Wetter im Winter 2014/2015 - Wettertrend vom 18. Dezember

| M. Hoffmann
Auch heute bestätigt sich im Wesentlichen der Trend zu einer Veränderung des Zirkulationsmusters um, bzw. nach den Weihnachtsfeiertagen. Dabei liegt in der Großwetterlage über Skandinavien tiefer Luftdruck, während sich über dem Atlantik ein Hochdruckkeil aufbauen kann und sich mit höherer Wahrscheinlichkeit vor Mitteleuropa ein meridionales Nord-Süd Strömungsmuster einstellen kann. Diese meridionale Struktur verschiebt sich nach dem amerikanischen Wettermodell im Zeitraum vom 26./30. Dezember weiter nach Osten, wobei am 28. Dezember über dem Mittelmeerraum ein Tiefdrucksystem initialisiert werden kann - der Trog Mitteleuropa mit winterlichen Verhältnissen bis teils in tiefere Lagen hinab wäre die Folge daraus. In einer weiteren Variante wird dieser Prozess etwas verzögert, kann sich jedoch mit initialisierendem Tief Mitteleuropa etwas intensiver hinsichtlich der Niederschläge und kühleren Temperaturen auswirken. Auch in dieser Variante wäre ein Wintereinbruch zwischen dem 28./30. Dezember in tiefere Lagen nicht unwahrscheinlich (simulierte Höchsttemperatur bspw. am 29. Dezember zwischen -6/+1 Grad). Die Simulation des europäischen Wettermodells stellt die Gegenvariante dar, bei der über dem Mittelmeer-/Alpenraum kein Tiefdrucksystem initialisiert werden kann. So kippt die meridionale Achse recht schnell und der anfängliche Trog wird rasch nach Osten abgedrängt - nasskaltes bis mildes und wechselhaftes Wetter wäre demnach im Zeitraum zwischen dem 26./28. Dezember zu erwarten. Die Kontrollläufe "splitten" sich in einen warmen und kalten Sektor auf, die normales Varianten liegen dabei in der Minderheit, was anhand der Verhältnisse von zu kalt/normal/zu warm besonders deutlich wird: am 24. Dezember mit 0/5/95, am 27. Dezember 30/40/30 und am 30. Dezember bei 55/5/40. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 29. Dezember zwischen -7/+10 Grad bei einem Mittelwert von +1/+2 Grad. Zusammenfassend bleibt das Spektrum weit gestreut und viele Varianten sind nach Weihnachten noch möglich, allerdings zeigen die Wettermodelle erstmals in diesem Winter ernstzunehmende Tendenzen, bzw. Signale welche zu winterlichen Verhältnissen führen können. Stützend hierzu ist der Trend eines negativen AO-Index (geschwächter Polarwirbel) zum 20./22. Dezember und einen normalisierenden Trend des NAO-Index (Westwetterlage weniger wahrscheinlich). Blickt man etwas detaillierter auf den Zustand des Polarwirbels, so ist im Zeitraum zum Jahresende ein splittähnlicher Zustand zu beobachten, was die Wellenbewegung entlang der Polarfront (Trogwahrscheinlichkeit) erhöhen dürfte - aber auch bei einem Trog gibt es eine warme und kalte Seite. Was macht das Warming in Stratosphärenhöhe? Das wird weiterhin als Minor-Warming mit Höhepunkt von -20/-16 Grad zum 25./26. Dezember simuliert (Temperaturdifferenz binnen 6 Tage von 32/36 Grad). Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 20:50 Uhr in einem Update zum Wetter über Weihnachten.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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