Das Wetter startet nach der aktuellen Wettervorhersage fast schon frühlingshaft mild in die neue Woche, bevor zur Wochenmitte der Wettercharakter mit zurückgehenden Temperaturen und etwas Niederschlag sowie mit teils längeren Nebelphasen etwas herbstlicher werden kann - bis zum Wochenende kann aber von Winter nicht die Rede sein.

Der Zeitraum zwischen dem 10./20. Dezember befindet sich nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle in einer Umstellungsphase. Die warme Südwestwetterlage, wie sie im ersten Dezember-Drittel dominierend war, kann sich im zweiten Dezember-Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr behaupten. Beide Wettermodelle simulieren bis zum 14. Dezember eine Kaltluftansammlung zwischen Grönland, dem europäischen Nordmeer bis über die Barentssee/Karasee. Gleichzeitig liegt über dem östlichen Kanada - in etwa über der Hudson Bay - ein Tiefdrucksystem. Im Verbund und durch die entsprechenden Positionen der Systeme schwächt sich der Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland ab, woraus sich drei Wesentliche Wettervarianten entwickeln können. Die erste Variante ist zugleich die wärmste. Durch die fehlende Dynamik "tropft" über den Azoren ein Tiefdrucksystem nach Süden ab und drückt das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa. Statt einer Südwestwetterlage würde sich demnach eine milde bis warme Südwetterlage einstellen können. In der zweiten Variante verlagert sich die Tiefdruckdynamik im Bereich zwischen Island und Skandinavien, so dass daraus eine milde bis nasskalte West- bis Nordwestwetterlage entstehen kann - je nachdem wie die Höhenströmung verläuft, ist Schneefall in höheren Lagen ab ca. 800 Meter nicht auszuschließen. In der dritten Variante kann sich ein Hochdrucksystem über England und dem westlichen Deutschland in Richtung Skandinavien aufwölben, so dass auf dessen östlichen Gradienten kühle Luftmassen nach Deutschland geführt werden können.

Zusammenfassend bestätigt sich der Trend der Wettermodelle zu einer Umstellung der Großwetterlage der letzten Tage heute erneut und wird zunehmend wahrscheinlicher. Die Kontrollläufe stützen den für die Jahreszeit deutlich zu warmen Temperaturverlauf mehrheitlich bis zum 11. Dezember. Im Zeitraum zwischen dem 12./20. Dezember pendelt sich der Mittelwert der Kontrollläufe auch ein leicht erhöhtes Temperaturniveau gegenüber dem langjährigen Mittelwert ein. So liegt das Temperaturspektrum am 14. Dezember zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +5/+7 Grad) und am 20. Dezember zwischen -3/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad über dem Norden und Westen und +4/+5 Grad über dem Süden und Osten). Was macht der Polarwirbel? Der zeigt im Verlauf des zweiten Dezember-Drittels eine zunehmende Instabilität, was entlang der Polarfront für Wellenbewegungen sorgen kann. Der sog. AO-Index, welcher vereinf. Ausgedrückt den Zustand des Polarwirbels beschreibt zeigt sich bis zum 12. Dezember positiv, zum 14. Dezember neutral und ab dem 15. Dezember leicht negativ in seiner Entwicklung. Das noch eine Vielzahl an Möglichkeiten offen bleibt, zeigt sich anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 16. Dezember bei 15/35/50 (Gestern: 5/35/60) und am 21. Dezember bei 35/30/35 (gestern: 25/50/25) liegen. Vielleicht wird es ja noch etwas mit dem Winter kurz vor Weihnachten - auszuschließen ist das zum heutigen Stand jedenfalls nicht. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update dieser Winterprognose.
Aktualisierung:
Tagsüber gab es kaum Veränderungen für den Zeitraum bis zum 15. Dezember. Somit bleibt der Zeitraum bis dahin für die Jahreszeit zu warm. Schaut man auf den aktuellen Temperaturmittelwert für die ersten Dezember-Tage, so liegt der Temperaturüberschuss mit +5,9 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert für die Jahreszeit im viel zu warmen Bereich. Die spannende Frage der letzten Tage war: schafft es das Zirkulationsmuster sich im zweiten Dezember-Drittel umzustellen um nachfolgend im letzten Dezember-Drittel für winterliche Verhältnisse sorgen zu können? Auch heute bleibt die Frage nicht zufriedenstellend zu beantworten. Zwar kann es zum kommenden Wochenende kurzzeitig mal abkühlen, so dass ein paar Schneeflocken oberhalb etwa 1.000 Meter nicht auszuschließen sind, mit Winterwetter hat das aber wenig gemeinsam. Durch die südliche Verlagerung eines Tiefdrucksystems auf dem Atlantik in Richtung Azoren schiebt sich Vorderseitig im Zeitraum zwischen dem 12./14. Dezember erneut warme Luft in Richtung Mitteleuropa, welche zum 15. Dezember durch nasskalte Luftmassen ersetzt werden können. Darüber hinaus wurden in den Simulationen der Wettermodelle im Tagesverlauf für den Zeitraum 16./21. Dezember in einigen Varianten auch winterliche Optionen mit berücksichtigt - waren es in den letzten Tagen doch zumeist noch nasskalte Varianten. Heute Abend simuliert das amerikanischen Wettermodell im Zeitraum 17./18. Dezember erneut kurzweilig die Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nördlichen Richtungen - aber auch hier ist der Grundcharakter eher nasskalt und kann erst ab Lagen oberhalb etwa 600-900 Meter für etwas Schneefall sorgen. Nachfolgend wird die kühle Luft zum 19. Dezember nach Osten weg gedrängt und es können sich wieder mildere Luftmassen durchsetzen, wobei es kurz vor Weihnachten hinsichtlich weiße Weihnachten noch einmal richtig spannend werden könnte - dazu aber morgen mehr. Noch etwas spannender ist die Simulation des europäischen Wettermodells, welches das Zirkulationsmuster mehr und mehr mäandrieren lässt und im Zeitraum 16./18. Dezember mit einer Nordwestwetterlage durchaus kühle und auch kalte Varianten zulassen könnte. Stellt sich nun das Zirkulationsmuster im zweiten Dezember-Drittel um? Geht es nach den Kontrollläufen, so bleibt es bis zum 15. Dezember mit kurzen Unterbrechungen für die Jahreszeit zu mild. Darüber hinaus zeigt die Temperaturkurve mehrheitlich nach unten und pendelt sich mit ihrem Mittelwert in den durchaus Jahreszeit-typischen Bereich ein und kann örtlich auch im leicht negativen Bereich liegen. So liegt das Temperaturspektrum am 15. Dezember zwischen -1/+11 Grad (Mittelwert: +7 Grad über dem Süden und Westen, +5 Grad über dem Norden und +4 Grad über dem Osten) und am 22. Dezember zwischen -10/+10 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Westen, +3 Grad über dem Süden und Norden, und +1 Grad über dem Osten). Auch nach den Kontrollläufen tut was - insbesondere die kalten Varianten sind noch etwas kälter geworden - das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich am Verhältnis der Kontrollläufe gegenüber heute Mittag sich kaum etwas verändert hat.

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