Ein mit hoher Wahrscheinlichkeit typisch herbstlicher Wettercharakter ist Ende September / Anfang Oktober zu erwarten und beendet damit das vielfach sonnige und auch warme Wetter ab kommenden Donnerstag. Wie viel Niederschlag es geben wird und wie weit sich die Temperaturen tatsächlich abkühlen können, hängt von der Positionierung des Hochdrucksystems auf dem Atlantik ab. Liegt es westlicher, so ist mit mehr Niederschlag und kühleren Temperaturen zu rechnen, als wie wenn es weiter östlicher und somit näher an Mitteleuropa liegt (Wetter September | Wetter Oktober 2016).

Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells für den Zeitraum vom 3./9. Oktober, so liegt westlich von Mitteleuropa das Azorenhoch, welches immer wieder versucht, einen Hochdruckkeil in Richtung Nordosten aufzubauen. Dort liegt aber im Bereich zwischen Skandinavien und der Barentssee ein Tiefdruckwirbel, welches entlang seiner westlichen Gradienten kühle Luftmassen nach Süden führt. Zum heutigen Stand reicht der Kaltlufttransport aber nicht bis nach Deutschland, könnte aber über dem nördlichen Skandinavien schon für die ersten Schneefälle sorgen. Für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz wird entscheidend sein, wie weit der Hochdruckkeil des Azorenhochs nach Mitteleuropa reichen wird. Reicht der Hochdruckkeil nur bis Frankreich, so gelangt Deutschland auf den nördlichen Strömungsgradienten des Hochdrucksystems, was die Temperaturen abkühlen und die Schauerneigung ansteigen lässt. Erstreckt sich der Hochdruckkeil stattdessen bis über Deutschland, so ist nach teils zäher Nebelauflösung mit einem weitgehend trockenen und mäßig warmen Wettercharakter zu rechnen.

Die Kontrollläufe stützen Ende September / Anfang Oktober ein gegenüber den Jahreszeit normalen Temperaturen einen zu warmen Temperaturtrend. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein Nord-Süd Gefälle. Eine Interpretation dessen zeigt eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Hochdrucksystem in der Nähe von Deutschland, was über dem Westen und Süden für relativ trockenes und über dem Norden und Osten für wechselhaftes Wetter sorgen kann. Im Zeitraum vom 3./9. Oktober ist die Niederschlagsentwicklung als leicht bis mäßig zu bezeichnen. Anders ausgedrückt: eine nachhaltige Veränderung der Großwetterlage sieht anders aus. Gut möglich, dass die Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems aus dem September auch im ersten Oktober-Drittel noch anhalten kann. Das Temperaturspektrum liegt am 3. Oktober zwischen +9/+25 Grad (Mittelwert: +15/+16 Grad) und am 8. Oktober zwischen +8/+23 Grad (Mittelwert: +15 Grad). Insbesondere der Mittelwert entspricht dabei dem langjährigen Mittelwert.

Wir wurden nach unserem gestrigen Wettertrend zum Winter gefragt, was die Schneebedeckung über Sibirien macht? Da liegt noch nicht viel (2-5 cm, teils bis 30 cm über dem östlichen Sibirien). Und warum werden wir das gefragt - was die die Schneebedeckung über Sibirien mit dem Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu tun? Vereinfacht ausgedrückt: bildet sich über dem sibirischen Raum rasch eine nachhaltige Schneedecke aus, so sind die typischen Kontinentalhochdrucksysteme mit einer westlichen Ausdehnung in Richtung Nordeuropa über die Wintermonate wahrscheinlicher. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, gelangt Mitteleuropa in diesem Fall mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in eine östliche und somit kalte Grundströmung. Anders formuliert - ein Winterhoch über dem skandinavischen Raum ist mit einer frühen und auch nachhaltigen Schneedeckenausbildung über Sibirien wahrscheinlicher - noch liegt da aber nur wenig Schnee und im Vergleich zu 2013, 2014 und 2015 auch etwas weniger. Richtig interessant werden aber die Beobachtungen der Schneedeckenausbildung erst im Oktober und November.

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