Der Wettercharakter bleibt in den kommenden Tagen weiterhin als herbstlich zu bezeichnen und vom "goldenen Oktober" ist zunächst einmal nichts zu sehen. So kommt es bis zum Donnerstag immer wieder zu meist leichten Niederschlägen, welche über dem Osten auch mal kräftiger ausfallen können. Am Donnerstag und Freitag lässt die Niederschlagsneigung nach und die Sonne kann des Öfteren zum Vorschein kommen, bevor zum Freitagnachmittag die Bewölkung über dem Westen und Südwesten erneut zunehmen kann. Die Temperaturen bleiben mit +7/+11 Grad, örtlich bis +13 Grad in dem für die Jahreszeit zu kühlen Bereich (Details s. Wettervorhersage Oktober 2016).

Die simulierten Niederschlagssummen bis einschließlich Freitagabend zeigen mit 7-15 l/m² den Schwerpunkt der Niederschläge etwa östlich der Linie Hamburg - Bayerischer Wald, wobei entlang der Küsten von Nord- und Ostsee auch bis 25 l/m² zusammen kommen können, Sonst sind mit 0,5-5 l/m² weniger Niederschläge zu erwarten, wobei im Stau des Schwarzwaldes regional auch bis 20 l/m² zusammen kommen können.

Geht es nach den Simulationen beider Wettermodelle, so ist die Großwetterlage am Freitag, den 14. Oktober ähnlich. So liegt im Bereich zwischen Grönland, Island, Frankreich, Spanien und der westlichen Mittelmeerregion ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem, während sich im Bereich zwischen dem europäischen Nordmeer, Skandinavien bis über das östliche Europa der hohe Luftdruck behaupten kann. Über Deutschland sorgt das zunächst für eine überwiegend östlichen Grundströmung, wobei die Tiefdruckausläufer aus westlichen Richtungen näher kommen.

So kann es zum heutigen Stand nicht ausgeschlossen werden, dass am kommenden Wochenende über den Alpen der Schweiz und Österreich es zu teils kräftigen, länger andauernden und örtlich unwetterartigen Niederschlägen kommen kann. Im Detail wird es aber darauf ankommen, wie sich die Wettersysteme tatsächlich zueinander positionieren werden.

Im Zeitraum vom 14./21. Oktober ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells die Wetterentwicklung als komplex zu bezeichnen. Der Grund ist der Vorstoß kalter Luftmassen über Russland, was dort schon einmal den ersten Schnee bringen könnte. Dieser Kaltluftvorstoß verhindert jedoch, dass das Hochdrucksystem über Skandinavien zu weit nach Osten abgedrängt wird, um seinen Einflussbereich auf das Wetter Mitteleuropa zu verlieren. Zeitgleich drücken aber die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik recht kräftig gegen das Hoch, so dass es im Bereich zwischen England, Island bis über das europäische Nordmeer zu einer Advehierung warmer Luftmassen kommen kann. Anders formuliert zeigt sich eine meridionalisierende Strömungsentwicklung (Nord-Süd, Süd-Nord), was mit einem Hoch über Skandinavien des Öfteren auch vorkommen kann. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hätte diese Wetterentwicklung eine leicht erhöhte Niederschlagserwartung bei ansteigenden Temperaturen in Richtung Jahreszeit-typischer Werte zur Folge.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum zwischen dem 14./17. Oktober eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, jedoch positioniert sich das Hochdrucksystem über Skandinavien weiter westlicher, kräftiger und in einer von Nordwest nach Südost verlaufenden Hochdruckachse. Im Verbund mit den kräftigen Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik können von südlichen Richtungen her warme, aber auch zunehmend feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden.

So bestätigt sich der Wettertrend der letzten Tage in Richtung einer sich normalisierenden Temperaturtendenz im Verlauf des zweiten Oktober-Drittels. Kaltlufteinschübe über Mitteleuropa, wie sie in den letzten Tagen bereits simuliert wurden, sind zwar nicht auszuschließen, aber zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich geworden.

Die Kontrollläufe bestätigen einen um 5/7 Grad zu kalten Temperaturtrend bis zum 13. Oktober und im weiteren Verlauf einen normalen Temperaturtrend. So liegt das Temperaturspektrum am 17. Oktober zwischen +5/+21 Grad (Mittelwert: +14/+15 Grad über dem Westen und Süden und +12/+13 Grad über dem Norden und Osten) und am 23. Oktober zwischen +4/+20 Grad (Mittelwert: +11/+12 Grad). In der Niederschlagssimulation zeigt sich im Zeitraum vom 13./19. Oktober eine gemäßigte bis schwache Niederschlagsentwicklung, welche darüber hinaus bis zum 24. Oktober eine ansteigende Tendenz aufweist.

Berücksichtigt man aber die Entwicklung, dass kalte Luftmassen über das westliche Russland nach Süden geführt werden und sich ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum befindet, so wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die kalten Luftmassen - bedingt durch die Ost-West Zirkulation - auch Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichen können. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+12) / normal (+13/+19) / zu warm (>+20), so liegen diese am 19. Oktober bei 25/65/10 und am 24. Oktober bei 45/45/10. Das bestätigt eine geringe Wahrscheinlichkeit für zu warme Temperaturen im zweiten und zum Beginn des letzten Oktober-Drittels und gleichzeitig schließt es einen Kaltlufteinbruch im letzten Oktober-Drittel nicht aus.

Wirf man einen Blick auf das aktuelle Temperaturmittel der bereits vergangenen Oktober-Tage, so liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert bei aktuell +0,9 Grad im leicht positiven Bereich. Das sollte sich aber im Verlauf der kommenden Woche normalisieren und auch in den leicht negativen Bereich übergehen können. So verwundert der Wettertrend des Langfristmodells nicht, welches heute eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober von -2/+0,5 Grad im zu kalten bis normalen Bereich simuliert. Wie wird der Winter nach den Berechnungen des Langfristmodells? Der November gehört zwar noch zum Herbst, aber auch hier ist schon ein Wintereinbruch (statistisch gesehen) möglich. Die Temperaturabweichung liegt von November 2016 bis Februar 2017 zwischen +0,5/+2 Grad im durchweg leicht zu milden bis zu warmen Bereich - mit anderen Worten könnte der Winter 2016/17 nach der Berechnung des Langfristmodells zu warm ausfallen.

Gibt es noch andere Langfristmodelle? Die gibt es. So liegen die Wahrscheinlichkeiten nach METOffice für einen zu warmen Verlauf zwischen 40-60 Prozent, für einen normalen Verlauf zwischen 20-40 Prozent und für einen zu kalten Verlauf des Winters bei 20-40 Prozent. Das IRI Modell zeigt eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen normalen bis leicht zu warmen Temperaturverlauf über die Wintermonate. Zusammenfassend ist eine normale bis zu warme Temperaturentwicklung über die Wintermonate wahrscheinlicher als eine zu kalte Entwicklung. Blickt man aber auf die Statistik, so zeigt sich nach einem zu warmen September und einen darauf folgenden zu kalten Oktober (welcher dieses Jahr möglich sein könnte), eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen normalen bis leicht zu kalten Verlauf des Winters.

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