In der Woche vor Ostern berechneten die Wettermodelle heute Morgen durchaus apriltypisch kühle Varianten, welche die Temperaturen näher an die +5 Grad als an die +10 Grad Marke bringen könnten. Auch Schnee- und Graupelschauer bis in tiefere Lagen wären im Zeitraum vom 11./14. April demnach nicht gänzlich auszuschließen und auch der Nachtfrost wäre durchaus wieder ein Thema.

Solche Wetterlagen sind aber für den Zeitraum durchaus normal und der Trend zu kühleren Temperaturen festigt sich seit Tagen in den Berechnungen. Heute Nachmittag erfolgte vom amerikanischen Wettermodell nochmals eine Bestätigung des "Kaltlufteinbruchs" vor Ostern. Zuvor könnten die Temperaturen am 9./10. April nochmals auf bis +20 Grad ansteigen.
Und an Ostern - haben sich da Veränderungen ergeben? Nein - das Hoch weicht am Karfreitag über Deutschland aus und verlagert sich bis zum Ostermontag über das östliche Europa, was über Mitteleuropa zu einer Südwestwetterlage führen kann. Mit anderen Worten: passend zu Ostern könnte es wieder milder, aber auch unbeständiger werden. Berechnet werden in den Simulationen von heute Nachmittag am Osterwochenende Temperaturen von +17/+23 Grad. Die Schwankungen aber zeigen generell, dass dieser Temperaturtrend noch auch "wackeligen Beinen" steht und noch lange nicht gesichert ist.

Im Zeitraum nach Ostern berechnet das amerikanische Wettermodell eine lebhafte Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik, was eine stabile und hochdruckdominierte Wetterlage im zweiten April-Drittel weniger wahrscheinlich macht. Entsprechende Reaktionen hierauf gibt es vom Langfristmodell, welches die Temperaturabweichung für den April von deutlich zu warm heute auf leicht zu warm herabstuft. Das Langfristmodell der NASA berechnet den April mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad ebenfalls im leicht zu warmen Bereich. Für Mai liegt die Abweichung zwischen -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Es bleibt also dabei: der Frühling 2017 wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen, vor allem auch aufgrund des viel zu warmen Temperaturverlaufs im März.

Sonnenflecken - Sonnenaktivität
Und welche Erkenntnisse gibt es zum heutigen Stand zum Wetter im Sommer 2017? Dazu möchten wir heute auf zwei Ereignisse etwas näher eingehen. Der eine Randfaktor ist die Sonnenaktivität, welche in bestimmten Zyklen mal mehr und mal weniger aktiv ist. Stark vereinfacht ausgedrückt: ist die Sonne aktiv, so steigt die Wahrscheinlichkeit bei uns für wärmere Temperaturen an, ist sie hingegen weniger aktiv, so hat ein unbeständiger und wenig warmer Wettercharakter eine höhere Wahrscheinlichkeit. Nun befindet sich die Sonne schon seit geraumer Zeit in einem abnehmenden Maximum, wobei das Maximum gegenüber den Vorjahren an für sich schon sehr schwach ausfällt. Nun spricht eine "schwächelnde" Sonne nicht gerade für einen heißen Verlauf des Sommers, sondern vielmehr für einen gemäßigt warmen bis normalen Sommer - in Zeiten vor dem Klimawandel hätte es auch Optionen für einen zu kalten Sommer gegeben (der letzte zu kalte Sommer liegt nun aber schon 20 Jahre zurück). In der Theorie ist bei einer schwächelnden Sonne mit mehr Niederschlägen zu rechnen. Und auch gleich noch eine weitere Annahme dazu auf den kommenden Winter 2017/18 bezogen: die letzten kalten Winter lagen im Zeitraum von 2009 bis 2013 und befanden sich am Ende des Minimums der Sonnenaktivität. Gut möglich also, dass die kommenden Winter nicht mehr ganz so warm wie die letzten Winter ausfallen werden - aber das sei nur am Rande erwähnt.

Der zweite Randfaktor, welcher gegen einen zu warmen und sonnigen Sommer spricht, ist das Ausgleichsverhalten. Stark vereinfacht ausgedrückt folgt einer sehr warmen und trockenen Periode eine kühlere und niederschlagsreiche Wetterperiode nach und umgekehrt. Ist es nun im Frühling ausgesprochen warm und trocken, so könnte das Ausgleichsverhalten im Sommer in die andere Richtung umschwenken.

Das Langfristmodell stützt zumindest mal beide Annahmen, wenngleich mit einer zeitlichen Verlagerung. So zeigten die vergangenen Jahre nach einem zu warmen Winter im Mai und auch noch im Juni Tendenzen zu nassen und auch zu kühlen Wetterphasen. Der Sommer selbst konnte sich erst ab Mitte Juni/Anfang Juli stabilisieren um dann letzten Endes jeweils zu warm auszufallen. Aktuell berechnet das Langfristmodell für den Juni eine Abweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen und für den Juli und August mit einer Abweichung +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsberechnung wird der April zum heutigen Stand etwas zu trocken, der Mai leicht zu nass und die Sommermonate im Schnitt normal mit der Tendenz leicht zu nass auszufallen berechnet. Zusammenfassend: ein im Klimawandel normaler Sommer mit der Tendenz zu warm und etwas unbeständiger auszufallen. Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 5. April 2017

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