Spannend zeigt sich die Wetterentwicklung Anfang Mai in den Simulationen der Wettermodelle, welche zum heutigen Stand völlig konträr zueinander sind. So berechnet das amerikanische Wettermodell eine eher kühle und unbeständige Wetterlage zum nächsten verlängerten Wochenende, während das europäische Wettermodell den Zustrom sehr warmer Luftmassen nach Deutschland, Österreich und auch die Schweiz simuliert.

Was ist wahrscheinlicher - warm oder kalt? Beim Blick auf die sog. Kontrollläufe zeigte sich recht schnell, dass die kalte Variante des amerikanischen Wettermodells einen "kalten Ausreißer" und die Mehrheit der Kontrollläufe einen weiterhin positiven Temperaturtrend Anfang Mai in Aussicht stellte. Heute Nachmittag nun die Kehrtwende des amerikanischen Wettermodells. So wird das kontinentale Hochdrucksystem stärker berechnet und weitet sich bis zum 1. Mai über Skandinavien weiter nach Westen aus, was Deutschland in den Zustrom relativ milder und trockener Luftmassen aus östlichen Richtungen bringen kann. Statt +7/+12 Grad wären nun +10/+15 Grad, örtlich bis +17 Grad möglich. Das bestätigt zum einen die Simulation des europäischen Wettermodells und zum anderen den allgemein positiven Temperaturtrend Anfang Mai, so dass die kalten Temperaturen bald ein Ende haben können.
Im Zeitraum vom 2./7. Mai bleibt die Großwetterlage als komplex zu bezeichnen und ist keineswegs als "normal" zu bezeichnen. So liegt nach den aktuellen Berechnungen auf dem Atlantik ein Hochdrucksystem von Grönland bis zu den Azoren herunter und blockiert die Frontalzone weitgehend, bzw. die komplette Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik vorerst einmal auf "Eis" gelegt. Über Skandinavien liegt ein weiteres Hochdrucksystem und verhindert, dass die Tiefdrucksysteme sich Skandinavien nicht nähern können. So bleibt den Tiefdruckgebieten nichts anderes übrig, als vor Mitteleuropa nach Süden abzutropfen und sich im Bereich Island, Spanien, Portugal und den Azoren zu positionieren. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben somit in einer relativ milden und trockenen Luftzufuhr aus östlichen und später südlichen Richtungen. Das Grundschema bleibt also eine meridionale Zirkulationsstruktur, wie sie aktuell auch vorliegt, nur dass Mitteleuropa - im Gegensatz zu heute - auf der warmen Seite des Troges liegen kann. Deutlicher zeigt sich der warme Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm:
Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 22. April 2017

Sollte sich ein Hochdrucksystem tatsächlich über Skandinavien positionieren können, so ist davon auszugehen, dass das erste Mai-Drittel weitgehend von diesem Hochdrucksystem beeinflusst werden kann. Warum? Hochdrucksysteme über Skandinavien können eine ganz schön "zähe" Angelegenheit sein. Das wäre zudem ein Grundstein für einen zu warmen Temperaturverlauf, wenngleich das Langfristmodell mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad den Monat Mai normal simuliert. In Summe ergibt sich nach einem zu warmen März, einem zu kalten April und einem normalen bis leicht zu warmen Mai ein zu warmer Frühling 2017.
Für das Wetter im Sommer berechnet das Langfristmodell gegenüber den letzten Tagen kaum Abweichungen. So soll der Juni mit einer Abweichung von +1/+2 Grad zu warm, der Juli mit +0,5/+2 Grad leicht zu warm bis zu warm und der August mit -0,5/+1 Grad leicht zu warm ausfallen. Im Ergebnis auch hier ein zu warmer Temperaturverlauf für den Sommer. Übrigens ist es schon 20 Jahre her, als zum letzten Mal ein Sommer normal ausgefallen ist
Der letzte normale Sommer war 1996 und liegt 20 Jahre zurück

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!