Deutschland gelangt in den kommenden Tagen in eine warme Vorderseitenanströmung eines Tiefdrucksystems zwischen Island, England und Skandinavien, was die Temperaturen bis zum Freitag auf verbreitet auf +16/+20 Grad, örtlich bis auf +22/+23 Grad ansteigen lassen kann. Wie es aber bei einer Vorderseite eines Tiefdrucksystems üblich ist, werden auch zunehmend feuchtere Luftmassen herangeführt, was die Neigung zu Schauern und örtlichen Gewittern zum Freitagnachmittag und Samstag ansteigen lassen kann. Am Sonntag überquert der Tiefdruckausläufer Deutschland und sorgt bei wechselnder Bewölkung und einer nördlichen Grundströmung für weitere Schauer bei leicht zurückgehenden Temperaturen..

Der Wetterwechsel ist aber nur von kurzer Dauer und es ist zum heutigen Stand auch fraglich, ob dieser überhaupt so benannt werden kann. Denn im Zeitraum vom 4./8. April berechnen sowohl das amerikanische, wie auch europäische Wettermodell von den Azoren in Richtung Skandinavien schon den nächsten Aufbau eines Hochdrucksystems, welches Tiefdrucksysteme von Deutschland fern halten kann. So bestätigt sich heute der Trend der Wettermodelle der letzten Tage erneut, was eine Hochdruckdominanz im ersten April-Drittel zunehmend wahrscheinlicher macht.

Leichte Unterschiede sind aber bei beiden Wettermodellen in der jeweiligen Entwicklung der Großwetterlage zu erkennen. So positioniert sich das Hochdrucksystem nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells bis zum 7. April weiter westlich zwischen Grönland, Island und England. So steigt im Zeitraum darüber hinaus die "Gefahr" für eine nördliche - meridionale - Grundströmung über Mitteleuropa, bei der aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland herangeführt werden könnten. Nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells positioniert sich das Hoch zum 8. April über Skandinavien und Deutschland und verlagert sich darüber hinaus weiter über das östliche Europa, was den Wettercharakter über den 8. April hinaus unbeständiger werden lassen kann, da den atlantischen Tiefdrucksystemen mehr Raum für die Ausdehnung bis nach Mitteleuropa gegeben wird. Mit anderen Worten: die Wahrscheinlichkeit für ein Hochdruckgebiet im Zeitraum vom 4./7. April über Mitteleuropa ist zum heutigen Stand hoch, darüber hinaus geht der Trend in Richtung wechselhaften Wetter.

Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 28. März 2017

Dass der April überwiegend von hohem Luftdruck dominiert sein könnte, wird vom Langfristmodell seit einigen Wochen bereits simuliert und auch heute mit einer deutlich negativen Niederschlagsentwicklung nochmals unterstrichen (zu trocken). Im Temperaturverhalten zeigt sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Abweichung von +1/+2 Grad im zu warmen Bereich - auch das spricht für eine höhere Wahrscheinlichkeit von Hochdruckgebieten über Mitteleuropa. Anders die Situation für die Monate Mai, Juni, Juli und August. Für diese Monate nimmt das Langfristmodell heute eine Korrektur vor und berechnet eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung, während die Temperaturen mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich liegen können. Im Schnitt ergibt sich zum heutigen Stand daraus ein zu trockener und deutlich zu warmer Frühling und ein leicht zu warmes Wetter im Sommer bei einer normalen Niederschlagsentwicklung mit dem Trend etwas zu nass auszufallen.

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