Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 3. Februar

Die Wetterdynamik nimmt in den kommenden Tagen zu und erreicht voraussichtlich zur Karnevalszeit am So./Mo. ihren vorläufigen Höhepunkt. Noch unklar ist die Windentwicklung am Faschingsdienstag, denn nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells könnte ein sog. Schnellläufersystem Deutschland überqueren. Dabei sind Extremwindereignisse mit orkanartigen Windböen nicht auszuschließen. Das europäische Wettermodell berücksichtigt das Orkantief in seinen Berechnungen nicht, so dass Veränderungen hinsichtlich der Windsituation in den kommenden Tagen noch möglich sind (Details s. Wettervorhersage Februar).

Der Westdrift ist voll aktiv und verhindert somit winterliche Witterungsverhältnisse in tieferen Lagen. Im Zeitraum zwischen dem 10./15. Februar verliert nach beiden Wettermodellen die Dynamik an Schwung, so dass Starkwindereignisse weniger wahrscheinlich werden, dass Strömungsmuster bleibt jedoch überwiegend westlich orientiert und sorgt mit einem Niederschlagsfeld nach dem anderen für weitere Niederschlagsaktivitäten. Dabei gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz mal auf die mildere Vorderseite, mal auf die kühlere Rückseite der Tiefdrucksysteme und je nachdem sind auch mal Schnee-, Schneeregen oder Graupelschauer nicht auszuschließen - mit winterlichen Verhältnissen hat das in tieferen Lagen aber wenig gemeinsam. Anders die Situation in den höheren mittleren und höheren Lagen ab ca. 700-1.000 Meter - dort ist durchaus mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen.

Die Wahrscheinlichkeiten für Winter bis in tiefere Lagen hinab sind bis zur Monatsmitte nach den Berechnungen der Wettermodelle als schlecht bis allenfalls mäßig zu bezeichnen. Die Kontrollläufe stützen diesen Trend mehrheitlich, wenngleich der Temperaturcharakter im Zeitraum 10./15. Januar im überwiegend nasskalten Bereich liegen kann. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Januar zwischen -1/+12 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad) und am 15. Februar zwischen -4/+12 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 12. Februar bei 10/50/40 (gestern: 5/50/45) und am 17. Februar bei 20/35/45 (gestern: 10/45/45) und weisen kaum Veränderungen auf.

Warum ist das so? Der sog. Westdrift entsteht durch die Zuführung kalter Luftmassen über das östliche Kanada in Richtung Neufundland und initialisiert über dem Atlantik die Tiefdruckproduktion, welche in ihrem Zirkulationsmuster nach Osten in Richtung Mitteleuropa abdriften. Je kräftiger der Kaltluftvorstoß in Richtung Neufundland ist, desto kräftiger auch die Tiefdrucksysteme und das Ablaufmuster verstärkt sich und ist weitgehend als stabil zu bezeichnen. Damit sich das verändern kann, muss an anderer Stelle eine Veränderung des Setups stattfinden. Dafür verantwortlich könnte weiterhin das starke Minor Warming in Stratosphärenhöhe sein (Temperatursprung von aktuell -72 Grad auf +8 Grad bis zum 6. Februar). Tritt das ein und kann sich darüber hinaus das Minor zu einem Major Warming entwickeln, so sind sprunghafte Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle möglich. Warum? Die Veränderungen betreffen hauptsächlich den Polarwirbel, welcher unter "günstigen" Voraussetzungen auch ein Splitverhalten aufweisen kann. Geschehen die Veränderungen über der Polregion noch im kleinen Maßstab, so können diese sich über den südlichen Breitengrade stärker auswirken - ähnlich eines Impulsgebers, welcher mit zunehmender Ausbreitung chaotischer wird. Die Wettermodelle berücksichtigen zwar die Auswirkungen eines Warmings auf die unteren Luftschichten, jedoch bleibt die Sprunghaftigkeit Aufgrund der unsicheren Positionierung der Wettersysteme über der Polregion hoch (s. Plötzliche Stratosphärenerwärmung). Wir wurden in den letzten Tagen des Öfteren gefragt, ob denn das Minor Warming unserer Einschätzung nach Auswirkungen haben könnte. Durchaus, wenngleich die weitere Entwicklung zu einem Major Warming derzeit noch nicht erkennbar, bzw. Simuliert wird - das Potential hierfür ist aber vorhanden.

Deutlicher zeigt sich auch die Schwächung des Polarwirbels im Verlauf des zweiten Februar-Drittels anhand des AO-Index, dessen Wert zwischenzeitlich deutlich negativ berechnet wird. Der zweite Indikator für eine Wetterumstellung ist der sog. NAO-Index, dieser bleibt aber in einem leicht positiven Bereich und bestätigt die Oben angeführten Simulationen der Wettermodelle. Das Langfristmodell simuliert gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Temperaturabweichung für Februar, welche mit +2/+4 Grad im deutlich zu warmen Bereich liegen kann. Es gibt also nicht sehr viele Signale für eine nachhaltige Rückkehr des Winters. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Das Wetter wird Abwechslungsreich: heute Schneeschauer bis auf 400 Meter runter - in der Nacht teils bis in tiefere Lagen. Am Donnerstag wechselhaft & nasskalt - Schneeoptionen ab den mittleren Lagen. Zum Wochenende milder, am Sonntag, Rosenmontag und evtl. am Faschingsdienstag in Böen stürmisch - je nach Wettermodell auch Starkwindereignisse mit Schnellläufersystemen möglich. Ab Dienstag wieder zunehmend nasskalt mit Schneeoptionen ab mittleren Lagen und zum Wochenende wieder milder. Dieses Auf und Ab der Temperaturen gehört zu einer typischen Westwetterlage, bei der Vorderseitig milde und Rückseitig kühlere Luftmassen herangeführt werden. Allesamt für tiefere Lagen unwinterlich. Daran wird sich nach den Simulationen der Wettermodelle bis zur Monatsmitte wohl auch kaum etwas verändern. Warum? Der sog. Westdrift ist zu intensiv und schaut man z.B. auf den Zeitraum zwischen dem 10./14. Februar so simulieren beide Wettermodelle den nächsten kräftigen Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die nötige "Energie" für den Erhalt der Westwetterlage liefern könnte (Erhaltungsneigung). Das Warming in Stratosphärenhöhe wird heute Abend stärker berechnet und erreicht mit +12 seinen vorläufigen Höhepunkt am 7. Februar (Temperatursprung von -72 Grad: Differenz 84 Grad!!!). Geht es nach der Theorie, so finden bei einem Major Warming möglicherweise 2-7 Tage zeitversetzt die Auswirkungen in den darunter liegenden Luftschichten statt. Aktuell kann sich das Minor Warming nicht zu einem Major Warming weiterentwickeln und so ist auch in den Simulationen davon nichts zu erkennen. Lediglich der AO-Index rutscht im zweiten Februar-Drittel in den deutlich negativen Bereich und deutet eine Instabilität des Polarwirbels an. Abwarten ob was passiert ist derzeit die Devise - ansonsten gilt der abwechslungsreiche Westdrift bis Mitte Februar als die wahrscheinlichere Variante.
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Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 2. Februar

Das Wetter bleibt in den kommenden Tagen turbulent und insbesondere am Mittwoch und Donnerstag kann der Winter kurzweilig mit einer Schneedecke ab den mittleren Lagen zurückkehren und in den Alpen von Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen kräftigen Neuschneezuwachs sorgen. Allerdings zeigt sich zum kommenden Wochenende schon die nächste Milderung mit einen nachfolgenden Sturmtief zum Sonntag/Montag (s. Wettervorhersage Februar).

Wir sind in den letzten Tagen häufiger gefragt worden, wie denn das Wetter am Rosenmontag und Faschingsdienstag werden kann. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell wird es wohl unbeständig und auch windig werden. So zeigt sich nach den heutigen Berechnungen am Rosenmontag eine erhöhte Neigung zu stürmischen Böen, welche am Dienstag etwas nachlassen können - es bleibt aber weiterhin windig. Die Temperaturen liegen mit +3/+7 Grad im überwiegend nasskalten Bereich und die Schneefallgrenze kann zwischen zwischen 600-1.100 Meter schwanken. So sollte in den höher gelegenen Skiregionen von Deutschland, Österreich und der Schweiz ein weiterer Zuwachs der Neuschneedecke möglich sein.

Das europäische Wettermodell simuliert einen ganz ähnlichen Ansatz, wobei der Wind am Montag nicht gar so kräftig ausfällt, wie nach dem amerikanischen Wettermodell. Veränderungen hinsichtlich der Windentwicklung zum Karneval sind in den kommenden Stunden also noch möglich.

Darüber hinaus sind sich die Wettermodelle bis zum 12. Februar weitgehend einig. Die atlantische Frontalzone entsendet ein Tiefdrucksystem nach dem anderen in Richtung Mitteleuropa, so dass bei nasskalten bis milden Temperaturen mit weiteren Niederschlägen gerechnet werden kann. Die Windaktivität bleibt erhalten, schwächt sich jedoch im Zeitraum 10./12. Februar weiter ab.

Von winterlichen Verhältnissen ist in tieferen, teils auch mittleren Lagen bis 700 Meter nicht auszugehen. Zeigen die Wettermodelle darüber hinaus Ansätze für ein Comeback des Winters? Ansätze sind da, wenngleich der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland intakt bleibt und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster besteht. Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 12. Februar bei 5/50/45 und am 17. Februar bei 10/45/45 liegen und nur wenig Chancen auf winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen aufweisen.

Was macht die Entwicklung des Polarwirbels? Die bleibt nahezu unverändert. Das kräftige Minor Warming in Stratosphärenhöhe erreicht zum 7. Februar mit +8 Grad (Ausgangstemperatur von -72 Grad; Temperatursprung 80 Grad) seinen vorläufigen Höhepunkt und kann sich - zum heutigen Stand - danach nicht zu einem Major Warming weiterentwickeln - Potential für ein Major Warming bleibt jedoch weiterhin bestehen. Insbesondere der Anstieg auf bis +8 Grad ist selbst für ein kräftiges Minor Warming außergewöhnlich stark und es ist mit Erstaunen zu beobachten, dass sich das Warming nicht zu einem Major Warming weiterentwickeln kann. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass dieser Prozess schlagartig mit gravierenden Veränderungen in den tieferen Luftschichten von statten gehen kann und die bisher als "wahrscheinlich" angenommene Wetterentwicklung ad absurdum stellt. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:15 Uhr an dieser Stelle mit einem Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Das Auf und Ab bleibt in den Simulationen erhalten. Zur Wochenmitte kühler mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen. Zum Wochenende milder, bevor zum Rosenmontag die Temperaturen sich wieder abkühlen und mit +2/+7 Grad zumeist im nasskalten Bereich liegen können. Daran wird sich auch bis zum 13. Februar nach den aktuellen Berechnungen kaum etwas verändern. Der Grund hierfür ist der äußerst aktive Westdrift, welcher seinen Ursprung in der Kaltluftzufuhr auf den Atlantik bei Neufundland hat. Insbesondere zur Karnevalszeit vom 7./9. Februar sind Starkwindereignisse möglich, wenngleich das amerikanische Wettermodell zum Faschingsdienstag / Aschermittwoch auch Extremwindereignisse berechnet. Das europäische Wettermodell ist da etwas zurückhaltender, so dass in dieser Entwicklung noch Veränderungen möglich sind.

Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 1. Februar

Nach einer aktiv-dynamischen Woche mit viel Wind und Niederschlag, zeigt sich zum kommenden Freitag mit einem Zwischenhoch eine kurze Wetterberuhigung. Simuliert werden bis einschließlich Freitag Niederschlagssummen zumeist zwischen 8-18 l/m², können aber mit 20-50 l/m² ihren Schwerpunkt über den Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen haben. Die Temperaturen bleiben gegenüber der Jahreszeit - nach einer kurzen Abkühlung zur Wochenmitte - im weitgehend zu milden Bereich (Details s. Wetter Februar).

Das amerikanische Wettermodell simuliert nach der Wetterberuhigung zum Freitag ein aufleben des westlich orientierten Zirkulationsmusters, so dass am Wochenende erneut mit viel Wind und Niederschlag gerechnet werden kann. Zum Sonntag/Montag wären demnach auch Starkwindereignisse mit Windgeschwindigkeiten von 30-70 km/h in tieferen und 60-100 km/h in höheren Lagen nicht auszuschließen. Der zumeist aus westlichen bis südwestlichen Richtungen kommende Wind sorgt für Temperaturen, welche mit +4/+8 Grad, örtlich bis +11 Grad weiterhin im zu milden Bereich liegen können.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Ausgangslage für das kommende Wochenende, wenngleich die Gradientenstruktur schwächer berechnet wird, was die Windentwicklung am kommenden Wochenende noch offen lässt und sich im Detail noch Veränderungen ergeben können.

Wie geht es weiter? Beide Wettermodelle favorisieren bis zum 10./11. Februar weiterhin eine Wetteraktivität, welche aus westlichen Richtungen kommen kann. Die Temperaturen gehen dabei etwas zurück und liegen bspw. am 11. Februar mit einem Mittelwert von +4/+5 Grad im vielfach nasskalten Bereich.

Unterschiedlich zeigt sich die Wetterentwicklung nach dem 11. Februar. Hat das europäische Wettermodell eine eher südliche Strömungsstruktur, so zeigt sich nach dem amerikanischen Wettermodell bis zum 15. Februar ein nordwestliches Zirkulationsmuster.

Wie stehen die Chancen auf winterliche Wetterverhältnisse im zweiten Februar-Drittel?? In tieferen Lagen weiterhin mäßig bis schlecht, in mittleren Lagen mäßig und in höheren Lagen mäßig bis gut. Deutlicher zeigen sich die schwachen Wintersignale in tieferen Lagen anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 9. Februar bei 0/35/65 (gestern: 5/25/70) und am 15. Februar bei 20/40/40 (gestern: 20/20/60) liegen. Zwar zeigen sich nun auch vermehrt "normale" Varianten, die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte bis zu milde Temperaturentwicklung ist zum aktuellen Stand höher als eine zu kalte Entwicklung.

Was macht der Polarwirbel? Nach dem aktuellen AO-Index (welche eine Zustandsbeschreibung der Stabilität des Polarwirbels wiedergibt) zeigt sich mit einer negativen Tendenz zum zweiten Februar-Drittel durchaus die Möglichkeit einer erneuten Instabilität des Polarwirbels. Ansatzweise berücksichtigen die Wettermodelle auch diese Varianten eines geschwächten Polarwirbels. Auch das kräftige Minor Warming in Stratosphärenhöhe bleibt in seiner Entwicklung mit Optionen auf ein Major Warming spannend zu beobachten. Anders formuliert: sind die Bedingungen für eine Instabilität des Polarwirbels gegeben, so kann zum heutigen Stand ein deutlich zu milder Temperaturverlauf im zweiten Februar-Drittel noch in Frage gestellt werden. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Aktualisierung:
Alles bleibt in den Simulationen wie gehabt - Westwindwetter bis auf weiteres. Dabei wechselt sich mal mildes Vorderseitenwetter mit kühlem Rückseitenwetter ab. Zwischendurch ist einiges an Niederschlag zu erwarten bei einem insgesamt kräftigen, teils auch stürmischen Wind. Minor Warming bleibt kräftig simuliert und der Polarwirbel wird zunehmend instabiler berechnet. Das ist und bleibt aber auch der letzte "Hoffnungsschimmer" für Freund des Winters. Warum? Ab Mitte Februar hat die Sonne schon einen entsprechend hohen Stand, so dass in der Höhe schon -8/-10 Grad für Schneefall bis in tiefere Lagen notwendig sein müssten. Die Frage ist nur - woher soll die Kälte kommen? Da bleibt nur der direkte Weg arktischen Ursprungs in Form einer meridionalen Trogwetterlage und die tut sich mit einem Polarwirbelsplit leichter, nach Süden auszubrechen.

Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 31. Januar

Die kommenden Tage verlaufen bis einschließlich Freitag äußerst unbeständig, teils auch nasskalt, überwiegend jedoch mild, so dass winterliche Wetterverhältnisse den höheren mittleren und höheren Lagen vorbehalten bleiben. Der Wind kommt über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge meist stark bis mäßig, in Teilen auch stürmisch und lässt nach Süden hin in seiner Intensität nach. Umgangssprachlich lässt sich das Wetter in den kommenden Tagen auch als "Vollwetter" bezeichnen - langweilig wird es für Meteorologen sicherlich nicht werden (s. Wettervorhersage Februar).

Doch was ist mit dem Winter? Ergeben sich noch Möglichkeiten im Zeitraum 5./15. Februar für eine Rückkehr des Winters? Das amerikanische Wettermodell simuliert bis zum 10. Februar ein zentral steuerndes Tiefdrucksystem im Bereich zwischen England und Skandinavien, welches mit seinen südlichen Gradienten auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen kann. Da die Tiefdruckachse noch weiter westlich liegt, gelangt Deutschland erst nach dem 7. Februar so langsam auf die kühlere Rückseite, was die Tageswerte mit +0/+6 Grad zum 9. Februar in den nasskalten Bereich absinken lassen kann. Interessant ist der berechnete Vorgang einer Mäandrierung mit anschließender meridionaler Ausprägung der Gradienten zueinander. Vereinfacht ausgedrückt verlagert sich die Frontalzone weiter nach Süden und verliert daraufhin an Dynamik - gleichzeitig kann sich auf dem Atlantik zwischen den Azoren und Grönland ein Hochdruckkeil aufbauen und somit zur Wetterberuhigung beitragen. Die Gradienten werden zunehmend "chaotischer" (verschlungen / mäandrieren) zueinander, haben jedoch über Mitteleuropa eine Nord-Süd Ausprägung. Das Tief bleibt jedoch im Bereich über Mitteleuropa positioniert, was den Kaltluftzustrom im Zeitraum 10./15. Februar von Nord nach Süd blockiert. Läge das Tief weiter über dem Osten, so könnte man von einem Wintercomeback sprechen. So bleibt es jedoch bei einer überwiegend nasskalten Witterung (nachts Frost, tagsüber -1/+5 Grad).

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, bei der zum 10. Februar das Azorenhoch einen Hochdruckkeil nach Norden in Richtung Grönland entsenden kann, während das Tief im Bereich über England und Skandinavien seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz geltend macht.

Betrachtet man die Simulation des Polarwirbels, so erkennt man über der Polarregion die Ausbildung des "Polarhochs" mit einem Kerndruck, welcher zwischen 1045 hPa und 1055 hPa liegen kann. Das hat Auswirkungen auf die Hochdrucksysteme über Sibirien, Alaska und auch den Azoren. Je nach Achsverlagerung der "Polarhochs" können Verbindungen zu den jeweiligen Hochdrucksystemen aufgebaut werden. Stand heute werden Verbindungen zum Azoren-/Grönlandhoch und dem Hoch über Alaska favorisiert. In Folge daraus wird der Kaltluftkörper (Teilwirbel) über dem kanadischen Raum isoliert und durch die Rotation des "Polarhochs" entgegen dem Uhrzeigersinn wird der zweite Teilwirbel über dem sibirischen Raum weiter nach Westen transportiert. Das schwächt den Polarwirbel insgesamt und die Rotationsgeschwindigkeit wird deutlich gebremst (was zu der oben beschrieben Mäandrierung führen kann) und sind durchaus Ansätze für einen möglichen Wetterumschwung im zweiten Februar-Drittel.

Hat das etwas mit dem kräftigen Minor Warming in Stratosphärenhöhe zu tun? Zumindest eine kurzweilige instabile Variante des Polarwirbels ist nicht auszuschließen und es bleibt in den kommenden 1-3 Tagen noch abzuwarten, ob in der weiteren Entwicklung aus dem kräftigen Minor Warming nicht auch noch ein Major Warming werden könnte. Man darf gespannt sein, wie die Wettermodelle in den kommenden Tagen vermehrt zwischen milden, nasskalten und auch kalten Varianten hin und her pendeln werden. Warum? Die Wettermodelle berücksichtigen in ihren Simulationen zwar die Auswirkungen eines kräftigen Minor-/Major Warmings auf die unteren Luftschichten. Allerdings geschieht das über der Polregion, wo es - vereinfacht ausgedrückt - darauf ankommt, wie sich die Hoch- und Tiefdruckachsen zueinander ausbilden. Geringe Veränderungen im Zentrum (< 66. Breitengrad) haben teils gravierende Auswirkungen auf den Breitengrad für Deutschland (~47. und 55. Breitengrad). Zu vergleichen in etwa mit dem Ausblasen einer Kerze - zunächst noch stabile Rauchfahne, welche nach oben hin zunehmend chaotischer wird. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.
Aktualisierung:
Beide Wettermodelle halten bis zum 10. Februar an ihren milden bis nasskalten Varianten fest, so dass winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen bis dahin wenig wahrscheinlich sind. Zwar ist am 3./4. Februar bei Temperaturen von -7 Grad in 1.500 Meter Höhe der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen - mit Winterwetter hat das aber wenig gemeinsam. Darüber hinaus zeigt sich bis zum 9. Februar eine milde Temperaturtendenz. Erst darüber hinaus mehren sich auch kühlere und kältere Varianten, wenngleich der Mittelwert eine normalisierende Tendenz aufweist. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe im Zeitraum 10./15. Februar zwischen +4/+6 Grad - auch das deutet nicht wirklich auf eine Rückkehr des Winter im zweiten Februar-Drittel hin. Auch mit Blick auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) zeigt sich am 9. Februar mit 5/25/70 und am 15. Februar mit 20/20/60 nur wenig Chancen auf winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen. Aber: das mäandrierende, teils auch meridionalisierende Grundmuster bleibt - insbesondere beim europäischen Wettermodell - erhalten und der AO-Index weist nach dem 10. Februar mehrheitlich eine negative Tendenz aus.

Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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