Anfang April kann sich nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle ein Tiefdrucksystem von Island/England nach Skandinavien positionieren und auf seiner Vorderseite zunächst noch sehr warme, im Verlauf bis zum 3. April aber kühlere Luftmassen nach Deutschland führen. So ist mit einen leicht unbeständigen Wettercharakter bei Jahreszeit typischen Temperaturen zu rechnen.

Erneuter Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa?

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 1./3. April einen Kaltluftvorstoß im Bereich zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland, was über dem Atlantik die Tiefdruckproduktion anregt. Gleichzeitig aber strebt das Azorenhoch mit einem Keil nach Norden in Richtung Island/Grönland auf, kann sich aber nicht gegen das Tiefdrucksystem behaupten und kippt nach Osten weg. So legt sich das Hochdrucksystem von den Azoren über Portugal, Spanien und Deutschland in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Achse quer über Mitteleuropa und könnte im Zeitraum vom 4./7. April wieder für einen ruhigen, trockenen und zunehmend wärmer werdenden Wettercharakter sorgen.

Das europäische Wettermodell bestätigt mit seiner Simulation den Ansatz von hohem Luftdruck über Mitteleuropa weitgehend, wenngleich das zweite Tiefdrucksystem auf dem Atlantik kräftiger strukturiert ist und auch weiter nach Süden in Richtung der Azoren austrogen kann. Neben einer typischen Südwestwetterlage wäre auch ein südliches Zirkulationsmuster nicht auszuschließen.

Gibt es noch weitere Wetterentwicklungen?

Die gibt es und werden in der Form berechnet, als dass sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien positionieren und mit der nachfolgenden Tiefdruckrinne von Neufundland über Island/England und Skandinavien ein westlich orientiertes Strömungsmuster initialisieren kann. In Folge daraus wäre im ersten April-Drittel mit einem unbeständigen, mäßig milden und teils windigem Wetter zu rechnen. Eine Abwandlung dieser Variante wäre eine noch etwas kühlere Nordwestwetterlage, welche zum heutigen Stand aber weniger wahrscheinlich ist, da sich das Azorenhoch bei dieser Variante auf dem Atlantik in einer "kugelrunden" Position befinden müsste.

Kontrollläufe mit klarem Trend

Geht es nach den Kontrollläufen, so kann sich das hohe Temperaturniveau vom Ende März im Zeitraum vom 2./9. April nicht halten und sinkt auf ein gegenüber dem langjährigen Mittelwert normales Temperaturniveau ab. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert durchweg im Bereich zwischen +10/+12 Grad und verändert sich nur geringfügig. Gleichzeitig bleibt eine leichte bis mäßige Niederschlagsneigung erhalten, was eine Hochdruckdominanz Mitteleuropa zwar nicht ausschließt, zum heutigen Stand aber weniger wahrscheinlich macht. Viel wahrscheinlicher ist eine Lösung, bei der sich Deutschland zwischen dem Hochdrucksystem und den Tiefdrucksystemen befinden kann.

Diagramm für Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung im ersten April-Drittel

April und Juni deutlich zu warm

In der heutigen Wetterprognose für den Frühling und Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell den April und auch den Juni mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad im zu warmen bis deutlich zu warmen Bereich. Der Mai, der Juli und August werden mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich berechnet, was im Schnitt nach den Berechnungen des Langfristmodells einen zu warmen Frühling und einen leicht zu warmen bis zu warmen Sommer zur Folge haben kann.

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