Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Herbst und Winter 2020/2021 - Warm, windig, kühl, nass, trocken oder stürmisch? Der Herbst ist Abwechslungsreich!

Der Herbst zeigt sich von seiner abwechslungsreichen Seite
Der Herbst zeigt sich von seiner abwechslungsreichen Seite

Der Herbst macht sich zunehmend bemerkbar und der anfängliche Temperaturüberschuss wird allmählich abgebaut. Doch mit dem Beginn der zweiten Oktober-Dekade zeichnet sich eine Veränderung der Großwetterlage ab, die zunächst in den Vollherbst, nachfolgend aber in den goldenen Oktober führen könnte.

Herbstlich zeigt sich er Oktober bisweilen - zumindest aus subjektiver Sicht. Bei genauerer Betrachtung der Fakten stellt sich heraus, dass die ersten Oktober-Tage mit einer Abweichung von +3,3 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (1961-1990) deutlich zu warm und mit einer Niederschlagssollerfüllung von 7 Prozent deutlich zu trocken ausgefallen sind.

Das verändert sich in den kommenden Tagen. Die Temperaturen gehen auf +12 bis +16 Grad zurück und können mit einer länger andauernden Schaueraktivität auf +8 bis +13 Grad absinken. Somit kann der Temperaturüberschuss bis zum Wochenende weiter abgebaut werden. In der Niederschlagsprognose ist immer wieder mit Regenschauern zu rechnen, die regional in ihrer Intensität unterschiedlich ausfallen können und bis zum Wochenende für Abwechslung sorgen können. Mit länger andauerndem Niederschlag ist am Donnerstag zu rechnen. Der Wind kommt frisch bis mäßig aus überwiegend westlichen bis südwestlichen Richtungen und kann phasenweise stürmisch auffrischen. Über den Küstenregionen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind zum Wochenende schwere Sturmböen nicht auszuschließen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober.

Ein Trog bestimmt die Wetterentwicklung über Mitteleuropa
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Trog bestimmt die Wetterentwicklung über Mitteleuropa
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Die Randtiefentwicklung

Seit Tagen ein Thema, doch ob die Randtiefentwicklung zum Wochenende kommt und wie sie sich auf die weitere Wetterentwicklung wird auswirken können, bleibt noch abzuwarten. Im Vergleich zu den letzten Tagen wurde das Randtief heute etwas schwächer berechnet und verliert über Mitteleuropa an Dynamik. Der Wind kann einem am Wochenende dennoch kräftig ins Gesicht blasen - vor allem, wenn man sich an den Küstenregionen befindet Windprognose).

Die Randtiefentwicklung zeigt sich auf dem Atlantik
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Randtiefentwicklung zeigt sich auf dem Atlantik heute etwas schwächer berechnet
© www.meteociel.fr

Herbstwetter

Ab dem 10. Oktober sorgt das Randtief für eine Verstärkung des Zentraltiefs, dass sich zwischen England und Skandinavien positioniert. Gleichzeitig strebt das Azorenhoch nach Norden auf und initialisiert - im Verbund mit dem Tief - eine meridional verlaufende Grundströmung (Nord-Süd; Süd-Nord). Im Zeitraum vom 10. bis 15. Oktober tropft das Tief nach Süden ab und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen kühlen und wechselhaften Wettercharakter, der phasenweise auch windig sein kann. Herbstwetter eben.

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Der goldene Oktober

Trotz der Trogausbildung über Mitteleuropa ist der goldene Oktober nicht vom Tisch. Auf dem Atlantik ist die Tiefdruckdynamik als hoch einzustufen und so gerät die Atlantikblockade des Azorenhochs zur Monatsmitte allmählich ins Wanken, was zu drei Lösungsszenarien führt. Eine davon ist die anhaltende Trogwetterlage, bei der sich der Herbst so richtig austoben kann. Die anderen beiden Varianten sind etwas komplexer.

Im Ansatz golden, im Ergebnis durchwachsen

Allen voran die Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Das Azorenhoch weicht im Zeitraum vom 13. bis 15. Oktober nach Osten - in Richtung Europa - aus und strebt bis zum 16. Oktober in Richtung Skandinavien. Zum 17. Oktober gelingt es dem Hoch sich über dem skandinavischen Raum in autarker Formation zu positionieren. Das ist ein wesentlicher Baustein für den goldenen Oktober, doch so weit ist es noch lange nicht. Im Prozess der Hochdruckausbildung wird ein Tief über Südeuropa (der vormalige Trog) eingeschlossen. Und genau dieses Tief wirbelt am südlichen Gradienten des Hochdrucksystems herum und beeinflusst das Wetter phasenweise über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In einer weitgehend gradientenschwachen Wetterlage kommt es immer wieder zu Schauern bei Tageswerten, die mit starker Bewölkung kaum mehr wie +10 Grad und mit Sonnenschein bis +18 Grad erreichen können. Aufgrund der Lage der Wettersysteme ist über Süddeutschland mit mehr Wolken zu rechnen, während über der Nordhälfte häufiger die Sonne zum Vorschein kommen kann.

Das Hoch über Skandinavien ist ein Ansatz, doch das eingeschlossene Tief verhindert den goldenen Oktober
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch über Skandinavien ist ein Ansatz, doch das eingeschlossene Tief verhindert den goldenen Oktober
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Ungewöhnlich warme Trogvorderseite

In der dritten Variante zieht sich das Azorenhoch zum 15. Oktober nach Westen zurück und der Trog über Mitteleuropa verlagert sich raus auf den Atlantik. Vom 16. bis 23. Oktober gelangt Mitteleuropa zunehmend in den Einflussbereich der Vorderseitenanströmung des Troges, die phasenweise recht warm ausfallen kann. Simuliert werden nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bspw. für den 21. Oktober Werte zwischen +15 bis +20 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +23 Grad möglich.

Die ungewöhnlich warme Vorderseitenanströmung des Troges
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die ungewöhnlich warme Vorderseitenanströmung des Troges
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Warm, kalt, windig oder doch sonnig?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Der Grund ist einfach - es ist sowohl als auch zu erwarten. Die erste Oktober-Dekade wird - gemessen am vieljährigen Mittelwert - etwas zu warm ausfallen können. Mit Beginn des zweiten Oktober-Drittels aber bestätigen die Kontrollläufe den von den Wettermodellen simulierten Temperaturrückgang. Im Zeitraum vom 11. bis 15. Oktober ist sogar mit einer leicht bis mäßig zu kühlen Witterung zu rechnen.

Vom 15. bis 20. Oktober wandelt sich der Temperaturcharakter und pendelt sich auf ein für die Jahreszeit leicht zu warmes Niveau ein. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells gehört mit Abstand zu den wärmsten Varianten, die zwar plausibel aber letztlich wenig wahrscheinlich ist. Zumindest zum aktuellen Stand.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
12. Oktober +6 bis
+17 Grad
+8 Grad bis
+13 Grad
16. Oktober +5 bis
+17 Grad
+9 bis
+13 Grad
21. Oktober +5 bis
+19 Grad
+11 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen Oktober 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Immer wieder

Bedingt durch die Tiefdruckposition bekommt der Westen und Nordwesten und der Süden von Deutschland den meisten Niederschlag ab. Da dieser aber zumeist in Schauerform niedergeht, ist nicht mit einer flächendeckenden gleichmäßigen Verteilung zu rechnen. Tendenziell werden über den östlichen Landesteilen deutlich weniger Regensummen simuliert. Im Schnitt sind Summen zwischen 10 bis 25 l/m² zu erwarten.

Immer wieder ziehen Schauer über Deutschland hinweg, die im Schwerpunkt über der Westhälfte kräftiger ausfallen können
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 16. Oktober: Immer wieder ziehen Schauer über Deutschland hinweg, die im Schwerpunkt über der Westhälfte kräftiger ausfallen können © windy.com

Langfristprognose: Wettertrend Herbst und Winter 2020/2021

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Oktober 2020

Der Oktober wird mit einer Abweichung von +0,0 bis +1,0 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert normal bis etwas zu warm berechnet. Anders formuliert stützt das Langfristmodell die über weite Strecken dominierende Trogwetterlage, was die deutlich zu warmen Entwicklungen dämpft. Die Niederschlagsprognose ist als deutlich zu nass zu bewerten.

November 2020

Der November wird mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose fällt für den November leicht positiv und damit zu nass aus.

Dezember 2020

Sollte die Wetterprognose des Langfristmodells eintreffen, so könnte der Dezember phasenweise für winterliche Wetterereignisse sorgen. Warum? Mit einer Differenz von +0,0 bis +1,0 Grad wird der Dezember nur leicht zu mild und in der Niederschlagsbewertung leicht zu nass berechnet. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Schneedecke ab dem mittleren Lagen (400 bis 600 Meter).

Januar 2021

Schon über Wochen hinweg wird der Januar 2021 im Vergleich zum Mittelwert von 1961-1990 um +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Im Vergleich zum Referenzwert von 1991-2020 soll der zweite Wintermonat um +0 bis +2 Grad leicht bis deutlich zu warm ausfallen können. Vom eigentlichen Hochwinter ist nach der Wetterprognose des Langfristmodells nicht allzu viel zu sehen. In der Niederschlagsaktivität zeichnet sich ein tendenziell zu nasser Januar-Monat ab. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Aber auch der Februar wird seit Wochen mit einer positiven Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Im Vergleich zu 1991-2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +2,0 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend leicht zu nass ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991-2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Trend: normal bis etwas zu trocken
Oktober 2020 +0,0 bis +1,0 Grad (-0,4 bis +0,7 Grad) Trend: deutlich zu nass
November 2020 +0,5 bis +1,5 Grad (-0,3 bis +0,8 Grad) Trend: leicht zu nass
Dezember 2020 +0,0 bis +1,0 Grad (-1,0 bis +0,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,1 bis +2,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021  vom 6.10.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Herbst/Winter 2020/2021 vom 6.10.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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