Der heutige Montag ist wohl der "schönste" Tag der Woche. Verbreitet Sonnenschein von einem fast wolkenlosen Himmel, dazu auf +14/+18 Grad ansteigende Temperaturen und so gut wie kein Niederschlag. Das ändert sich im Verlauf der Woche - zunächst über dem Norden und zum Wochenende auch über dem Süden. Die Wolken werden zahlreicher und die Niederschlagsneigung nimmt insbesondere am Samstag in Form von Schauern und örtlichen Gewittern zu. Der Grund für den leicht wechselhaften Wettercharakter ist ein Tiefdrucksystem, welches auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen über die Alpen nach Norden führt und zum Freitag mit +16/+22 Grad zum vorläufigen Höhepunkt der Temperaturen führen kann, bevor zum Wochenende der Wind auf nördliche Richtungen dreht und die Temperaturen etwas zurückgehen lassen kann. Im Durchschnitt liegen die Temperaturen aber auch in den ersten April-Tagen noch immer über dem langjährigen Mittelwert.

Höhere Wahrscheinlichkeit für hohen Luftdruck

In den Simulationen der Wettermodelle der letzten Tage zeigte sich immer wieder ein Trend, welcher sich auch heute bestätigt. So ist die Tiefdruckstörung vom kommenden Wochenende nur von kurzer Dauer und im nachfolgenden Zeitraum stützen die Wettermodelle vermehrt Varianten, welche auf ein neuerliches Hochdrucksystem im Bereich zwischen den Azoren, England/Deutschland und Skandinavien hindeutet (Wiederholungsneigung). Die Frage ist nur: ist das Hochdrucksystem auch so stabil, als dass es sich gegen die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone behaupten kann? Denn das amerikanische Wettermodell berechnet zwar die Hochdruckbrücke von den Azoren bis über das westliche Russland im Zeitraum vom 3./9. April, allerdings wird im gleichen Zeitraum eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik berechnet. Das kann zu zwei unterschiedlichen Wetterlagen führen, bei der in der ersten Variante sich über Mitteleuropa eine warme, teils auch unbeständige Südwestwetterlage aufbauen kann und zum anderen auch ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster, bei der es der atlantischen Frontalzone gelingt, sich bis über Skandinavien zu positionieren. Windiges und unbeständiges Wetter bei mäßig milden Temperaturen wäre die Folge aus solch einer Wetterentwicklung.

Normale bis leicht zu warme Temperaturentwicklung

Kalte, bis deutlich zu kalte Wetterentwicklungen sind im ersten April-Drittel grundsätzlich nicht auszuschließen, zum heutigen Stand aber weniger wahrscheinlich. Die Kontrollläufe räumen einer Hochdruckentwicklung im ersten April-Drittel eine höhere Wahrscheinlichkeit als anderen Varianten ein. Damit wird der zu kalte Temperaturtrend von gestern nicht bestätigt. Eher das Gegenteil ist der Fall: die Temperaturen können sich Anfang April normalisieren, steigen darüber hinaus bis zum 10. April aber gegenüber dem langjährigen Mittelwert in den positiven Bereich an. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert überwiegend im Bereich zwischen +12/+14 Grad (Spektrum: +6/+23 Grad). Deutlicher zeigt sich das im Diagramm und in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (< +9), normal (+10/+15), zu warm (>+16), welche am 6. April bei 25/30/45 und am 11. April bei 25/40/35 liegen.

Diagramm für Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung im ersten April-Drittel

Wetteraussichten für den Frühling und Sommer

Mit einer Abweichung von +1/+2 Grad verändert das Langfristmodell seine heutige Wetterprognose für den April gegenüber den letzten Tagen kaum. Für das Wetter im Mai wird die Abweichung mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich und für die Sommermonate Juni und Juli mit +0,5/+2 Grad leicht zu warm bis zu warm und für den August mit -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm berechnet. In Summe könnte nach diesen Berechnungen der Frühling deutlich zu warm und der Sommer leicht zu warm ausfallen. In der Niederschlagsberechnung wird der April deutlich negativ berechnet (zu trocken), während die Monate von Mai bis August kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert aufweisen, im Trend aber leicht zu nass ausfallen könnten.

Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017

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