Viele Fragen erreichen uns derzeit per E-Mail, ob zu den sog. "Faschingsferien", bzw. "Winterferien" in vielen Bundesländern der Winter zurückkehren und somit in den Skiregionen der Mittelgebirge, Bayerischer Wald, Schwarzwald und der Alpen für gute Skibedingungen sorgen könnte.

Zunächst einmal zeigt sich das Wetter Anfang Februar stürmisch und wechselhaft und mild, wobei der Temperaturtrend im Zeitraum 3./5. Februar zunehmend in die nasskalte Richtung neigt und somit Schneeoptionen oberhalb etwa 500-800 Meter zulässt (s. Wetter Februar).

Darüber hinaus bleibt der "Westdrift" erhalten, jedoch verlagert sich die Frontalzone zunehmend nach Süden, so dass Deutschland im Wechselspiel der Temperaturen verweilen kann. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so positioniert sich zum 6./7. Februar zwischen England und Skandinavien ein Tiefdrucksystem, welches auf seiner Vorderseite erneut milde Luftmassen nach Deutschland führen kann. Die Temperaturen würden in diesem Fall auf +6/+11 Grad und die Schneefallgrenze auf 1.000-1.500 Meter ansteigen können. Erst im Zeitraum vom 8./12. Februar ziehen die Tiefdrucksysteme in einer Nordwest-Südost Achse über Deutschland hinweg und sorgen bei nasskalten Werten zwischen +0/+5 Grad in tieferen Lagen mit Schnee-, Schneeregen-, Graupel- oder Regenschauer für "Schmuddelwetter", erst oberhalb etwa 500-800 Meter kann der Niederschlag langsam mehr und mehr in Schnee übergehen und oberhalb etwa 800 Meter für winterliche Verhältnisse sorgen. Im Zeitraum zwischen dem 12./14. Februar zeigt sich auch eine Entwicklungstendenz zu einem meridionalem Zirkulationsmuster mit Trog Mitteleuropa - es wäre in diesem Fall dann nur eine Frage der Zeit, bis in tieferen Lagen sich wieder eine Schneedecke ausbilden könnte.

Das europäische Wettermodell simuliert bis zum 8. Februar eine ganz ähnliche Variante, wenngleich der erste Trogansatz stärker ausfällt, jedoch im gleichen Maße der Tiefdruck auf dem Atlantik erhöht bleibt und die Wahrscheinlichkeit somit relativ hoch ist, als dass der Trogansatz durch die nachfolgenden Tiefdrucksysteme "überrannt" werden kann.

Zusammenfassend: Es bleibt bis zum 3. Februar für die Jahreszeit zu mild. Darüber hinaus normalisieren sich die Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau, was die Optionen auf Winter ab den mittleren Lagen (600-900 Meter) erhöht und somit die Möglichkeiten für eine Rückkehr des Winters in den Skiregionen aufrecht hält. Die Kontrollläufe stützen eine nasskalte Witterung im ersten Februar-Drittel mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 5. Februar zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, +5 Grad über dem Norden und Süden und +6 Grad über dem Westen) und am 12. Februar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Süden und Osten und +5/+6 Grad über dem Norden und Westen). Wie hoch stehen die Wahrscheinlichkeiten auf die Rückkehr des Winters in tieferen Lagen? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 6. Februar bei 10/15/75 und am 13. Februar bei 20/40/40.

Das kräftige Minor Warming beginnt zum 3. Februar und erreicht zum 7. Februar mit einem Höchstwert von -4/+0 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt - der Temperatursprung in Stratosphärenhöhe beträgt somit knapp 70 Grad, was eines der Kriterien zum Major Warming erfüllt. Jedoch zeigt sich darüber hinaus eine Abschwächung des Warmings, so dass eine Zirkulationsumkehr wohl nicht stattfinden kann und es bei einem kräftigen Minor Warming bleibt. Potential für eine Major Warming selbst bleibt jedoch in den Simulationen erhalten und Ansätze für eine erneute Instabilität des Polarwirbels sind ebenfalls vorhanden. Es wird wohl in den kommenden 1/2 Tage entscheiden, ob der Winter im Februar sein Comeback feiern kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Gegenüber heute Nachmittag gab es kaum Veränderungen der Simulationen der Wettermodelle. So bleibt das amerikanische Wettermodell im Zeitraum 3./12. Februar bei seiner weitgehen nasskalten Variante, bei der in tieferen Lagen der Niederschlag zumeist als Regen und ab mittleren Lagen zunehmend in Schnee übergehen kann (600-900 Meter). Das europäische Wettermodell simuliert eine ähnliche Ausgangslage, jedoch ist der Tiefdruckgradient stärker ausgeprägt und Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen auf der östlichen Tiefdruckvorderseite, was die Temperaturen in tieferen Lagen im milden und in mittleren Lagen im nasskalten Bereich verweilen lässt - Schneeoptionen sind zumeist den höheren Lagen ab 900 Meter vorbehalten. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen sich ab dem 3. Februar normalisierenden Temperaturtrend. So liegen die Mittelwerte des Temperaturspektrums im Zeitraum 3./12. Februar zumeist zwischen +4/+6 Grad. Erstmalig zeigt das amerikanische Wettermodell eine Variante, bei der das kräftige Minor Warming sich tatsächlich zu einem Major Warming weiter entwickeln kann - da dies zum ersten Mal berechnet wird, ist da noch nicht zu viel hinein zu interpretieren , sondern diese Entwicklung muss sich in den kommenden Tagen erst noch stabilisieren. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Verlauf des zweiten Februar-Drittels den Ansatz einer Rückkehr des Winters mit einer Trogwetterlage über Mitteleuropa teils bis in tiefere Lagen hinab. Die kommenden Tage werden für Meteorologen sicherlich spannend.

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