Sonnig und trocken, so ist das Wetter nach der aktuellen Wettervorhersage für die kommenden Tage zu erwarten. Lediglich am Samstag und auch am Sonntag zeigt sich über den südlichen Landesteilen eine erhöhte Neigung zu Schauern, welche örtlich auch mit Gewittern einhergehen können. Der Grund hierfür ist ein kleinräumiges "Höhentief" über den Alpen, welches sich bereits zum Start in die neue Woche wieder abschwächen kann. Blickt man auf die Konstellation der Wettersysteme zum 6. Oktober, so liegt über dem Atlantik zwischen Island, England und den Azoren ein recht kräftiges Tiefdrucksystem, welches mit seinen bis zu drei Tiefdruckclustern weiter nach Osten ausdehnen möchte. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so stemmt sich im Zeitraum zwischen dem 6./7. Oktober das Hochdrucksystem über Mitteleuropa dagegen und sorgt somit für eine "vorderseitige" Zufuhr warmer bis sehr warmer Luftmassen aus südlichen Richtungen, was die Temperaturen verbreitet um die +20 Grad Marke herum schwanken lassen kann - unter "günstigen" Bedingungen könnte örtlich auch die +25 Grad Marke erreicht werden. Gleichzeitig kann auf der östlichen Flanke des Hochdrucksystems über der Barentssee ein Tiefdruckwirbel recht kühle Luftmassen nach Süden führen, was für das Wetter in Deutschland zunächst noch weniger relevant erscheint, da die kühlen Luftmassen nach Südosten abgelenkt werden, allerdings zeigt sich im weiteren Verlauf eine weitere Abschwächung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa, so dass im Zeitraum 7./10. Oktober es der atlantischen Frontalzone gelingen mag, "Kontakt" zum Tiefdruckwirbel über dem nordöstlichen Europa aufzunehmen. Die Folge daraus wäre eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland, Island, England über Deutschland bis über das östliche Europa reichen kann. Zunehmend wechselhaftes und teils windiges Wetter wäre bei zurückgehenden Temperaturen bei dieser Entwicklungsvariante bis zum 15. Oktober zu erwarten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so strebt das Hoch Mitteleuropa weiter nach Norden und bleibt in seiner Konsistenz stabil, richtet jedoch seine Achse von Nordost nach Südost aus. Somit gelingt es dem Hoch im Verbund mit dem Tiefdruckwirbel über der Barentssee kalte Luftmassen zunächst in Richtung Skandinavien zu führen (und nicht nach Südosten abzulenken), während die Tiefdrucksysteme vom Atlantik her kommend den "Umweg" über Mitteleuropa nehmen müssen. Wäre jetzt Winter, so hätte diese Wetterlage sicherlich Potential für einen Wintereinbruch. Im Herbst wird es bei mäßig milden bis milden Temperaturen eher zu einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Niederschlägen kommen. Nichtsdestotrotz simulieren die Wettermodelle weiterhin Hochdrucksysteme über dem nördlichen Europa, welche die weitere Wetterentwicklung spannend machen und die ab und an simulierte Westwindzirkulation weitgehend unterbinden. In Anbetracht dessen, dass eine West- bis Südwestwetterlage über Deutschland eines "normalen" Zirkulationsmusters entsprechen, ist es geradezu auffällig, wie Hochdrucksysteme das Wetter in den letzten Wochen das Wetter in Deutschland beeinflussen. In der Theorie und Statistik gibt es bei einem sog. El Nino Phänomen vermehrte Häufungen für entsprechende Wellenbewegungen entlang der Polarfront, welche mit günstig platzierten Hochdrucksystemen häufiger zu Trogwetterlagen führen und das "normale" Zirkulationsmuster "stören", bzw. auch nachhaltiger "zerstören" können (Ost-West Umkehr). Ob das so kommen mag, werden die kommenden Wochen zeigen - als Indiz für eine mögliche Auswirkung des El Nino Phänomens ist das aber bereits schon heute zu bewerten. Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum eine von Süd/West nach Nord/Ost abnehmende Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 3./13. Oktober, so dass eine stabile Hochdruckwetterlage ab dem 5. Oktober zunehmend unwahrscheinlicher wird. Im Temperaturverhalten zeigt sich nach dem sehr warmen Oktoberbeginn eine Fortführung der normalen bis leicht zu warmen Temperaturwerte gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa bis zum 9. Oktober und normalisieren sich darüber hinaus bis zum 11. Oktober weitgehend. So liegt das Temperaturspektrum am 7. Oktober zwischen +14/+23 Grad (Mittelwert: +16 Grad über dem Norden, +17 Grad über dem Westen und +18/+19 Grad über dem Süden und Osten) und am 11. Oktober zwischen +5/+25 Grad (Mittelwert: +13/+14 Grad). Noch etwas deutlicher zeigt sich der Normalisierungstrend der Temperaturen anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+11/+18) / zu warm (>+19), welche am 10. Oktober bei 35/30/35 und am 16. Oktober bei 40/50/10 liegen und zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu kühlere als zu warme Varianten unterstützt. Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose für den Oktober und November gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine leicht zu warme Abweichung von +0,5/+1 Grad. Von Dezember bis Februar beträgt demnach die Abweichung zwischen +0,5/+2 Grad und liegt somit im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten wird ein etwas zu trockener Oktober simuliert, während die Monate November und Dezember normal und Januar und Februar gegenüber dem Sollwert zu nass ausfallen könnten.

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