Hoch- und Tiefdrucksysteme wechseln sich in den kommenden Tagen über Deutschland ab und sorgen für einen leicht wechselhaften Wettercharakter, wobei die stärksten Niederschläge am kommenden Sonntag über Süddeutschland zu erwarten sind. Die Temperaturen folgen dem Abwechslungsreichen Wetter und steigen mit entsprechender Tiefdruckvorderseite auf +14 bis +18 Grad an und sinken zum Start in die neue Woche auf +5 bis +10 Grad ab.

Trogansatz

Verantwortlich für den Temperaturrückgang in der neuen Novemberwoche ist ein Tiefdrucksystem, welches von den Alpen südwärts in Richtung Mittelmeer und Adria zieht und im Südstau der Alpen für ordentliche Regensummen sorgen kann. Gleichzeitig liegt auf dem Atlantik ein Hochdrucksystem, welches in der neuen Woche den Versuch unternehmen wird, eine Hochdruckbrücke in Richtung westliches Russland quer über Mitteleuropa aufzubauen. Ob das gelingen wird, hängt auch maßgeblich mit dem Tiefdrucksystem über Italien zusammen.

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Das amerikanische Wettermodell berechnet ein kräftiges Azorenhoch und den Luftdruckaufbau vom westlichen Russland bis nach Polen. Das Italientief bleib aber intakt und verhindert den "Brückenschlag". Gleichzeitig strömt bei Neufundland weiterhin sehr kalte Luft auf den Atlantik nach Süden und sorgt bei Island im Zeitraum vom 8. bis 10. November für den Aufbau eines sehr kräftigen Tiefdrucksystems. Der Wettercharakter wäre demnach im Zeitraum vom 8. bis 10. November über Deutschland mit einem leicht wechselhaften Wettercharakter und Temperaturen von +5 bis +10 Grad nahezu unverändert. Darüber hinaus nähert sich das Frontensystem Mitteleuropa und sorgt zum Beginn des zweiten Novemberdrittels für einen spürbaren Wetterwechsel mit teils stürmischen Windböen, regnerischem Wetter und Temperaturen, welche zunehmend in den nasskalten Bereich zurückgehen können.

Die Simulationen des europäischen Wettermodells lassen den Versuch des Aufbaus einer Hochdruckbrücke ebenfalls scheitern und zum 10. und 11. November keilt das Azorenhoch nach Norden in Richtung Island und Grönland auf, was über Mitteleuropa über kurz oder lang die Zufuhr kühlerer Luftmassen ermöglichen kann.

Wann kommt Schnee?

Die Simulationen der Wettermodelle sind nicht ohne und ermöglichen in der zweiten Novemberdekade einen großen Spielraum an Wetterentwicklungen. Langweilig wird es also nicht werden und die Kernfrage lautet: wie wird sich das Azorenhoch verhalten? Sollte es sich tatsächlich so positionieren können, wie es von den Wettermodellen zum 11. November berechnet wird, so können die Temperaturen bis Mitte November auf einen Bereich zwischen +2 bis +7 Grad absinken. Die Schneefallgrenze würde somit bis in die mittleren Lagen absinken und in den höheren Lagen einen Hauch von Winter herbeiführen können. Rein rechnerisch würde die Schneefallgrenze zwischen 600 bis 1.000 Meter liegen können, was Graupel- oder Schneeregenschauer bis in tiefere Lagen herab mit einschließt.

Das Schneefall im zweiten Novemberdrittel bis auf mittlere Lagen nicht auszuschließen ist, zeigen auch die Berechnungen der Kontrollläufe. So liegt das Temperaturniveau ab dem 5. November um, bzw. leicht unter dem langjährigen Mittelwert. Das Temperaturspektrum bewegt sich am 7. November zwischen +6 bis +9 Grad (Mittelwert +8 Grad) und sinkt bis zum 16. November auf +2 bi s+12 Grad (Mittelwert: +6 bis +7 Grad) ab. Die Niederschlagsneigung ist vom 7. bis 9. November als schwach zu bewerten, steigt darüber hinaus aber in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich an. Mit anderen Worten ist ein deutlich zu warmer Temperaturverlauf wenig wahrscheinlich. Nichtsdestotrotz bleibt ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tiefere Lagen ebenso unwahrscheinlich.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 02.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell normales Herbstwetter im November, gefolgt von einem warmen Winter

Es bleibt wie gehabt. Unterstützung für ein weitgehend normales Temperaturverhalten im November 2017 kommt vom Langfristmodell, welches die Abweichung der Werte im Bereich von -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Trend mit bis +1 Grad leicht zu warm simuliert.

Für die Wintersaison berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +3 Grad im zu warmen bis deutlich zu warmen Bereich, für den Januar 2018 mit +1 bis +3 Grad und stellenweise bis +4 Grad deutlich zu warm und für den Februar 2018 mit +1 bis +2 Grad zu warm. Das bleibt wenig Spielraum offen und zum "Glück" sind das für alle Winterfans nur Simulationen, welche sich in den kommenden Wochen noch verändern können - da ist also nichts in Stein gemeißelt.
Auffällig ist in den Simulationen, dass im Januar der Bereich um Grönland herum zu kalt berechnet wird, während der östliche Kontinent um bis zu +4 bis +5 Grad deutlich zu warm simuliert wird. Was sich daraus Schlussfolgern lässt? Kaltluftzustrom zwischen dem östlichen Kanada und Grönland mit nachfolgender Tiefdruckaktivität in Richtung Mitteleuropa, was mit Hilfe eine Hochdrucksystems die warmen Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz pumpen könnte. Wir denken, dass der Winter 2017/18 anders verlaufen wird, als in den letzten Jahren und dass kältere Phasen wieder häufiger vorkommen werden. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 02.11.2017

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