Der Winter zeigt in den kommenden Tagen mancherorts sein Gesicht mit Schneefall und Dauerfrost, verweilt dabei in Form einer Luftmassengrenze eher über dem Norden und Nordosten von Deutschland, so dass entlang dieser Luftmassengrenze sich bis zum 4. Januar eine Schneedecke mit einer Höhe von - je nach Höhen- und Staulage - von 2-20 cm ausbilden kann. Wo das sein wird? Voraussichtlich entlang eines Streifens zwischen Bielefeld/Hamburg und Bayerischer Wald/Dresden.

Im Zeitraum zwischen dem 5./10. Januar simuliert das amerikanische Wettermodell eine höhere Einflussnahme der atlantischen Frontalzone auf das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die kalte Kontinentalluft wird sukzessive weiter nach Osten und Norden abgedrängt, so dass zum 7. Januar der Dauerfrost sich verabschieden könnte. Von Westen folgen teils kräftige Tiefdrucksysteme nach, welche im Zeitraum 6./9. Januar Stark- und nach aktueller Simulation auch Extremwindereignisse ermöglichen könnten. Simuliert werden am 8. Januar Windgeschwindigkeiten welche im Bereich zwischen 70-160 km/h liegen können. Ob das so kommen mag, bleibt im Detail abzuwarten. Der Wind aus südwestlichen Richtungen sorgt für einen kräftigen Schub an Warmluft, was die Temperaturen am 8. Januar kurzzeitig auf +8/+14 Grad ansteigen lassen könnte, bevor die Temperaturen zum 9. Januar wieder auf nasskalte +1/+7 Grad zurückgehen können. Sollte sich die stürmische West- bis Südwestwetterlage durchsetzen können, so ist im Zeitraum zwischen dem 8./12. Januar mit weiteren Windereignissen zu rechnen. Die Temperaturen können jeweils auf der Vorderseite eine Tiefdrucksystems ansteigen und nachfolgend wieder absinken - das Temperaturgefüge bleibt demnach aber vielfach im dem für die Jahreszeit zu milden Bereich. Wie mild? Zumeist zwischen +3/+7 Grad, zeitweilig sind aber auch bis +7/+12 Grad möglich. Erst mit Beginn des zweiten Januar-Drittels simuliert das amerikanische Wettermodell - erneut - das Aufwölben des Azorenhochs in Richtung Grönland, was die atlantische Frontalzone blockieren und nachfolgend kalte/kühle Luftmassen von Nord/Nordwest nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Großwetterlage, jedoch deutlich weniger Dynamisch wie nach dem amerikanischen Wettermodell - so spielen die möglichen Stark- bis Extremwindereignisse nach dem europäischen Wettermodell im Zeitraum 6./9. Januar weniger eine Rolle. Aber auch nach dieser Simulation wird sich der Dauerfrost im Zeitraum 7./10. Januar aus Deutschland verabschieden müssen.

Der Schwerpunkt der kommenden Tage wird in den Wettervorhersagen und Wetterprognosen sicherlich die Luftmassengrenze, aber auch die mögliche Sturm-/Orkanentwicklung im ersten Januar Drittel sein - langweilig wird es für die Meteorologen wohl nicht werden. Geht es nach den Kontrollläufen, so ist im Zeitraum zwischen dem 7./15. Januar eine weitgehend geradlinige Mitteltemperatur zu beobachten. So liegt das mögliche Temperaturspektrum am 7. Januar zwischen -10/+10 Grad (Mittelwert: +0/+1 Grad über dem Norden und Osten und +5/+6 Grad über dem Süden und Westen) und am 14. Januar zwischen -4/+11 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad).

Was ist mit dem Polarwirbel? Dessen Simulation zeigt im Zeitraum 5./11. Januar weiterhin eine Dipolausbildung (zwei Polarwirbel), wobei der Ansatz des Polarwirbelsplits weiterhin vorhanden, aber in letzter Konsequenz nicht vollzogen werden kann. Der dazugehörige AO-Index Wert wird deutlich negativ berechnet und bestätigt die "Schwächung" der Polarwirbels. Damit es auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachhaltig winterlich werden kann, müsste der sog. NAO-Index in ebenfalls in den negativen Bereich absinken. Er bleibt im ersten Januar-Drittel noch überwiegend im positiven Bereich, hat jedoch eine neutrale Tendenz zum 10. Januar und nachfolgend einen leicht negativen Trend. Wie stehen die Chancen auf Winter? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 10. Januar bei 10/25/65 und am 16. Januar bei 40/25/35. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle und einem kurzen Update dieser Wetterprognose zum Winter.
Aktualisierung:
Nach der Grenzwetterlage bis zum 5./6. Januar simuliert das amerikanische Wettermodell heute Abend erneut die Möglichkeit zur Entwicklung von Stark- und Extremwindereignissen im Zeitraum 7./9. Januar, so dass eine aktiv-dynamische Westwetterlage eine durchaus realistische Wetterentwicklung sein könnte. Vorderseitig können mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden, während nachfolgend wieder kühlere Luftmassen zugeführt werden können. So kommt es zu einem steten Wechsel aus Niederschlägen, kurzen trockenen, windigen bis stürmische und milden bis nasskalten Wetterphasen, bei der die Schneefallgrenze zwischen 1.000-1.500 Meter und 300-600 Meter schwanken kann. Für die höher gelegenen Skiregionen in den Alpen sicherlich willkommene Aussichten, sollte sich die Simulation des amerikanischen Wettermodells bewahrheiten. Das europäische Wettermodell simuliert ebenfalls den Ansatz zu einer Westwetterlage im Zeitraum 6./10. Januar, allerdings mit deutlich weniger an Dynamik, so dass sich eine mögliche Sturmphase in den kommenden Tagen in den Simulationen erst noch festigen muss. Die Temperaturen bewegen sich zumeist im nasskalten und kurzzeitig auch im milden Bereich. Mit Winter hat das aber bei beiden Berechnungen wenig was zu tun. Bereits vor Wochen simulierte das Langfristmodell unentwegt einen zu milden Temperaturverlauf im Januar, bei einer teils deutlich zu nassen Niederschlagsentwicklung. Die Interpretation dieser Berechnungen war damals schon eine mögliche Westwetterlage mit viel Niederschlägen und gemäßigten Temperaturen. Sollte sich das nun tatsächlich so einstellen, wäre es eine bemerkenswerte Leistung des Langfristmodells, welches die Temperaturabweichung im Januar zwischenzeitlich etwas korrigiert hat und die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert nun zwischen +1/+3 Grad simuliert (vor ein paar Tagen waren es noch +2/+4 Grad) und im Februar weiterhin eine Abweichung von +2/+3 in Aussicht stellt. Interessant sind heute Abend die Berechnungen des europäischen Wettermodells vom Polarwirbel, welcher seinen bisherigen Schwerpunkt von Kanada/Grönland zum 9./11. Januar nach Nordeuropa verlagern könnte - das ermöglicht weitere Varianten der Wetterentwicklung. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 10. Januar bei 10/25/65 /heute Mittag: 10/25/65) und am 16. Januar bei 20/30/50 (heute Mittag: 40/25/35).

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