Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 30. Januar

Bis zum kommenden Donnerstag verläuft die Woche teils stürmisch mit viel Niederschlag - insbesondere über den Staulagen. Die Temperaturen sind anfangs noch im deutlich zu milden, sinken jedoch am Mittwoch und Donnerstag in den nasskalten Bereich ab, so dass die Schneefallgrenze auf 600-1.000 Meter absinken kann (s. Wetter Februar).

Nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen und auch europäischen Wettermodells bleibt der sog. "Westdrift" im ersten Februar-Drittel weitgehend erhalten und geht im Zeitraum 6./9. Februar langsam in eine milde Südwestwetterlage über. So können die Tageswerte bei einem weiterhin unbeständigen und teils windigen Wettercharakter auf +6/+12 Grad ansteigen (Vorderseitenwetter). Zum Übergang in das zweite Februar Drittel ergibt sich nachfolgend ein breiteres Entwicklungsspektrum, welches sich im Wesentlichen von drei Varianten unterscheiden kann.

Die erste Variante ist eine Fortsetzung der milden West-, bis Südwestwetterlage. Die zweite Variante wird mit einer nach Süden verlagerten Frontalzone simuliert, so dass die Grundströmung aus nordwestlichen Richtungen kommt und über Deutschland, Österreich und der Schweiz nasskalte Luftmassen führen kann - winterliche Optionen sind ab den mittleren Lagen möglich und ab höheren Lagen wahrscheinlich. Die dritte Variante ist ein meridionales Zirkulationsmuster, bei der die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa von Nord nach Süd ziehen und dabei kühlere Luftmassen nach Süden führen können - winterliche Optionen sind ab den mittleren Lagen, teils bis in tiefere Lagen möglich.

Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen in der Höhe weiterhin ein sich normalisierendes - Jahreszeit-typisches - Temperaturverhalten im Zeitraum 9./14. Februar, was in tieferen bis mittleren Lagen nasskalte und in höheren Lagen winterliche Optionen stützt. So liegt das Temperaturspektrum am 9. Februar zwischen -1/+10 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) und am 14. Februar zwischen -4/+15 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad). Wie hoch sind die Wahrscheinlichkeiten für winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen hinab? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 9. Februar bei 10/25/65 und am 14. Februar bei 15/30/55 und weisen nur einen sehr kleinen Spielraum für ein Comeback des Winters bis in tiefere Lagen aus - viel wahrscheinlicher sind nasskalte bis zu milde Temperaturen.

Was ist mit dem Minor Warming in Stratosphärenhöhe? Gestern gab es einen simulierten Ansatz zum Major Warming, welcher in den darauf folgenden Simulationen nicht bestätigt wurde - das Potential hierfür bleibt jedoch erhalten. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.
Aktualisierung:
Keine Veränderungen: das amerikanische Wettermodell bleibt der Variante einer weitgehend aktiven Westwetterlage bis zum 14. Februar treu. Zwischen durch mal etwas kühler, mal auch etwas milder - insgesamt für die Jahreszeit zu mild. Die Möglichkeit eines normalisierenden Temperaturspektrums zeigt sich erst nach dem 10. Februar. Das europäische Wettermodell neigt in seinen Simulationen im Ansatz zu einer Meridionalisierung ab dem 9./10. Februar, bis dahin ebenfalls mild und wechselhaft. Spannend bleibt es rund um das kräftige Minor Warming in Stratosphärenhöhe mit Potential zum Major Warming. In spätestens 3-4 Tagen sollte es sich entschieden haben, ob daraus ein Major Warming entstehen kann oder ob es beim Minor Warming bleibt. AO Index Wert zeigt im Verlauf des ersten Februar-Drittels eine neutrale bis negative Entwicklungstendenz.
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Wetter Winter 2015/2016 - Wetterprognose vom 29. Januar

Viele Fragen erreichen uns derzeit per E-Mail, ob zu den sog. "Faschingsferien", bzw. "Winterferien" in vielen Bundesländern der Winter zurückkehren und somit in den Skiregionen der Mittelgebirge, Bayerischer Wald, Schwarzwald und der Alpen für gute Skibedingungen sorgen könnte.

Zunächst einmal zeigt sich das Wetter Anfang Februar stürmisch und wechselhaft und mild, wobei der Temperaturtrend im Zeitraum 3./5. Februar zunehmend in die nasskalte Richtung neigt und somit Schneeoptionen oberhalb etwa 500-800 Meter zulässt (s. Wetter Februar).

Darüber hinaus bleibt der "Westdrift" erhalten, jedoch verlagert sich die Frontalzone zunehmend nach Süden, so dass Deutschland im Wechselspiel der Temperaturen verweilen kann. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so positioniert sich zum 6./7. Februar zwischen England und Skandinavien ein Tiefdrucksystem, welches auf seiner Vorderseite erneut milde Luftmassen nach Deutschland führen kann. Die Temperaturen würden in diesem Fall auf +6/+11 Grad und die Schneefallgrenze auf 1.000-1.500 Meter ansteigen können. Erst im Zeitraum vom 8./12. Februar ziehen die Tiefdrucksysteme in einer Nordwest-Südost Achse über Deutschland hinweg und sorgen bei nasskalten Werten zwischen +0/+5 Grad in tieferen Lagen mit Schnee-, Schneeregen-, Graupel- oder Regenschauer für "Schmuddelwetter", erst oberhalb etwa 500-800 Meter kann der Niederschlag langsam mehr und mehr in Schnee übergehen und oberhalb etwa 800 Meter für winterliche Verhältnisse sorgen. Im Zeitraum zwischen dem 12./14. Februar zeigt sich auch eine Entwicklungstendenz zu einem meridionalem Zirkulationsmuster mit Trog Mitteleuropa - es wäre in diesem Fall dann nur eine Frage der Zeit, bis in tieferen Lagen sich wieder eine Schneedecke ausbilden könnte.

Das europäische Wettermodell simuliert bis zum 8. Februar eine ganz ähnliche Variante, wenngleich der erste Trogansatz stärker ausfällt, jedoch im gleichen Maße der Tiefdruck auf dem Atlantik erhöht bleibt und die Wahrscheinlichkeit somit relativ hoch ist, als dass der Trogansatz durch die nachfolgenden Tiefdrucksysteme "überrannt" werden kann.

Zusammenfassend: Es bleibt bis zum 3. Februar für die Jahreszeit zu mild. Darüber hinaus normalisieren sich die Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau, was die Optionen auf Winter ab den mittleren Lagen (600-900 Meter) erhöht und somit die Möglichkeiten für eine Rückkehr des Winters in den Skiregionen aufrecht hält. Die Kontrollläufe stützen eine nasskalte Witterung im ersten Februar-Drittel mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 5. Februar zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, +5 Grad über dem Norden und Süden und +6 Grad über dem Westen) und am 12. Februar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Süden und Osten und +5/+6 Grad über dem Norden und Westen). Wie hoch stehen die Wahrscheinlichkeiten auf die Rückkehr des Winters in tieferen Lagen? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 6. Februar bei 10/15/75 und am 13. Februar bei 20/40/40.

Das kräftige Minor Warming beginnt zum 3. Februar und erreicht zum 7. Februar mit einem Höchstwert von -4/+0 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt - der Temperatursprung in Stratosphärenhöhe beträgt somit knapp 70 Grad, was eines der Kriterien zum Major Warming erfüllt. Jedoch zeigt sich darüber hinaus eine Abschwächung des Warmings, so dass eine Zirkulationsumkehr wohl nicht stattfinden kann und es bei einem kräftigen Minor Warming bleibt. Potential für eine Major Warming selbst bleibt jedoch in den Simulationen erhalten und Ansätze für eine erneute Instabilität des Polarwirbels sind ebenfalls vorhanden. Es wird wohl in den kommenden 1/2 Tage entscheiden, ob der Winter im Februar sein Comeback feiern kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Gegenüber heute Nachmittag gab es kaum Veränderungen der Simulationen der Wettermodelle. So bleibt das amerikanische Wettermodell im Zeitraum 3./12. Februar bei seiner weitgehen nasskalten Variante, bei der in tieferen Lagen der Niederschlag zumeist als Regen und ab mittleren Lagen zunehmend in Schnee übergehen kann (600-900 Meter). Das europäische Wettermodell simuliert eine ähnliche Ausgangslage, jedoch ist der Tiefdruckgradient stärker ausgeprägt und Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen auf der östlichen Tiefdruckvorderseite, was die Temperaturen in tieferen Lagen im milden und in mittleren Lagen im nasskalten Bereich verweilen lässt - Schneeoptionen sind zumeist den höheren Lagen ab 900 Meter vorbehalten. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen sich ab dem 3. Februar normalisierenden Temperaturtrend. So liegen die Mittelwerte des Temperaturspektrums im Zeitraum 3./12. Februar zumeist zwischen +4/+6 Grad. Erstmalig zeigt das amerikanische Wettermodell eine Variante, bei der das kräftige Minor Warming sich tatsächlich zu einem Major Warming weiter entwickeln kann - da dies zum ersten Mal berechnet wird, ist da noch nicht zu viel hinein zu interpretieren , sondern diese Entwicklung muss sich in den kommenden Tagen erst noch stabilisieren. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Verlauf des zweiten Februar-Drittels den Ansatz einer Rückkehr des Winters mit einer Trogwetterlage über Mitteleuropa teils bis in tiefere Lagen hinab. Die kommenden Tage werden für Meteorologen sicherlich spannend.

Wetter Winter 2015/2016 - Wettertrend vom 28. Januar

So eintönig wie in den letzten Tagen wird das Wetter bis zum 3. Februar nicht mehr werden. Mit einer aktiv-dynamischen Westwetterlage ist mit stürmischen Winden zu rechnen, welche für Anfang Februar auch das Potential für Extremwindereignisse aufweisen können. Die Temperaturen bleiben zunächst für die Jahreszeit auf zu hohem Niveau, sinken jedoch im Zeitraum vom 3./5. Februar langsam auf nasskalte Werte ab und die Niederschlagsneigung lässt allgemein nach (s. Wettervorhersage Januar || Wetterprognose Februar).

Spannend bleibt hinsichtlich der weiteren Wetterentwicklung der Zeitraum zwischen dem 5./10. Februar. Denn bereits gestern Abend zeichnete sich eine Umstrukturierung des Zirkulationsmusters ab, welches sich heute erneut - jedoch in einer anderen Variante - zeigt. Somit wird eine vorübergehende Westwetterlage zunehmend wahrscheinlicher, welche zum 3. Februar voraussichtlich ihr vorläufiges Finale haben könnte. Was hat sich geändert?

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine Verschiebung des Hochdruckkeils vom westlichen Europa über das östliche Europa im Zeitraum zwischen dem 3./7. Februar, so dass der Wettercharakter insgesamt als ruhig und die Temperaturen als mild zu bezeichnen sind, da Deutschland zunehmend in den Einflussbereich der westlichen - und damit milden - Hochdruckgradienten kommt. Bis zum 8. Februar setzt sich im Ansatz das Downstream Development mit einem initialisierenden Mittelmeertief durch und drückt somit die Gradientenstruktur weiter nach Süden. Somit wird der hohe Luftdruck über dem Osten abgebaut und das Hochdrucksystem selbst weicht mit seinem Kern in "kugelrunder" Formation in Richtung Azoren aus. Somit gelangt Deutschland im Zeitraum 8./12. Februar zunehmend auf die östlichen Strömungsgradienten des Hochdrucksystems, was die Temperaturen auf ein nasskaltes Temperaturniveau absinken lassen kann. Winterliche Optionen sind dann ab den mittleren Lagen nicht auszuschließen (passend zu den Winterferien, bzw. Faschingsferien).

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, jedoch ist hier zum 6. Februar über dem skandinavischen Raum eine größere Kaltluftansammlung zu beobachten, wie nach dem amerikanischen Wettermodell. Die kalte Luft reicht in Teilen schon bis über den äußersten Norden von Deutschland, wenngleich das Temperaturgefüge am 6. Februar insgesamt als mild bis allenfalls nasskalt zu bezeichnen ist. Nichtsdestotrotz ist es darüber hinaus - nach dieser Konstellation - durchaus wahrscheinlich, dass zunächst ein weiteres Tiefdrucksystem Deutschland überquert und nachfolgend die kalten Luftmassen "anzapfen" kann. Ob das winterliche Wetterentwicklungen nachziehen kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten.

Es zeigt sich so langsam ein Wandel in den Simulationen der Wettermodelle, wenngleich das noch nicht mit winterlichen Verhältnissen gleichzusetzen ist. Und dennoch kann zum aktuellen Stand von einer stringenten Fortsetzung der extrem zu milden Temperaturen der kommenden Tage im ersten Februar-Drittel nicht mehr ausgegangen werden. Deutlicher zeigt sich die Entwicklung anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 4. Februar bei 5/50/45 (gestern: 5/35/60) und am 12. Februar bei 25/45/30 (gestern: 20/30/50) liegen. Es tut sich also was im Wettertrend für das erste Februar-Drittel. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr mit einem kurzen Update des Wettertrends Winter.
Aktualisierung:
Wenig Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle heute Abend. Nach der stürmischen Westwindwetterphase im Zeitraum 29. Januar / 2. Februar, wird es zwischen dem 3./5. Februar zunehmend nasskalt bei einer abnehmenden Niederschlagstendenz und die Schneefallgrenze sinkt bei Tageswerten zwischen +2/+8 Grad langsam auf 600-900 Meter ab, wobei Schnee-, Schneeregen oder Graupelschauer teils auch in Lagen darunter nicht auszuschließen sind - insbesondere in den Nächten, wenn sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern können. Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell kurzweilig ein meridionalisierendes Grundmuster (Nord-Süd, Süd-Nord), welches zwischen dem 9./12. Februar in eine nasskalte Nordwestwetterlage übergehen kann. Das europäische Wettermodell simuliert zum 5./7. ein kräftiges Tiefdrucksystem zwischen England und Deutschland, welches seine Gradienten weit nach Süden bis über das südliche Mittelmeer ausweiten kann. Je nach Anströmung, bzw. Position wären milde bis nasskalte Werte zu erwarten. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 4. Februar bei 5/40/55 (heute Mittag: 5/50/45) und am 12. Februar bei 25/50/25 (heute Mittag: 25/45/30). Das Minor Warming in Stratosphärenhöhe wird weiterhin sehr kräftig simuliert mit optionalem Übergang zum Major Warming. Der sog. AO-Index weist zwischenzeitlich deutlich negative Entwicklungsvarianten aus, wenngleich die Mehrheit im positiven Bereich verbleiben kann - nichtsdestotrotz sind das erstmalige Anzeichen für ein mögliches Warming mit Auswirkungen auf die unteren Luftschichten (Instabilität des Polarwirbels). Gut möglich also, dass in den kommenden Tagen die Wettermodelle in ihren Simulationen zunehmend "sprunghaft" werden können. Wie alles auf der "Kippe" zwischen nasskalt, winterlich, bzw. vorfrühlingshaft mild steht, zeigt das Langfristmodell für Februar mit einer Abweichung der Mitteltemperatur gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +3/+5 Grad.

Wetter Winter 2015/2016 - Wettertrend vom 27. Januar

Viel verändert hat sich gegenüber den letzten Simulationen nicht. So bleibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Ende Januar / Anfang Februar unbeständig und windig bei weiterhin für die Jahreszeit zu milden Temperaturen, welche jedoch im Zeitraum 3./5. Februar durchaus auch in den nasskalten Bereich absinken könnten, so dass - insbesondere ab den mittleren Lagen - Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sich unter mischen können (s. Wettervorhersage Januar || Wetterprognose Februar).

Auch darüber hinaus bleibt das amerikanische Wettermodell seinen Simulationen im Zeitraum 5./11. Februar weitgehend treu, so dass nachhaltige winterliche Optionen für tiefere Lagen verschwindend gering ausfallen. Eine einzige nasskalte bis winterliche Variante bleibt mit einem möglichen Downstream Development noch erhalten, welches Ansatzweise in den heutigen Simulationen des amerikanischen Wettermodells erneut berücksichtigt wurden (Details zum Downstream Development s. Winterprognose vom 26. Januar).

Woran liegt das, dass bereits heute schon mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zu milder Temperaturverlauf für das erste Februar-Drittel vorherzusehen ist? Das liegt in der Konstellation mit einem nicht aufhören wollenden Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Somit wird die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik in Gang gesetzt, bzw. intakt gehalten. Somit ergeben sich bis zum 11. Februar zwei wesentliche Wettervarianten. Eine südwestlich - und damit milde bis warme - oder eine westlich orientierte Großwetterlage, welche zwischen milden und nasskalten Werten schwanken kann. Allesamt wenig winterlich und für die Jahreszeit zu mild.

Wir wurden in den letzten Tagen gefragt, was passieren muss damit sich das ändert. Ein Störelement muss her. Das kann auf drei Arten passieren. Die erste Variante wäre ein Skandinavienhoch, welches die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa blockiert und ein kaltes, östliches Strömungsmuster herbeiführt. Die zweite Möglichkeit besteht in einem aufkeilenden Azorenhoch in Richtung Grönland, welches die Frontalzone noch vor Island blockiert. Nachfolgend würde sich ein Kaltlufttrog Mitteleuropa in Erwägung ziehen lassen. In der dritten Variante spielt der Polarwirbelsplitt eine entscheidende Rolle, welcher das sog. Setup nachhaltig verändern könnte. Danach sieht es derzeit mit einem zunächst positiven und später sich neutralisierenden AO-Index nicht aus (vereinfacht: Zustandsbeschreibung des Polarwirbels - positiv: intakt, neutral: Übergang, negativ: Splitverhalten, instabil).

Das Minor Warming in Stratosphärenhöhe bleibt in den Berechnungen erhalten und hat voraussichtlich zum 5./7. mit einer Maximaltemperatur von -4/0 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das Minor Warming ist sowohl in seinem Anstieg der Temperaturen, als auch mit seiner Gesamtfläche als kräftig zu bezeichnen, jedoch reicht es zum heutigen Kenntnisstand nicht zu einem Major Warming - Ansätze hierfür bleiben aber erhalten. Warum berichten wir immer wieder über das Minor Warming? Mit einem entsprechenden Ansatz zum Major Warming könnte der Polarwirbel schnell instabil werden und zu einem erhöhten Splitverhalten neigen, was zu einer raschen Veränderung der Großwetterlage führen kann. Aber wie bereits erwähnt, liefert der Indikator AO-Index keine Hinweise auf ein erhöhtes Splitverhalten des Polarwirbels.

So verwundert es - angesichts des möglicherweise zu mild ausfallenden ersten Februar-Drittels - auch nicht, dass das Langfristmodell für Februar eine Abweichung der Mitteltemperaturen von +3/+4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert simuliert und damit im deutlich zu milden bis zu warmen Bereich liegt. Zum Vergleich: der Rekord-Dezember 2015 hatte eine Abweichung von +5,6 Grad. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell hält die Optionen für das sog. Downstream Development im Verlauf des ersten Februar-Drittels offen. Viel interessanter ist jedoch der Ansatz beider Wettermodelle im Zeitraum zwischen dem 2./4. Februar das Tiefdrucksystem über Skandinavien so stark werden zu lassen, dass auf dessen Rückseite auf dem Atlantik der Raum für die Entwicklung einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik entsteht. Das amerikanische Wettermodell lässt den Hochdruckkeil jedoch rasch nach Osten wegkippen, so dass im Zeitraum 3./9. Februar eher mit nasskalten/milden Temperaturwerten zu rechnen ist. Anders die Variante des europäischen Wettermodells, bei der sich der Hochdruckkeil auf dem Atlantik verstärken und die atlantische Tiefdruckrinne blockieren kann (s. Ausführungen von heute Mittag). Diese Variante könnte im Zeitraum 2./4. Februar zunächst bis zu den mittleren Lagen (400-800 Meter), später auch bis in tiefere Lagen den Winter zurück bringen. Diese Varianten sind zunächst einmal als Ansätze zu verstehen, welche sich in den kommenden Tagen erst noch behaupten, bzw. festigen müssen. Es zeigt aber auch, wie dynamisch, bzw. abrupt der Verlauf einer Westwetterlage enden könnte. Die Kontrollläufe stützen einen nachhaltigen Wintereinbruch im ersten Februar-Drittel nicht. So liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), am 4. Februar bei 5/35/60 und am 12. Februar bei 20/30/50.

Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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