Die kommenden Tage verlaufen bis einschließlich Freitag äußerst unbeständig, teils auch nasskalt, überwiegend jedoch mild, so dass winterliche Wetterverhältnisse den höheren mittleren und höheren Lagen vorbehalten bleiben. Der Wind kommt über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge meist stark bis mäßig, in Teilen auch stürmisch und lässt nach Süden hin in seiner Intensität nach. Umgangssprachlich lässt sich das Wetter in den kommenden Tagen auch als "Vollwetter" bezeichnen - langweilig wird es für Meteorologen sicherlich nicht werden (s. Wettervorhersage Februar).

Doch was ist mit dem Winter? Ergeben sich noch Möglichkeiten im Zeitraum 5./15. Februar für eine Rückkehr des Winters? Das amerikanische Wettermodell simuliert bis zum 10. Februar ein zentral steuerndes Tiefdrucksystem im Bereich zwischen England und Skandinavien, welches mit seinen südlichen Gradienten auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen kann. Da die Tiefdruckachse noch weiter westlich liegt, gelangt Deutschland erst nach dem 7. Februar so langsam auf die kühlere Rückseite, was die Tageswerte mit +0/+6 Grad zum 9. Februar in den nasskalten Bereich absinken lassen kann. Interessant ist der berechnete Vorgang einer Mäandrierung mit anschließender meridionaler Ausprägung der Gradienten zueinander. Vereinfacht ausgedrückt verlagert sich die Frontalzone weiter nach Süden und verliert daraufhin an Dynamik - gleichzeitig kann sich auf dem Atlantik zwischen den Azoren und Grönland ein Hochdruckkeil aufbauen und somit zur Wetterberuhigung beitragen. Die Gradienten werden zunehmend "chaotischer" (verschlungen / mäandrieren) zueinander, haben jedoch über Mitteleuropa eine Nord-Süd Ausprägung. Das Tief bleibt jedoch im Bereich über Mitteleuropa positioniert, was den Kaltluftzustrom im Zeitraum 10./15. Februar von Nord nach Süd blockiert. Läge das Tief weiter über dem Osten, so könnte man von einem Wintercomeback sprechen. So bleibt es jedoch bei einer überwiegend nasskalten Witterung (nachts Frost, tagsüber -1/+5 Grad).

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, bei der zum 10. Februar das Azorenhoch einen Hochdruckkeil nach Norden in Richtung Grönland entsenden kann, während das Tief im Bereich über England und Skandinavien seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz geltend macht.

Betrachtet man die Simulation des Polarwirbels, so erkennt man über der Polarregion die Ausbildung des "Polarhochs" mit einem Kerndruck, welcher zwischen 1045 hPa und 1055 hPa liegen kann. Das hat Auswirkungen auf die Hochdrucksysteme über Sibirien, Alaska und auch den Azoren. Je nach Achsverlagerung der "Polarhochs" können Verbindungen zu den jeweiligen Hochdrucksystemen aufgebaut werden. Stand heute werden Verbindungen zum Azoren-/Grönlandhoch und dem Hoch über Alaska favorisiert. In Folge daraus wird der Kaltluftkörper (Teilwirbel) über dem kanadischen Raum isoliert und durch die Rotation des "Polarhochs" entgegen dem Uhrzeigersinn wird der zweite Teilwirbel über dem sibirischen Raum weiter nach Westen transportiert. Das schwächt den Polarwirbel insgesamt und die Rotationsgeschwindigkeit wird deutlich gebremst (was zu der oben beschrieben Mäandrierung führen kann) und sind durchaus Ansätze für einen möglichen Wetterumschwung im zweiten Februar-Drittel.

Hat das etwas mit dem kräftigen Minor Warming in Stratosphärenhöhe zu tun? Zumindest eine kurzweilige instabile Variante des Polarwirbels ist nicht auszuschließen und es bleibt in den kommenden 1-3 Tagen noch abzuwarten, ob in der weiteren Entwicklung aus dem kräftigen Minor Warming nicht auch noch ein Major Warming werden könnte. Man darf gespannt sein, wie die Wettermodelle in den kommenden Tagen vermehrt zwischen milden, nasskalten und auch kalten Varianten hin und her pendeln werden. Warum? Die Wettermodelle berücksichtigen in ihren Simulationen zwar die Auswirkungen eines kräftigen Minor-/Major Warmings auf die unteren Luftschichten. Allerdings geschieht das über der Polregion, wo es - vereinfacht ausgedrückt - darauf ankommt, wie sich die Hoch- und Tiefdruckachsen zueinander ausbilden. Geringe Veränderungen im Zentrum (< 66. Breitengrad) haben teils gravierende Auswirkungen auf den Breitengrad für Deutschland (~47. und 55. Breitengrad). Zu vergleichen in etwa mit dem Ausblasen einer Kerze - zunächst noch stabile Rauchfahne, welche nach oben hin zunehmend chaotischer wird. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.
Aktualisierung:
Beide Wettermodelle halten bis zum 10. Februar an ihren milden bis nasskalten Varianten fest, so dass winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen bis dahin wenig wahrscheinlich sind. Zwar ist am 3./4. Februar bei Temperaturen von -7 Grad in 1.500 Meter Höhe der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen - mit Winterwetter hat das aber wenig gemeinsam. Darüber hinaus zeigt sich bis zum 9. Februar eine milde Temperaturtendenz. Erst darüber hinaus mehren sich auch kühlere und kältere Varianten, wenngleich der Mittelwert eine normalisierende Tendenz aufweist. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe im Zeitraum 10./15. Februar zwischen +4/+6 Grad - auch das deutet nicht wirklich auf eine Rückkehr des Winter im zweiten Februar-Drittel hin. Auch mit Blick auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) zeigt sich am 9. Februar mit 5/25/70 und am 15. Februar mit 20/20/60 nur wenig Chancen auf winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen. Aber: das mäandrierende, teils auch meridionalisierende Grundmuster bleibt - insbesondere beim europäischen Wettermodell - erhalten und der AO-Index weist nach dem 10. Februar mehrheitlich eine negative Tendenz aus.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!