Die Wetterentwicklung vor, über und auch nach Ostern ist in den Wettermodellen zwischenzeitlich klarer Strukturiert und geht von zyklonal West auf eine meridional Nordwest- / Nordwetterlage über. Da bleibt für eine frühlingshaft milde und stabile Hochdruckwetterlage wenig Spielraum.

Strömungsmuster Polarwirbel im zweiten April-Drittel
Der Grund ist ein instabiles verhalten des Polarwirbels, welches durch ein Hochdrucksystem von Alaska in Richtung Polregion hervorgerufen wird. Je nach Wettermodell bringt das die Struktur der Polarfront gehörig ins Schwanken, was zu einer Wellenbewegung führt und dadurch meridionale Wetterlagen begünstigt. Die Frage ist nur, wie lange wird das anhalten können und was wäre der Ausweg aus der kühlen und unbeständigen Witterung?
Zunächst zur ersten Frage: wie lange kann das kalte Wetter andauern? Das amerikanische Wettermodell berechnet bis zum 26. April keine durchgreifende Wetterbesserung. Das Hochdruckgebiet liegt westlich von Mitteleuropa und begünstigt somit Nord- und Nordwestwetterlagen. Zudem liegt das Hochdrucksystem über der Polregion und Grönland ungünstig für wärmere Wetterlagen, da im Verbund mit dem aktiven Teilwirbel über Skandinavien und Karasee entsprechend kalte Luftmassen nach Süden geführt werden können. Wäre Winter, so würden sich nun die Winterfans freuen, es ist nun aber Frühling und so richtig "glücklich" macht die kommende Wetterlage wohl niemand.

Zur zweiten Frage: Was muss sich ändern? Gestörte Zirkulationsmuster sind im April was völlig normales, werden aber mit fortschreitender Zeit immer seltener. Es gibt sie noch einmal häufiger im Mai zu den Eisheiligen und im Juni mit der Schafskälte. Der steigende Sonnenstand setzt nun dem Polarwirbel richtig zu und er strebt seinem winterlichen Finale entgegen. Und was genau muss sich verändern, dass bei uns wieder ein anderes Zirkulationsmuster vorherrschend sein kann? Die Temperaturgegensätze müssen sich angleichen, so lange der Polarwirbel aber zu Wellenbewegungen neigt, strömen immer wieder Kaltluftmassen nach Süden und sorgt für Unruhe. Wie kalt es tatsächlich werden kann und wie nachhaltig das Konstrukt strukturiert zu sein scheint, zeigt sich in der Gegenüberstellung der aktuellen Temperaturabweichung der bereits vergangenen 11 April Tage mit der Prognose des Langfristmodells für die restlichen April-Tage. Im Schnitt waren die bereits vergangenen April-Tage gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +2,26 Grad zu warm. Vergleicht man das mit der heutigen Wetterprognose des Langfristmodells, so soll der April insgesamt mit -1/+0,5 Grad tendenziell zu kalt ausfallen. Das bedeutet im Umkehrschluss ein Abbau des Temperaturüberschusses von 2 bis 3 Grad im Schnitt, was ein zu kaltes letztes April-Drittel wahrscheinlicher macht. Der letzte Frühlingsmonat im Mai wird übrigens mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm berechnet.


Diagramm der Temperaturentwicklung für das letzte April-Drittel vom 12. April 2017

Analyse der Langfristmodelle zum Wetter im Sommer: kaum Abweichungen zeigen sich im Wettertrend des Langfristmodells gegenüber den letzten Tagen für das Wetter im Sommer. So fallen die Monate Juni, Juli und August im Schnitt gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +0,5/+1 Grad zu warm aus. Ganz ähnlich sind die Berechnungen des Langfristmodells des Deutschen Wetterdienstes (DWD), welches die Monate von Juni bis August mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad ebenfalls leicht zu warm berechnet. Eine kleine Abweichung zeigt sich in der Prognose des Langfristmodells der NASA, welche den Juni und Juli mit einer Abweichung von +0,2/+1 Grad zu warm, den August aber mit -0,2/+0,5 Grad normal simuliert. Das IRI Modell berechnet eine Wahrscheinlichkeit von über 55 Prozent für einen zu warmen Sommer und das METOffice berechnet die Wahrscheinlichkeit für einen zu kalten Sommer mit 0-20 %, 20-40 % für einen normalen und 40-70 % für einen zu warmen Sommer.
Fazit:Es deutet derzeit wenig auf einen zu kalten Sommer 2017 hin, der Trend ist klar in Richtung normal bis zu warm gesetzt.

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