Der Temperaturtrend ist auch heute Anfang Mai positiv, jedoch setzt sich ein unbeständiger Wettercharakter durch. So können sich die Temperaturen am verlängerten Wochenende auf +14/+18 Grad einpendeln und liegen - je nach Niederschlagssituation, bzw. Sonnenschein - auch knapp darüber, bzw. darunter. Als relativ trocken könnte man den Sonntag bezeichnen, bevor zum Feiertag, am Montag, den 1. Mai, die Niederschlagswahrscheinlichkeit von Westen her zunehmen kann.

Die aktuelle Temperaturabweichung zum heutigen Stand beträgt für die bereits vergangenen April-Tage +0,39 Grad, so dass sich bis Ende April noch ein normales bis leicht zu kaltes Temperaturniveau einstellen sollte. Schaut man auf die Entwicklung der Kontrollläufe, so festigt sich der seit Tagen positive Temperaturtrend von Ende April bis zum 4. Mai. Dass Temperaturspektrum liegt am 29. April bei +7/+14 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad), am 1. Mai zwischen +10/+20 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad) und am Mittelwert ändert sich bis zum 4. Mai nur wenig. Aktuell liegt der Mittelwert bei kalten +5/+10 Grad und ist damit um 3 bis 8 Grad unter dem, was für die Jahreszeit normal wäre.

Umbau der Großwetterlage bestätigt sich

Das war es dann wohl erst einmal mit der Kälte und dem Schneefall. Zwar sind im Mai auch noch Kaltlufteinbrüche möglich, dass diese aber zu Schneefall bis auf 400 Meter herab (wie auf dem Bild) führen können, ist eher weniger wahrscheinlich. Der Grund für das aktuell außergewöhnliche Wetter ist die Kombination aus einem Hochdrucksystem westlich von Europa zwischen Island, England und den Azoren und einem Tiefdrucksystem über Skandinavien, welches im Verbund mit dem Hoch die kalten Luftmassen nach Süden führt und dabei über der Mittelmeerregion ein weiteres Tiefdrucksystem initialisiert hat, welches zu den Dauerniederschlägen über dem Süden führt.

Schneefall Ende April
Schneefall im April ist nichts außergewöhnliches - Ende April aber schon.
Wie auf dem Bild über Süddeutschland bis auf 400 Meter herab.

In den kommenden Tagen baut sich nun die Großwetterlage um. Zunächst versucht die atlantische Frontalzone Anfang Mai sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen und baut das Hochdrucksystem westlich von Europa ab. Dadurch bleibt der Wettercharakter zwar unbeständig, jedoch können auf der Vorderseite der Tiefdrucksysteme spürbar wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, so dass das Temperaturniveau durchaus wieder einen Jahreszeit-typischen Normalzustand erreichen kann. Vom 2./4. Mai entsteht über dem europäischen Nordmeer nach den Berechnungen beider Wettermodelle ein neuerliches Hochdrucksystem, welches sich mit einem Kerndruck von bis zu 1045 hPa weiter nach Osten verlagern und zum 4. Mai sich von England über Skandinavien in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse positionieren kann. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz liegen somit am südlichen Gradienten des Hochdrucksystems, was gemäßigt milde Luftmassen aus nordöstlichen, bzw. östlichen Richtungen heranführen kann. Die atlantische Frontalzone wird aber bereits weit auf dem Atlantik bei Island blockiert werden können, was die Niederschlagsneigung über Mittel- und Nordeuropa deutlich abschwächen kann.

Entscheidend über warm oder kalt wird die Position des Hochdrucksystems sein

Ob nun nachhaltig der Frühling im ersten Mai-Drittel Einzug halten kann, wird maßgeblich davon abhängen, wo sich das Hochdrucksystem im Detail positionieren wird.

  • Bleibt das Hoch stabil über Skandinavien, so ist über Deutschland durchaus mit einem stabilen und frühlingshaft milden Wettercharakter zu rechnen.
  • Bildet das Hochdruckgebiet eine Hochdruckachse nach Süden in Richtung der Mittelmeerregion aus, so wäre ebenfalls mit einem stabilen Wettercharakter zu rechnen, die Temperaturen könnten sich aber mehr und mehr der +20/+25 Grad Marke nähern.
  • Die größte "Gefahr" für einen neuerlichen Kaltlufteinbruch besteht in einer Westverlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Island, in diesem Fall wäre ähnlich kaltes Wetter wie zum heutigen 26. April nicht auszuschließen.

Die Kontrollläufe stützen einen Kaltlufteinbruch im Zeitraum vom 7./12. Mai nur bedingt, schließt diesen aber auch nicht aus. Das europäische Wettermodell berechnet zudem eine Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Island, was zumindest das Potential für einen neuerlichen Kaltlufteinbruch vom 8./13. Mai aufrecht erhält. Dieses Datum passt im Übrigen ganz gut zu einer Wettersingularität der sog. Eisheiligen, welche meist im Zeitraum vom 9./15. Mai auftreten können. Deutlicher zeigt sich die normalisierende Temperaturentwicklung in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt, normal / zu warm.

Diagramm Temperaturen Mai 2017

Langfristmodell mit neuerlichen Korrekturen für den Sommer

Das Langfristmodell berechnet für den Juni in seiner heutigen Wetterprognose für den Sommer eine Korrektur und simuliert den Juni mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu warm bis zu warm. In den vergangenen Tagen zeigte sich mit +1/+2 Grad noch eine deutlichere Abweichung in Richtung zu warm. Für den Juli liegt die Abweichung wie gehabt zwischen +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich und sinkt zum August auf eine Differenz von -0,5/+0,5 Grad in den normalen Bereich ab, welcher in der Tendenz auch leicht zu kalt ausfallen könnte. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich die Monate Juni und Juli relativ unauffällig gegenüber dem Sollwert und sind in der Tendenz leicht negativ (leicht zu trocken) zu bewerten. Für den August berechnet das Langfristmodell zum heutigen Stand weiterhin einen positiven Niederschlagsverlauf (zu nass).

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 26. April 2017

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