Die Frage der kommenden Tage wird sein - wo scheint die Sonne und wo bleibt es längere Zeit neblig-trüb oder hochnebelartig bewölkt? Der Grund für die Unsicherheiten ist ein Hochdrucksystem über dem östlichen Europa, welches sich Anfang November mit seinem Kerngebiet langsam nach Deutschland verlagern kann. Bedingt durch die Jahreszeit und den damit zusammenhängenden niedrigen Sonnenstand bilden sich in den Nächten teils dichte Nebelfelder aus, welche tagsüber nur sehr zögerlich aufgelöst werden können. Ist das jedoch der Fall, so ist mit viel Sonnenschein von einem fast wolkenlosem Himmel zu rechnen, was die Temperaturen Anfang November auf ungewöhnlich warme +14/+19 Grad ansteigen lassen kann. Ändert sich daran etwas oder bleibt das Hochdrucksystem im ersten November-Drittel stabil? Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kommt im Zeitraum zwischen dem 5./7. November etwas Bewegung in die "Wetterküche". Verantwortlich hierfür ist ein Tiefdruckkomplex über dem europ. Nordmeer, welches seine Position bis zum 8. November über die Barentssee verlagern kann. In Folge daraus werden kühle Luftmassen nach Süden geführt, was die Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Grönland/Island und dem europ. Nordmeer zunehmend aktiv-dynamisch gestaltet. Aber auch das europäische Wettermodell neigt in seiner Simulation zu so einer Berechnung, was zum heutigen Stand in Summe drei wahrscheinliche Wettervarianten im Zeitraum 6./11. November ermöglichen könnte. In der ersten Variante steht die Erhaltungsneigung im Mittelpunkt. Mögen die Tiefdrucksysteme über dem Norden von Europa noch so sehr Druck auf das Hoch ausüben, so lässt dieses sich nicht beeindrucken und hält entsprechend dagegen. So verändert sich in diesem Zeitraum mit einer Hochdruckposition zwischen Deutschland und Skandinavien nur wenig und es bleibt bei einem Wechselspiel aus Sonne, Nebel und Hochnebel weitgehend trocken. Ob es auch zu warm bleiben kann hängt im Detail davon ab, wie sich die Hochdruckachse ausbilden kann. Würde Deutschland in die östliche Strömungskomponente gelangen, so könnten kühlere Luftmassen nach Deutschland gelangen, liegt das Hoch hingegen direkt über Deutschland, so wird es darauf ankommen, wie sich die Nebelfelder verteilen und wie lange die Sonne zum Vorschein kommen kann. In der zweiten Variante drückt die Tiefdruckaktivität über dem Norden auf das Hochdrucksystem, so dass dieses nach Westen über den Atlantik ausweichen kann. Sollte diese Variante eintreten, so wäre im Zeitraum zwischen dem 6./11. November mit einem zunehmend unbeständigen Wettercharakter über Deutschland zu rechnen, bei dem die Temperaturen sich allmählich auf ein Jahreszeit-typisches Niveau normalisieren können. In der dritten Variante flacht das Hoch ab und konzentriert seinen Kern über der Mittelmeerregion, was der atlantischen Frontalzone den Weg für ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster mit Wind, Regen und mäßig milden bis milden Temperaturen frei machen könnte. Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Relativ einig sind sich zum heutigen Stand die Kontrollläufe, welche im Zeitraum zwischen dem 6./11. November ein nur schwaches Niederschlagsniveau simulieren, was für eine Hochdruckdominanz über Deutschland spricht. Gleichzeitig sinkt das Temperaturniveau etwas ab und weist zum 11. November gegenüber dem langjährigen Mittelwert noch ein leichten Temperaturüberschuss aus. So liegt das Temperaturspektrum am 7. November zwischen +4/+14 Grad (Mittelwert: +9/+10 Grad) und am 11. November zwischen +2/+15 Grad (Mittelwert: +8/+9 Grad). Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für zu kalte Varianten? Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+6) / normal (+7/+12) / zu warm (>+13), so liegen diese am 7. November bei 20/65/15 und am 11. November bei 25/60/15 und zeigen nur eine geringe Veränderung der Wahrscheinlichkeiten zueinander auf. Geht es nach dem Langfristmodell, so verändert sich gegenüber den Winterprognosen der letzten Wochen nur wenig. So wird für November eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad simuliert, was einem normalen bis leicht zu warmen Temperaturniveau entspricht. Von Dezember 2015 bis einschließlich Februar 2016 berechnet das Langfristmodell mit einer Abweichung von +1/+3 Grad einen zu warmen bis deutlich zu warmen Temperaturverlauf. Allerdings mit einer Veränderung: wurden in den letzten Wochen noch weite Teile von Mitteleuropa mit einer zu hohen Temperaturabweichung simuliert, so wird im Februar 2016 über dem skandinavischen Raum eine Abkühlung simuliert, so dass dort die Abweichung mit -0,5/-2 Grad im negativen Bereich liegen kann. Was lässt sich daraus schließen? Betrachtet man die Niederschlagsaktivität über Deutschland, so werden die Monate Dezember, Januar und Februar gegenüber dem Soll als zu nass simuliert. Betrachtet man die Niederschlagsaktivität über Europa, so ist demnach generell mit einer erhöhten Niederschlagsaktivität zu rechnen. Daraus lässt sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Westwindzirkulation erahnen, welche unter Umständen auch südlich verlagert verlaufen kann (Nordwestwetterlage, Abkühlung über dem skandinavischen Raum). Damit steht das Langfristmodell weiterhin konträr gegenüber den sog. Randfaktoren. Einer der Randfaktoren ist das sog. El Nino Phänomen, welches sich - vereinfacht ausgedrückt - in zwei Verhaltensmustern unterscheidet. Zum einen EP (Ost Pazifik) und zum anderen ein CP (Zentral Pazifik) El Nino. "Normal" ist ein EP El Nino, welcher das Wasser an den östliche Küstenregionen erwärmt. Kommt es zu einer Verschiebung (""Umwandlung") der Warmwasserbereiche weg von der Küstenregion, spricht man von einem zentralpazifischen El Nino Phänomen (CP). Was bedeutet das für unser Wetter - hat das Auswirkungen? Ein El Nino Phänomen hat grundsätzliche Auswirkungen auf das Wetter über der nördlichen Hemisphäre und zeigt sich zumeist in einer hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront, welche durch sog. Trogwetterlagen hervorgerufen werden können. Im Detail kommt es darauf an, wo solche Abtropfvorgänge der Tiefdrucksysteme stattfinden können und wie sich ein daraus resultierender Trog tatsächlich positioniert und im weiteren Verlauf stabilisieren kann. Liegt Deutschland auf der warmen Trogvorder-, bzw. Rückseite, so ist mit einem zu warmen Temperaturverlauf zu rechnen, während eine Position in der Mitte des Troges recht kalte Temperaturabweichungen zur Folge haben kann. Ein CP El Nino hat im Unterschied zum EP El Nino eine "Häufung" von zu kühlen Wetterlagen über Mitteleuropa. In Anbetracht gegenüber der Randfaktoren, welche durchaus ein normales bis leicht zu kühles Temperaturniveau in Aussicht stellen können, bleibt das Langfristmodell stur bei seiner deutlich zu warmen Winterprognose. Anders ausgedrückt bleiben die Unsicherheiten der letzten Wochen für eine Winterprognose 2015/16 erhalten.

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