Mit dem Herbstbeginn am 1. September kommt es auch zu einem markanten Wechsel der Großwetterlage, welche das Wetter Anfang September regnerisch und teils auch herbstlich kühl ausfallen lassen kann, was im Schwerpunkt über dem Osten und Süden der Fall sein kann.

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Großwetterlage wenig herbstlich

Die Überschrift mag paradox klingen, aber sorgte eine rege Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik bisweilen für einen durchwachsenen Sommer mit einem Auf und Ab der Temperaturen, so unterbindet ein Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Skandinavien die Tiefdruckrinne über dem skandinavischen Raum. Und je nachdem wie sich das Skandinavienhoch ausbilden kann, steht es doch meist für einen stabilen Wettercharakter im Herbst. In Folge ergeben sich drei wesentliche Entwicklungsvarianten, welche die Wetterprognose in der Übergangsphase für die ersten Herbsttage komplex machen.

  • In der ersten Variante positioniert sich das Hoch über Skandinavien und es gelingt dem Hochdruckgebiet gleichzeitig sich in Richtung Mittelmeerregion auszuweiten. In Folge dessen würde die Niederschlagsneigung ab dem 2./3. September abklingen und die Temperaturen würden in den Jahreszeit typischen Bereich ansteigen, bzw. auch darüber im zu warmen Bereich liegen können.
  • In der zweiten Variante gelingt es dem Hochdruckgebiet nicht sich bis über die Alpen in Richtung Süden auszudehnen und somit besteht die "Gefahr", dass das Hoch von der Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik "unterwandert" wird. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden in diesem Fall in einer relativ warmen Südwestströmung liegen, jedoch wäre der Wettercharakter als äußerst wechselhaft zu bewerten.
  • In der dritten Wetterentwicklung würde das Tiefdrucksystem der kommenden Tage durch den Aufbau des Hochdruckkeils abgeschnitten werden und sich über dem östlichen Deutschland und Europa ausregnen können. Gleichzeitig aber stabilisiert sich das Hoch über dem skandinavischen Raum. In folge daraus wäre bis zum 5. September mit einem regnerischen Wettercharakter bei relativ kühlen Temperaturen zu rechnen, im weiteren Verlauf aber setzt sich der hohe Luftdruck durch und sorgt vom 5. bis 12. September für ein spätsommerlichen und weitestgehend trockenen Wettercharakter.

Erst regnerisch und kühl, dann Hochdruck?

Die Kontrollläufe bestätigen den Wettertrend der letzten Tage. Das Tiefdrucksystem sorgt vom 30. August bis 2. September für eine rege Niederschlagsneigung, welche über dem Süden und Osten ihren Schwerpunkt finden kann. Darüber hinaus gewinnt das Hochdrucksystem mehr an Einfluss und die Niederschlagsberechnungen sind vom 3. bis 9. September als leicht erhöht zu bewerten und steigen zur zweiten Septemberdekade etwas an.

Die Temperaturen liegen vom 1. bis 4. September mit 1 bis 5 Grad unter dem Jahreszeit typischen Niveau und steigen nach den Berechnungen der Kontrollläufe darüber hinaus in den normalen bis leicht zu warmen Bereich an. So liegt das Temperaturspektrum am 6. September zwischen +14 bis +26 Grad (Mittelwert: +19 bis +21 Grad) und am 13. September zwischen +13 bis +28 Grad (Mittelwert: +19 bis +20 Grad). Um noch einmal auf die "paradoxe" Überschrift zum Beginn zurückzukommen - typisch kühles und regnerisches Herbstwetter sieht anders aus und es ist zum heutigen Stand nur von einer vorübergehend herbstlichen Wetterphase zum Septemberbeginn auszugehen.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 30.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell Wettertrend Herbst und Winter

Die primären Randfaktoren (QBO, La Nina, El Nino, Sonnenfleckenzyklus, Klimawandel etc.), welche das Wetter im Herbst und Winter beeinflussen können, werden wir in den kommenden Wochen genauer untersuchen. Für uns sprechen die aktuellen Randfaktoren aber für eine Normalisierung des Winterwetters in der Saison 2017/18, welches letzten Endes einen leicht zu warmen Trend aufweisen könnte. Warum? Die Strömungsverhältnisse haben sich gegenüber den letzten Jahren - als die Winter allesamt deutlich zu warm ausgefallen sind - verändert und so steigt die Wahrscheinlichkeit für ein kühleres (nicht zu kaltes) Muster für den Herbst und den Winter.

Demgegenüber steht aber das Langfristmodell, welches die Herbstmonate von September bis November mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad durchweg als normal und im Trend leicht zu warm berechnen, während der Winter 2017/18 nach wie vor mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +2 Grad von Dezember 2017 bis Februar 2018 zu warm berechnet wird.

In der Niederschlagsberechnung des Langfristmodells ist der September 2017 als normal, der Oktober als zu trocken und der November, Dezember, Januar und Februar als leicht zu nass zu interpretieren. Das Hochdrucksystem Anfang September könnte also schon einmal einen wesentlichen Impuls für den Herbst setzen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 30.08.2017

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