Bis zum 5. Februar kann es auch in tieferen Lagen zunehmend winterlich werden, ob es hingegen für eine flächendeckende Ausbreitung einer Schneedecke reicht, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten. Warum? Zwar befindet sich Deutschland inmitten eines Trogkomplexes (aktuell 980-990 hPa), jedoch kommt es im Detail auf die sog. Hebungsvorgänge an, welche entscheidend für entsprechende Niederschläge sein können (orografisches Aufgleiten). Vereinfacht ausgedrückt liegt Deutschland unter Tiefdruckeinfluss, jedoch ist die Niederschlagsneigung (mal abgesehen von Staulagen) als gering einzustufen und im Detail kommt es auf die örtlichen Gegebenheiten an. Im Zeitraum zwischen dem 5./8. Februar simulieren beide Wettermodelle eine überwiegend frostige Witterungsperiode im Süden und eine nasskalte im Norden, bei der die Tagestemperaturen nördlich der Mittelgebirge zwischen -2/+2 Grad und südlich davon zwischen -7/0 Grad liegen können. Die überwiegend geringe Niederschlagsneigung kann hauptsächlich über den östlichen und südöstlichen Landesteilen noch für etwas Neuschnee sorgen. Spannend bleibt in diesem Zeitraum im Detail die Entwicklung eines Mittelmeertief, welches hauptsächlich die südlichen und östlichen Landesteile noch etwas mehr beeinflussen könnte. Im Zeitraum zwischen dem 7./12. Februar haben die Simulationen der Wettermodelle unterschiedliche Ansätze. Das amerikanische Wettermodell verfolgt seit Tagen mehr oder minder eine Variante, welche den Winter nur als eine vorübergehende Erscheinung in Aktion treten lassen könnte. So rückt aus westlichen Richtungen rasch das Azorenhoch nach und positioniert sich mit seinem Kern über England. Gleichzeitig "füllt" sich das Hoch in der Höhe mit wärmeren Luftmassen an, welche jedoch mit einer strammen Strömung aus nordwestlichen Richtungen bis in tiefere Lagen durchmischt werden können. Sollte dieses Variante sich durchsetzen, so könnten die Tageswerte am 10. Februar im Nordwesten auf +4/+8 Grad und im Südosten auf +0/+2 Grad ansteigen. Das europäische Wettermodell positioniert das Hoch zum 7. Februar über England und simuliert die Erwärmung der Höhenluftmassen im gleichen Maße wie bei amerikanischen Wettermodell, jedoch fehlt eine entsprechende Gradientenstruktur für die Durchmischung, so dass es im Norden kurzweilig etwas wärmer werden und im Süden es bei überwiegend negativen Temperaturen bleiben kann. Im Zeitraum 8./10. Februar weicht nach dem europäischen Wettermodell das Hoch bei England etwas weiter nach Westen aus und macht Platz für einen weiteren Abtropfprozess eines Tiefdrucksystems bei Skandinavien. In Folge daraus würde nach dieser Variante überwiegend winterliches Wetter bis zum 11. Februar eine dominierende Rolle spielen. Die Kontrollläufe unterstützen mehrheitlich den Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa im Zeitraum 5./10. Februar, welcher zwischen 1010 hPa und 1040 hPa schwankt. Anders formuliert liegen in diesem Luftdruckspektrum auch die Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung begründet. Liegt das Hoch weiter im Westen, so steigt die Trogwahrscheinlichkeit, liegt es zu nah an Deutschland, können mit einen stärkeren Gradientenstruktur mildere Luftmassen advehiert werden. Liegt das Hoch hingegen über Deutschland, so ist bei einer gradientenschwachen Wetterlage eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Inversionswetterlage gegeben (oben mild, unten kalt). Und um die Unsicherheiten zu komplettieren, könnte das Hoch sich auch über dem skandinavischen Raum positioniert und über Deutschland eine frostige Ostströmung ermöglichen. Deutlicher werden die Unsicherheiten am möglichen Temperaturspektrum, welche am 5. Februar zwischen -4/+2 Grad (Mittelwert: -3/-2 Grad im Süden und Osten, -1 Grad im Westen und +1 Grad im Norden) und am 10. Februar zwischen -8/+7 Grad (Mittelwert: -1 Grad im Süden und Osten, +1 Grad im Westen und +3 Grad im Norden) liegen können. Damit bestätigt sich zwar der überwiegend winterliche Trend der letzten Tage im ersten Februar-Drittel, gleichzeitig bestätigt sich aber auch die Tendenz einer Milderung zum Wechsel in das zweite Februar-Drittel. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-1/+5) / zu warm (>+5) liegen am 8. Februar bei 65/20/15 und am 13. Februar bei 35/45/20 - auffällig dabei ist, dass die milderen Varianten im Norden dominanter als im Süden sind. Zusammenfassend werden die Simulationen der Wettermodelle in den nächsten Tagen wohl sprunghafter werden, da kleinste Verschiebungen der Hochdruckposition entscheidend für tief winterliches, nasskaltes oder mildes Wetter sein kann. Dabei sei erwähnt, dass die Konstellation der Systeme grundsätzlich eher für winterliche Verhältnisse spricht. Das Langfristmodell reagiert auf die möglichen Wetterentwicklungen der letzten Tage und korrigiert seine Temperaturprognose für Februar weiter nach unten. Lag die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert vor ein paar Tagen noch zwischen +0,5/+2 Grad so liegen diese nun zwischen -1 bis +0,5 Grad und befinden sich damit in einem für die Jahreszeit leicht zu kalten bis normalen Temperaturspektrum bei einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:50 Uhr in einem Update von diesem Wettertrend.
Update:
Kaum Veränderungen gab es tagsüber in den Simulationen der Wettermodelle. Insgesamt bleibt es im ersten Februar-Drittel ab den mittleren Lagen winterlich. In den tieferen Lagen haben die Regionen südlich er Mittelgebirge grundsätzlich bessere Chancen auf Schnee und Dauerfrost, als das im Norden der Fall sein kann - und dort im speziellen über dem Nordwesten. Die Niederschlagssummen zeigen vom 2. Februar bis zum 8. Februar etwa nördlich der Mittelgebirge mit 1-7 l/m² nur geringe Niederschlagsmengen, während südlich der Mittelgebirge 5-12 l/m², südlich der Mainlinie 10-20 l/m² und im Stau der Alpen auch bis 30 l/m² simuliert werden. Im Zeitraum 7./12. Februar zeigen beide Wettermodelle ein Hoch, welches sich von England bis Deutschland erstrecken kann und in der Höhe sich langsam mit warmen Luftmassen "auffüllen" kann. Zum heutigen Stand würde das im Süden einer Inversionswetterlage entsprechen (-2 in tieferen Lagen, +4 Grad in höheren Lagen), während im Norden die Temperaturen weitgehend im positiven Bereich liegen können. Aber da noch viel Spielraum an Möglichkeiten gegeben was an den Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-1/+5) / zu warm (>+5) am 8. Februar bei 75/25/0 und am 14. Februar bei 50/30/20 deutlicher wird. Das Hoch wird im Zeitraum 7./10. Februar wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wetter über Mitteleuropa dominieren. Die Position des Hochs wird aber über Winterwetter, nasskalte Witterung oder milde Temperaturen entscheidend sein - und die Position steht aktuell noch nicht fest.

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