Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 16.12.2019 - Bekommt der Winter in diesem Jahr noch seine Chance?

Pünktlich zu Weihnachten kündigt sich eine strukturelle Veränderung des Strömungsmusters an und erhöhen die Wahrscheinlichkeiten für nasskalte Wetterlagen mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen.

Die aktuelle Temperaturentwicklung ist außergewöhnlich und für die Jahreszeit etwa um 7 bis 10 Grad zu warm. Kommt die Sonne zum Vorschein, so sind unter bestimmten Voraussetzungen bis zu +18 Grad möglich, bevor zum Wochenende die Tiefdruckaktivität wieder zunimmt und die Temperaturen zurückgehen. Doch mit winterlichen Wetterverhältnissen hat das wenig gemeinsam.

Greift der Winter nach Weihnachten durch?
Greift der Winter nach Weihnachten durch?

Wetterumstellung zu Weihnachten

Am 4. Advent dehnt sich ein Sturmtiefkomplex von England in Richtung Skandinavien aus und sorgt über Deutschland, der Schweiz und Österreich für ein ansteigendes Potential unwetterartiger Starkwindereignisse. Details hierzu müssen zwar noch abgewartet werden, doch deutet vieles auf ein regnerisches und windiges Adventswochenende hin.

Bis Weihnachten verlagert sich das Tiefdruckzentrum weiter nach Skandinavien und führt bis zum 26. Dezember kühlere Luftmassen nach Deutschland, doch sind diese mit +3 bis +7 Grad und örtlich bis +1 Grad alles andere als winterlich. Zudem steigt die Niederschlagstätigkeit über die Festtage an, sodass von einem nasskalten Weihnachtswetter auszugehen ist. Mehr dazu in der Wetterprognose Weihnachten 2019.

Mildes, allenfalls nasskaltes Wetter über Weihnachten
Berechnung der Wetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Mildes, allenfalls nasskaltes Wetter über Weihnachten
© www.meteociel.fr

Wie steht es um den Winter?

Bislang trat er ja nicht wirklich in Erscheinung und der erste Wintermonat - der Dezember - ist zur Halbzeit deutlich zu warm. Daran wird sich in den kommenden Tagen auch nichts verändern und der kalendarische Winter (22. Dezember; 4. Advent) beginnt stürmisch, unbeständig und mit Tageswerten um die +10 Grad viel zu mild. Kurzum - es steht nicht sonderlich gut um den Winter.

Der Grund hierfür ist eine ausgeprägte Westwindzone, die sich nach - langer Abstinenz - quasi pünktlich zum Beginn des meteorologischen Winter zurückmeldete. Kurzzeitig gab es für die Freunde des Winterwetters noch Hoffnung, dass sich die meridionale Großwetterlage wird doch noch behaupten können und auch das Langfristmodell zuckte mit einer Korrektur kurzfristig zurück - doch die Atlantikpower ist mit den unentwegt fortschreitenden Kaltluftvorstößen über dem östlichen Kanada einfach zu stark.

Ausgleichsverhalten und Erhaltungsneigung

Es ist schon verzwickt, wie sich das Wetter in den letzten Jahren entwickelt. Auffällig ist jedenfalls, dass die Großwetterlagen zunehmend länger andauern. Hatten Großwetterlagen früher eine Dauer von meist 7 bis 14 Tagen, so können diese in jüngster Zeit mehrere Wochen, oder sogar Monate anhalten und somit die Jahreszeiten nachhaltig prägen. In diesem Fall spricht man von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung.

Im Jahr 2019 war dies die meridionale Grundströmung - mal kühl, häufiger warm und über einen Zeitraum hinweg auch sehr heiß. Pünktlich mit dem Winter kommt nun das Ausgleichsverhalten in Form einer Westwetterlage, die für das Wetter der letzten 14 Tage prägend war. Hält sie sich nun noch die dritte Woche - und davon ist auszugehen - geht das Ausgleichsverhalten wiederum in eine Erhaltungsneigung über. Damit sich also etwas in Sachen Winter tut, muss ein gravierender Umbauprozess des Strömungsmusters stattfinden. Soweit die Grundlagen.

Druckanomalie bis 26. Dezember
Druckanomalie bis 26. Dezember - Ausgeprägte Erhaltungsneigung mit Ansatz zur Veränderung © climatereanalyzer.org

Wetterprognose nach dem amerikanischen: Der Winter im Ansatz

Der in den Druckanomalien bis zum 26. Dezember angedeutete Umbau des Strömungsmusters innerhalb des Polarwirbels zeigt in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag Wirkung. Die Wellenbewegung entlang der Polarfront erhöht sich.

Westwetterlage weniger wahrscheinlich

Um, bzw. kurz nach Weihnachten endet die Westwetterlage und schlägt nach der Wettervorhersage der Amerikaner in eine meridional ausgerichtete Grundströmung um. Der Grund ist ein nach Norden aufstrebendes Azorenhoch, welches sich nun eine ganze Weile über passiv verhalten hat. Da das Azorenhoch aber westlich von Europa nach Norden aufkeilt, sind über Deutschland, Österreich und der Schweiz nasskalte Wetterlagen mit Optionen auf Winter ab den mittleren Lagen möglich. Simuliert werden bspw. für den 29. Dezember Tageshöchstwerte von -1 bis +5 Grad.

Eine nasskalte Wetterentwicklung mit optimalem Winterwetter ab den mittleren Lagen
Berechnung der Wetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine nasskalte Wetterentwicklung mit optimalem Winterwetter ab den mittleren Lagen
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Das zu warme Wetter endet über Weihnachten

So sieht es zumindest aus, wenn man sich die Kontrollläufe anschaut. Denn diese stützen die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells mehrheitlich. Das viel zu hohe Temperaturniveau endet über dem Norden am 22. und über dem Süden voraussichtlich ab dem 23. Dezember.

Zeitgleich steigt die Niederschlagsaktivität in den mäßig bis deutlich erhöhten Bereich an und auch die Windaktivität nimmt wieder zu.

Breites Entwicklungsspektrum

Exakt um Weihnachten herum präsentieren die Kontrollläufe ein breites Entwicklungsspektrum. Dabei gibt es einige kalte und nasskalte und auch eine Anhäufung von zu warmen Varianten. Was bei herum kommt, wird davon abhängen, was sich innerhalb des Polarwirbels abspielt und das sieht mit einem zunehmend negativen AO-Index vielversprechend aus.

Sowohl der Winter, als auch sehr warme Wetterlagen haben bei einem meridional verlaufendem Strömungsmuster ihre Berechtigung
Berechnung der Wetterlage nach Kontrollläufen: Sowohl der Winter, als auch sehr warme Wetterlagen haben bei einem meridional verlaufendem Strömungsmuster ihre Berechtigung
© www.meteociel.fr

Der Winter hat also durchaus noch das Potential sich bis Ende des Jahres durchzusetzen. Ob sich die Wetterprognose im Tagesverlauf gefestigt hat und wie die mögliche Wetterentwicklung bis zum Jahresende aussieht, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem ersten Wettertrend zum Wetter Silvester 2019.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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