hinweg, so beruhigt sich dieser zum Pfingstmontag und gewinnt bis zur Wochenmitte erneut an Intensität. Kräftig, böig und unangenehm kommt dieser aus westlichen Richtungen herangeweht und treibt viele Wolken und Schauer über das Land. Zwischen den Schauern sind sonnige Abschnitte möglich. Die Temperaturen erreichen am Pfingstmontag mit +16 bis +21 Grad und örtlich bis +23 Grad die höchsten Werte und sinken bis zum Dienstag auf +10 bis +15 Grad ab, wobei über dem Osten und Süden bis +18 Grad möglich sein können. Die Nächte sind mit +3 bis +8 Grad kühlschranktauglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Pfingsten und Wetter Mai 2021.

Ein Tief dreht sich nach Pfingsten zwischen Skandinavien und Deutschland ein
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Ein Tief dreht sich nach Pfingsten zwischen Skandinavien und Deutschland ein
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Der Frühling ist normal

Der Frühling hatte bisweilen nur kurze Erscheinungsphasen und nach einem zu warmen März und einen zu kalten April und Mai ist der Frühling in seiner Gesamtbilanz um -0,42 Grad zu kühl und liegt damit im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 im normalen Bereich (-0,5 | +0,5). Er hat aber das Potential nach 2013 (Abweichung: -0,98 Grad) und 1996 (Differenz: -0,8 Grad) als der dritte zu kalte Frühling in den letzten 30 Jahren in die Geschichte einzugehen. Mehr Daten und Fakten zum Wetter Frühling.

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Die Großwetterlage bis Juni 2021

Nun dreht sich in der kommenden Woche ein Tief über Deutschland ein, was sich in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle der letzten Tage ableiten ließ und der Sommer über Deutschland bis Anfang Juni wohl keinen Fuß in die Türe bekommen sollte. Doch was folgt in der ersten Junidekade - welche Chancen hat der Sommer - kommt das Sommerhoch oder dominiert der Trog das Wetter im ersten Sommermonat und sorgt für eine Erhaltungsneigung?

Langsame Umstellung der Großwetterlage?

Viele Fragen und die Vorhersage-Modelle lassen in ihren Wetterprognosen viele Antworten zu. So einfach wird es nicht, zumal die meridionale Grundströmung nicht nur das Wetter im Winter und Frühling, sondern im weitesten Sinne die letzten 13 Monate dominiert hat. Damit sich grundsätzlich was verändert, muss viel passieren und das ist für den Moment nicht in Sicht. Eine meridionale Grundströmung wird das Wetter in der ersten Junidekade noch dominieren können.

Warm oder kalt?

Meridionale Wetterlagen sind definiert als Nord-Süd oder Süd-Nord-Strömung und letztlich entscheidet die Position eines Tiefdrucksystems und eines Hochdruckgebietes in welche Grundströmung Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen.

Betrachtet man die Wettervorhersagen beider Prognose-Modelle bis zum 1. Juni, so erkennt man die Unterschiede. Nach dem europäischen Wettermodell dreht sich das Tief über Mitteleuropa ein und bleibt das dominierende Wetterelement. Die Temperaturen erreichen Anfang Juni unterdurchschnittliche +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad. Dazu gibt es immer wieder Schauer.

Nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells gelingt es dem Trog nicht mehr sich einzudrehen und geht in ein Tiefdrucksystem zwischen Skandinavien und Deutschland über. Aus westlichen Richtungen werden mit +15 bis +20 Grad und örtlich bis +23 Grad wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt und da sich von Westen ein Hochdrucksystem annähert, lässt die Niederschlagstätigkeit bis zum 1. Juni nach.

Erhaltungsneigung oder Umstellung der Großwetterlage - die Vorhersage-Modelle sind sich nicht einig
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Erhaltungsneigung oder Umstellung der Großwetterlage - die Vorhersage-Modelle sind sich nicht einig
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Sommerwetter im Juni?

Nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells agiert das Tief als Störimpuls und verhindert, dass sich das Sommerhoch über Deutschland positionieren kann. Stattdessen wird der Zusammenschluss mit dem Kontinentalhoch erprobt. Nach den Amerikanern wird diese Hochdruckbrücke nur angedeutet. In beiden Fällen aber dominieren Tiefdrucksysteme Anfang Juni das Wetter über Deutschland, was den Wettertrend der letzten Tage eines Mischwetters erneut betätigt. Nein - mit einem stabilen Sommerhoch ist so schnell nicht zu rechnen.

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Sommerlich warm?

Wie aber steht es um die Temperaturen - können die in den sommerlich warmen Bereich ansteigen? Möglich ja und schaut man sich die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bis zum 7. Juni an, so sieht man, wie das funktionieren kann.

Durch den Umstand, dass die Hochdruckzone über Skandinavien nicht zustande kommt, zieht sich das Hoch auf dem Atlantik nach Westen zurück und das Kontinentalhoch dehnt sich weiter nach Westen aus. Deutschland gelangt in eine Mischwetterzone, die zum einen aus dem blockierenden Hoch über dem östlichen Europa und zum anderen von den Tiefdrucksystemen besteht, die sich Deutschland von Westen nähern.

Auf der Vorderseite des Tiefdrucksystems werden mithilfe des osteuropäischen Hochdrucksystems warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Europa geführt, was die Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad ansteigen lassen kann. In Schauer- und Gewitternähe können die Werte auf bis +15 Grad zurückgehen. Ja, sommerliche Temperaturen sind im Juni 2021 möglich.

Das Hoch auf dem Atlantik zieht sich zurück, ein Hoch über Osteuropa rückt nach Westen vor und im Verbund mit einem Tief vor Europa werden sommerlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch auf dem Atlantik zieht sich zurück, ein Hoch über Osteuropa rückt nach Westen vor und im Verbund mit einem Tief vor Europa werden sommerlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt
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Auf den Punkt gebracht: Schaukelsommer

Sommerliche Temperaturen sind Anfang Juni nicht unmöglich, doch wird das mit einer Tiefdruckvorderseite erkauft, was labile Luftschichten und damit Schauer und Gewitter nach Deutschland führt.

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Die Kontrollläufe sind in den letzten 24 Stunden etwas verhaltener geworden und geben einer trogdominierten Erhaltungsneigung einen größeren Spielraum. Das sollte man - trotz der sommerlichen Temperaturaussichten - nicht außer Acht lassen. Anders formuliert sind deutlich höhere Temperaturen möglich, aber nicht gesichert.

Die Kontrollläufe berechnen einen Durchschnittswert, der im Zeitraum vom 25. bis 28. Mai unter dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 im zu kühlen Bereich liegt und vom 29. Mai bis 7. Juni in den normalen und im Trend leicht zu warmen Bereich übergehen kann. Wunder sollte man vom Sommer so schnell nicht erwarten.

Mischwetter im Juni

Schaut man sich noch schnell die Niederschlagsprognose an, so ist diese bis zum 28. Mai als mäßig hoch zu bewerten und schwächt sich im Juni in den leicht erhöhten Bereich ab. Das bestätigt den Wettertrend einer Mischwetterlage der letzten Tage!

Die Umstellung der Großwetterlage im Juni - Mischwetter ist zu erwarten
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Die Umstellung der Großwetterlage im Juni - Mischwetter ist zu erwarten
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
28. Mai +7 bis
+25 Grad
+16 bis
+19 Grad
1. Juni +9 bis
+25 Grad
+17 bis
+19 Grad
6. Juni +9 bis
+30 Grad
+18 bis
+20 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wettertrend Juni 2021 nach dem Langfristmodell

Die Prognosen sind in den letzten Tagen stabil geblieben. Eine Hitzewelle wird nach wie vor nicht berechnet, wenngleich Hitzephasen nicht ausgeschlossen sind. Stattdessen sind es moderate Temperaturen, die den Juni dominieren wollen und im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +0,5 bis +1,5 Grad zu warm ausfallen können (91/20: -0,5 bis +0,5 Grad). Die Niederschlagsprognose wurde korrigiert und ist im Trend zu trocken und über Süddeutschland deutlich zu trocken.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten im Juni

Statistische Wetterwerte für Juni

  • Zum Beginn oftmals warmes Hochdruckwetter
  • Anschließend zwischen dem 4. und 20. Juni sehr häufig wechselhaftes und kühles Wetter (Schafskälte - vermehrt um den 11. Juni)
  • Erste - schwere - Unwetter sind in diesem Zeitraum möglich
  • Warmes Hochdruckwetter wieder ab dem 25. Juni
  • Zeitraum des Siebenschläfertages beginnt am 25. Juni

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