Für die kommenden Tage berechnet das amerikanische und auch europäische Wettermodell noch einen wechselhaften Wettercharakter, wobei die Temperaturen ab Sonntag bis zum Dienstag kommender Woche von Süden her in den sommerlich warmen und ab Mittwoch in den sommerlich heißen Bereich ansteigen können. Begleitet wird die Sommerwärme von Schauern und Gewittern unterschiedlichster Intensität und im Schwerpunkt über Süddeutschland (Mehr Details hierzu in der aktuellen Wettervorhersage Juli 2017).

Sommerliches Wetter bis Ende Juli?

Für das letzte Juli Drittel berechnen die Wettermodelle eine Großwetterlage, welche für den Sommer nicht untypisch ist, aber stabile Sommerwetterlagen weniger wahrscheinlich macht. So liegt auch nach den Simulationen von heute Nachmittag ein Tiefdruckzentrum im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien, während hoher Luftdruck versucht, sich über Mitteleuropa zu stabilisieren. In einigen Berechnungen der Kontrollläufe gelingt das auch, in der Mehrzahl der Simulationen aber verbleibt Deutschland in einer schwül-warmen Süd- bis Südwestanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bis Ende Juli durchaus im sommerlich warmen Bereich belassen kann, die Schauer- und Gewitterneigung aber generell als hoch einzustufen ist.

Wetterentwicklung Anfang August 2017

Ende Juli und Anfang August fangen in den südlichen Landesteilen die Sommerferien an und bei uns häufen sich derzeit die Anfragen per E-Mail, wie denn das Wetter im August 2017 werden wird. Betrachtet man den bisherigen Verlauf des Sommers, so war dieser gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm, aber auch durchwachsen. Eine stabile Sommerwetterlage hat sich bislang noch nicht durchsetzen können.
Die Wetterentwicklung in der letzten Julidekade hat zum heutigen Stand durchaus das Potential für ein autarkes Hochdrucksystem über Mitteleuropa oder Skandinavien und sollte das eintreten, so könnte sich bis in den August hinein ein stabiles Sommerhoch - passend zur Wettersingularität der sog. Hundstage - durchsetzen.

Was spricht für ein stabiles Sommerhoch im August?

Die Erhaltungsneigung und das Ausgleichsverhalten. Seit Juni gibt es durch die fehlende Hochdruckstabilität ein stetes Auf und Ab der Temperaturen bei einem abwechslungsreichen Wettercharakter. Da dies nun schon seit knapp 6 Wochen nahezu ununterbrochen anhält und sich die Wetterlage stets erneuert, spricht man von einer Erhaltungsneigung.
Das Gegenteil der Erhaltungsneigung ist das Ausgleichsverhalten, bei der sich die Wetterverhältnisse umkehren. Bspw. kann aus einer längeren wechselhaften Wetterphase eine trockene nachfolgen, bzw. aus zu kühlen Temperaturen können zu warme werden und umgekehrt. Wobei Niederschlag und Temperaturen bei diesem Phänomen getrennt voneinander betrachtet werden müssen (Aus zu warm und zu trocken kann zu warm und zu nass werden). Mit anderen Worten steigt mit einem möglichen Ausgleichsverhalten Ende Juli / Anfang August die Wahrscheinlichkeit für eine stabile Hochdruckwetterlage an und ist im Wettertrend für den August zum heutigen Stand höher als eine zu kühle Variante zu bewerten.

Was spricht für einen wechselhaftes Wetter im August 2017?

Der Siebenschläferzeitraum Anfang Juli war durchwachsen und zu kühl. Der Siebenschläferzeitraum hat insbesondere über dem Süden mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis teils 80 Prozent eine hohe Trefferquote vorzuweisen. Gut möglich also, als dass sich das Auf und Ab der Temperaturen bei einem durchwachsenen Wettercharakter auch beim Augustwetter noch durchsetzen kann und somit das Wetter im Sommer maßgeblich prägt.
Ein zweiter Randfaktor, welcher gegen ein stabiles Sommerhoch spricht, ist der sich abschwächende Zyklus der Sonnenaktivität. Stark vereinfacht ausgedrückt: "Wenn Sonnenflecken im Minima sind, strahlt die Sonne weniger UV-Strahlung. Weniger Strahlung bedeutet geringere Erwärmung der Erdatmosphäre, die eine Änderung in der Zirkulation der beiden niedrigsten Atmosphäre hervorruft, der Troposphäre und Stratosphäre…"
Ein dritter Randfaktor ist die Lage des Jetstreams, welcher bis in die ersten Augusttage hinein von Neufundland bis nach Frankreich und England weit nach Süden geführt wird. Für ein stabiles Sommerhoch sollte der Jetstream sich im Bereich zwischen Neufundland, Grönland und Island bewegen.

Sonnenaktivität und Sonnenzyklus 2017
Sonnenfleckzyklus © NASA

Wettertrend August 2017 - die Simulationen der Langfristmodelle

Die aktuellen Wetterprognosen der Langfristmodelle stützen eine höhere Wahrscheinlichkeit eines durchwachsenen, aber durchaus warmen Verlauf des Augustwetters. So berechnet das Langfristmodell der NASA mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,25 bis +2 Grad einen zu warmen Temperaturverlauf im August. Das Langfristmodell der NOAA stützt in seiner Wettervorhersage mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad einen normalen Temperaturverlauf, wobei im Trend die Abweichung im August mit bis +1 Grad eher im leicht zu warmen Bereich liegen kann.

Zusammenfassung

  • Stabiles Sommerhoch nicht unwahrscheinlich
  • Wahrscheinlicher ist jedoch eine Fortsetzung des durchwachsenen und zu warmen Wetters im August mit einem steten Auf und Ab der Temperaturen
  • Jetstream liegt nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle Anfang August zu weit südlich und spricht gegen stabile Wetterverhältnisse
  • Langfristmodelle mit einer zu warmen Augustprognose bei einem normalen Niederschlagsverhalten

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter im August 2017 erfolgen in Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen ab Mitte Juli an dieser Stelle. Die nächste Aktualisierung erfolgt am Sonntag, den 16. Juli gegen 17:00 Uhr.

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