Es kommt Bewegung ins Spiel. Das fortdauernde "anrennen" der Tiefdrucksysteme gegen das "Hochdruckbollwerk" zeigt langsam Wirkung. So bleibt im Verlauf der Woche das Wetter über dem Norden unbeständig und windig - über exponierten Lagen und entlang der Küste von Nord- und Ostsee in Böen zeitweilig auch stürmisch, während über dem Süden überwiegend der hohe Luftdruck (noch) das Wetter dominieren kann. Am Wochenende zeigt sich in der Wetterentwicklung einer weiterer "Meilenstein", welcher auch über dem Süden das Wetter zunehmend "ungemütlicher" und herbstlicher gestalten kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 15./17. November die Enstehung einer dreier Tiefdruckkette zwischen Neufundland, Island/England und dem östlichen Skandinavien, welche auf ihrem südlichen Gradienten die Entwicklung von Randtiefsystemen ermöglichen könnten. Dadurch gelingt es der Tiefdruckrinne sich weiter nach Süden zu positionieren, was im Zeitraum vom 15./20. November zu vermehrten Niederschlag, aber eben auch zu Starkwindereignissen führen kann. Mit den Temperaturen geht es während dieses Prozesses Auf und Ab - Vorderseitig können die Werte auf +12/+16 Grad ansteigen, während der Übergangsphase auf +8/+12 Grad und mit der nachfolgenden Rückseite auf +5/+10 Grad absinken, bevor das "Spiel" wieder von vorne beginnen kann. So eine Tiefdruckkette endet im weiteren Verlauf zumeist in einem Zentraltief, welches das amerikanische Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 20./25. November im Bereich zwischen Island und England simuliert, während sich über dem östlichen Mittelmeer der hohe Luftdruck behaupten kann. In Folge daraus würde das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa erneut auf südwestliche Richtungen drehen und milde bis warme und auch feuchte Luftmassen über Deutschland, Schweiz und Österreich hinwegführen. Nasskalte Temperaturen oder gar ein Wintereinbruch wäre nach dieser Simulation bis zum 25. November wenig wahrscheinlich.

Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls eine höhere Tiefdruckaktivität über dem Atlantik, wobei sich die Kerntiefsysteme bis zum 20. November überwiegend über dem skandinavischen Raum positionieren können. In Folge daraus kommt es zunächst - wie nach dem amerikanischen Wettermodell - zu einem Auf und Ab der Temperaturen, welche Rückseitig zum 20. November auch nasskalte Werte in Aussicht stellen können. Aber auch nach dem europäischen Wettermodell ist ein Wintereinbruch bis auf mittlere Lagen hinab wenig wahrscheinlich.

Gibt es noch andere Varianten? Ja, die gibt es. Nicht unwahrscheinlich ist eine Tiefdruckverlagerung nach Osten, welche bereits in den letzten Tagen hin und wieder simuliert wurden. So könnte eine finale Tiefdruckposition über dem östlichen Skandinavien/Barentssee zu einer Kaltluftadvehierung in Richtung Süden führen, was das Hoch über dem Süden dazu anregen mag, sich nach Norden aufzuwölben. Das aktive Atlantik Wetter könnte demnach blockiert werden, was zu einer Beruhigung der Wetterlage mit nachfolgender Abkühlung über Deutschland, der Schweiz und Österreich führen kann. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Die Kontrollläufe stützen mit ihrem Temperaturmittelwert einen langsamen, aber dennoch steten Temperaturrückgang im zweiten November-Drittel. So liegt das Temperaturspektrum am 13. November zwischen +9/+15 Grad (Mittelwert: +11/+12 Grad über dem Norden und Westen und +13/+14 Grad über dem Süden und Osten) und am 20. November zwischen +4/+12 Grad (Mittelwert: +8/+9 Grad). Blickt man noch etwas weiter in die Zukunft, so liegt das Temperaturspektrum am 25. November zwischen -2/+12 Grad bei einem Mittelwert welcher sich mit +5/+6 Grad weiter dem für die Jahreszeit-typischen Wert annähert. Was lässt sich daraus schließen? Die Hochdruckdominanz neigt sich mit zunehmender Wahrscheinlichkeit ihrem Ende zu. Etwas deutlicher zeigt sich das in der Niederschlagserwartung der Kontrollläufe, welche im Zeitraum zwischen dem 13./20. November über dem Norden, Westen und Osten eine rege Niederschlagsaktivität simulieren, welche ab dem 17. November auch auf die südlichen Regionen übergreifen kann. Geht es nach den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11), so liegen diese am 20. November bei 10/65/25 und am 25. November bei 30/55/15. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Schnee? Die Wahrscheinlichkeiten für nasskalte Werte, welche ab mittleren Lagen für Schneefall sorgen könnten, liegen bspw. am 25. November bei rund 20 Prozent.

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