Nach einer aktiv-dynamischen Woche mit viel Wind und Niederschlag, zeigt sich zum kommenden Freitag mit einem Zwischenhoch eine kurze Wetterberuhigung. Simuliert werden bis einschließlich Freitag Niederschlagssummen zumeist zwischen 8-18 l/m², können aber mit 20-50 l/m² ihren Schwerpunkt über den Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen haben. Die Temperaturen bleiben gegenüber der Jahreszeit - nach einer kurzen Abkühlung zur Wochenmitte - im weitgehend zu milden Bereich (Details s. Wetter Februar).

Das amerikanische Wettermodell simuliert nach der Wetterberuhigung zum Freitag ein aufleben des westlich orientierten Zirkulationsmusters, so dass am Wochenende erneut mit viel Wind und Niederschlag gerechnet werden kann. Zum Sonntag/Montag wären demnach auch Starkwindereignisse mit Windgeschwindigkeiten von 30-70 km/h in tieferen und 60-100 km/h in höheren Lagen nicht auszuschließen. Der zumeist aus westlichen bis südwestlichen Richtungen kommende Wind sorgt für Temperaturen, welche mit +4/+8 Grad, örtlich bis +11 Grad weiterhin im zu milden Bereich liegen können.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Ausgangslage für das kommende Wochenende, wenngleich die Gradientenstruktur schwächer berechnet wird, was die Windentwicklung am kommenden Wochenende noch offen lässt und sich im Detail noch Veränderungen ergeben können.

Wie geht es weiter? Beide Wettermodelle favorisieren bis zum 10./11. Februar weiterhin eine Wetteraktivität, welche aus westlichen Richtungen kommen kann. Die Temperaturen gehen dabei etwas zurück und liegen bspw. am 11. Februar mit einem Mittelwert von +4/+5 Grad im vielfach nasskalten Bereich.

Unterschiedlich zeigt sich die Wetterentwicklung nach dem 11. Februar. Hat das europäische Wettermodell eine eher südliche Strömungsstruktur, so zeigt sich nach dem amerikanischen Wettermodell bis zum 15. Februar ein nordwestliches Zirkulationsmuster.

Wie stehen die Chancen auf winterliche Wetterverhältnisse im zweiten Februar-Drittel?? In tieferen Lagen weiterhin mäßig bis schlecht, in mittleren Lagen mäßig und in höheren Lagen mäßig bis gut. Deutlicher zeigen sich die schwachen Wintersignale in tieferen Lagen anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 9. Februar bei 0/35/65 (gestern: 5/25/70) und am 15. Februar bei 20/40/40 (gestern: 20/20/60) liegen. Zwar zeigen sich nun auch vermehrt "normale" Varianten, die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte bis zu milde Temperaturentwicklung ist zum aktuellen Stand höher als eine zu kalte Entwicklung.

Was macht der Polarwirbel? Nach dem aktuellen AO-Index (welche eine Zustandsbeschreibung der Stabilität des Polarwirbels wiedergibt) zeigt sich mit einer negativen Tendenz zum zweiten Februar-Drittel durchaus die Möglichkeit einer erneuten Instabilität des Polarwirbels. Ansatzweise berücksichtigen die Wettermodelle auch diese Varianten eines geschwächten Polarwirbels. Auch das kräftige Minor Warming in Stratosphärenhöhe bleibt in seiner Entwicklung mit Optionen auf ein Major Warming spannend zu beobachten. Anders formuliert: sind die Bedingungen für eine Instabilität des Polarwirbels gegeben, so kann zum heutigen Stand ein deutlich zu milder Temperaturverlauf im zweiten Februar-Drittel noch in Frage gestellt werden. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Aktualisierung:
Alles bleibt in den Simulationen wie gehabt - Westwindwetter bis auf weiteres. Dabei wechselt sich mal mildes Vorderseitenwetter mit kühlem Rückseitenwetter ab. Zwischendurch ist einiges an Niederschlag zu erwarten bei einem insgesamt kräftigen, teils auch stürmischen Wind. Minor Warming bleibt kräftig simuliert und der Polarwirbel wird zunehmend instabiler berechnet. Das ist und bleibt aber auch der letzte "Hoffnungsschimmer" für Freund des Winters. Warum? Ab Mitte Februar hat die Sonne schon einen entsprechend hohen Stand, so dass in der Höhe schon -8/-10 Grad für Schneefall bis in tiefere Lagen notwendig sein müssten. Die Frage ist nur - woher soll die Kälte kommen? Da bleibt nur der direkte Weg arktischen Ursprungs in Form einer meridionalen Trogwetterlage und die tut sich mit einem Polarwirbelsplit leichter, nach Süden auszubrechen.

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