Das Wetter läuft in Zyklen ab, was man aktuell sehr gut beobachten und auch wahrnehmen kann. Winterlich jeweils zu den Adventswochenenden und im Verlauf der darauffolgenden Woche wird es milder. Sollte der Zyklus so fortgesetzt werden, sind weiße Weihnachten 2017 möglich. Bis sich aber der Schnee zum 3. Advent wieder bis in tiefere Lagen fallen kann, steht erst einmal ein windiges - teils stürmisches und regnerisches Dezember-Wetter bevor. Erst auf der Rückseite der abziehenden Tiefdrucksysteme gelangen zum Freitag wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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Winterliche Vorweihnachtszeit

Im Zeitraum kurz vor Weihnachten berechnen beide Wettermodelle zunächst einmal einen Trogansatz, welcher bis zum 18./19. Dezember ab den mittleren und teils auch in tieferen Lagen die Landschaften wieder in ein winterliches Weiß verwandeln kann. Doch schon nach dem 19. Dezember gehen die Simulationen der Wettermodelle weit auseinander.

Entwicklung der Großwetterlage vor Weihnachten

Auffällig ist die Erhaltungsneigung beim Wetter seit Ende November. Immer wieder setzt sich das meridionale Nord-Süd, Süd-Nord Strömungsmuster durch. Und so langsam wird es Zeit für etwas Neues. Was fehlt bisweilen? Entweder eine Hochdruckwetterlage, oder eine stürmische und rasante West- bis Südwestwetterlage.

Weiße Weihnachten nicht unwahrscheinlich - doch mildere Varianten nehmen in den Simulationen zu
Weiße Weihnachten 2017 nicht unmöglich - doch mildere Varianten nehmen in den Simulationen zu

Prädestiniert für eine durchgreifende Milderung ist der Zeitraum kurz vor Weihnachten mit dem sog. Weihnachtstauwetter, welches mit 70 bis 80 Prozent eine erstaunliche Eintreffwahrscheinlichkeit hat. Da liegt man als Meteorologe mit seiner Wettervorhersage für grüne Weihnachten grundsätzlich einmal nicht schlecht. Aber so einfach ist das nicht, denn die Weihnachtsfeiertage erstrecken sich von Heilig Abend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag und fällt an einem dieser Tage Schnee, welcher bis in tiefere Lagen liegen bleibt, so spricht man von weißen Weihnachten, welche letztmalig 2010 für eine romantische Weihnachtszeit gesorgt haben.

Eine milde und teils stürmische Südwestwetterlageberechnet das europäische Wettermodell kurz vor und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch über Weihnachten. Die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik ist mit einem Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland enorm. Das wiederum heizt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik an und verlagert sich das Azorenhoch nun weiter nach Osten in Richtung Mitteleuropa, laufen die Tiefdrucksysteme auf das Hoch auf und es entsteht eine milder bis warme Südwestwetterlage, welche - je nach Hochdruckposition - auch in eine nasskalte Westwetterlage umfunktioniert werden kann. Die Chancen auf weiße Weihnachten 2017 würden hier gen Null absinken.

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine andere Variante. Zwar zeigt sich auch hier eine imposante Kaltluftansammlung über Kanada und Grönland. Jedoch sorgt die hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu einer Gegenreaktion des Hochdrucksystems, welches von den Azoren bis über das westliche Russland einen Hochdruckkeil aufbaut. Ob das Weihnachtswetter kalt oder mild ausfällt, hängt von der Position der Hochdruckachse ab und in welche Grundströmung Deutschland, Österreich und die Schweiz geraten.

Schneeprognose: Schnee vor Weihnachten möglich

Schneeprognose bis 21. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 1 cm 0 bis 2 cm 0 bis 2 cm
Westen 0 bis 1 cm 0 bis 7 cm 2 bis 15 cm
Osten 0 bis 4 cm 0 bis 7 cm 4 bis 18 cm
Süden 0 bis 3 cm 0 bis 10 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen.

Wetterprognose Weihnachten 2017: Spielraum ist vorhanden

Ein Hoch in der richtigen Position könnte den Schnee über die Weihnachtsfeiertage konservieren, doch wie wahrscheinlich ist das?

Die Kontrollläufe stützen ganz klar eine deutliche Milderung in der Zeit kurz vor Weihnachten. Das war in den letzten Tagen noch nicht ganz klar, wobei der Trend hin zu milderen Temperaturen im Zeitraum vom 19. bis 23. Dezember zu erkennen war. Ab dem 24./25. Dezember geht der Temperaturtrend der Kontrollläufe aber wieder zurück. So liegt das Temperaturspektrum am 22. Dezember zwischen -5 bis +11 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Süden und Osten und +5 bis +6 Grad über dem Westen und Norden) und am zweiten Weihnachtsfeiertag liegt das Spektrum zwischen -6 bis +9 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Süden und Osten und +3 Grad über dem Westen und Norden). Geht es rein nach dem Mittelwert, so sind nasskalte Weihnachtsfeiertage zu erwarten.

Diagramm Temperaturen im Weihnachten 2017 vom 12.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettermodelle: Wettervorhersage Weihnachten 2017

Geht es rein nach dem Modelloutput des amerikanischen Wettermodells, so wäre zum heutigen Stand folgendes Weihnachtswetter zu erwarten.

  • Heilig Abend, 24. Dezember: -4 bis +0 Grad; neblig-trüb, Sonnenschein, kein Niederschlag
  • Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember: -3 bis +0 Grad; neblig-trüb, Sonnenschein, etwas Schneefall
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag: 26. Dezember: -1 bis +4 Grad, ; neblig-trüb, Sonnenschein, kaum Niederschlag, dafür aufkommender Wind

Man sieht wie sich eine Hochdruckwetterlage an der richtigen Position auf das Wetter an Weihnachten auswirken kann. Wie sich der Winter 2017/18 darüber hinaus entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Winter und gegen 20:15 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Weihnachten 2017.

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Update der Wetterprognose Weihnachten 2017 von 20:10 Uhr
Der neuerliche Kaltluftvorstoß kurz vor Weihnachten wurde sowohl heute Nachmittag, wie auch am Abend bestätigt. So wird die Ausbreitung einer Schneedecke teils bis in tiefere Lagen bis zum 19. Dezember zunehmend wahrscheinlicher

Hochdrucksystem verlagert sich in Richtung Mitteleuropa
Fünf Tage vor Weihnachten berechnet das amerikanische Wettermodell eine sehr hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik. So könnte in Folge daraus der Hochdruckkeil in der Vorweihnachtszeit in Richtung Mitteleuropa "wegkippen" und mildere Luftmassen heranführen. Entscheidend, ob mild oder kalt wird die Hochdruckposition sein. Zum derzeitigen Stand liegt das Hoch über Mitteleuropa und verstärkt somit den Trend des Weihnachtstauwetters.

Und über Weihnachten auch mild, oder kommt doch Schnee?
Das ist und bleibt die spannende Frage. Und sollte sich das Hochdrucksystem tatsächlich ab dem 19. Dezember auch über Mitteleuropa verlagern können, so wäre noch genug Zeit, dass sich die Großwetterlage noch einmal in Richtung weiße Weihnachten verändern kann.

Ein Indikator hierfür bleiben auch die Berechnungen des Polarwirbels, auf welche wir heute Nachmittag in der Winterprognose etwas näher eingegangen sind. Auch hier bestätigt sich heute Abend der Hochdruckvorstoß zwischen dem westlichen Kanada und Alaska in Richtung Polregion. Sollte das Hoch nun nicht weiter in Richtung Zentrum vorankommen, so wird der Kaltluftzustrom über Kanada aufrecht erhalten, was über Mitteleuropa grüne Weihnachten wahrscheinlicher macht. Kommt es zum - theoretischen - Polarwirbelsplitt zwischen dem Hoch über Alaska und Sibirien, so sind mildere Weihnachtsfeiertage über Deutschland zu erwarten. Zieht das Hoch aber seinen Kontakt in Richtung Grönland, so wäre auch eine Regenerierung des meridionalen Strömungsmusters über Europa nicht unmöglich.

Polarwirbelentwicklung bleibt in der Weihnachtszeit interessant
Alles was interessant ist, ist zugleich auch unsicher. Insofern gibt es 11 Tage vor Heilig Abend zwar einen Trend zur Milderung, welcher aber gerade mal eine Eintreffwahrscheinlichkeit von knapp 38 Prozent hat. Und was berechnet das Wettermodell heute Abend für ein Weihnachtswetter?
  • 23. Dezember: -2 bis +4 Grad; Nordweststurm mit Schneefall
  • Heilig Abend, 24. Dezember: -1 bis +3 Grad; Erst Schneefall, dann etwas milder und in tieferen Lagen Regen
  • Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember: -1 bis +2 Grad über dem Süden und +3 bis +8 Grad über dem Norden; etwas Niederschlag. Schneefallgrenze bei 1.000 Meter
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag: 26. Dezember: +1 bis +4 Grad, ; neblig-trüb, Sonnenschein, etwas Niederschlag


Wie man aber auf der nachfolgenden Simulation des Polarwirbels unschwer erkennen kann, geht der Trog nur knapp an Mitteleuropa vorbei. Anders formuliert ist ein Trend zum Weihnachtstauwetter zu erkennen, aber zum heutigen Stand noch lange nicht gesichert. Taktgeber bleibt der Polarwirbel.
Simulation PolarwirbelSimulation Polarwirbel amerikanisches Wettermodell zur Weihnachtszeit © www.meteociel.fr

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Nach dem teils stürmischen Wetter in dieser Dezemberwoche beruhigt sich zum dritten Adventswochenende das Wetter, so dass auf der Rückseite der Tiefdrucksysteme wieder kühlere Luftmassen nach Deutschlands einfließen können. Daran hat sich in den Berechnungen von heute Nachmittag nichts geändert. So sinkt die Schneefallgrenze bis zum 3. Advent auf 200 bis 500 Meter ab und mit etwas Glück ist auch die Ausbreitung einer dünnen Schneedecke ab den mittleren Lagen möglich. Weitere Informationen in der Wettervorhersage Dezember und Wetterprognose Winter 2017/18.

Weiterlesen: Wetter Weihnachten 2017 aktuelle Wetterprognose vom 11.12.2017 - Wie stehen die Chancen für das...

Der anfänglich - sehr heftige - Schneefall des aktuellen Tiefdrucksystems verwandelte die Landschaft teils in eine tief winterliche Landschaft. Der Niederschlag wird aber in den kommenden Stunden unterhalb etwa 1.000 Meter größtenteils in Regen übergehen und bis morgen früh sollte die Schneedecke über Süddeutschland unterhalb etwa 500 Meter schon größtenteils abgetaut sein. Der böige Wind bleibt aber ein Problem.

Weiterlesen: Wetter Weihnachten 2017 aktuelle Wetterprognose vom 10.12.2017 - Kommt das Weihnachtstauwetter?

Der Trog über Mitteleuropa hat in der Vorweihnachtszeit vom 15. bis 19. Dezember eine zwischenzeitlich sehr hohe Wahrscheinlichkeit, sich zu erneuern. Sollte dies geschehen, so würden die Temperaturen kurz vor Weihnachten stets etwas kälter und der Wettercharakter insgesamt winterlicher werden können. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose Winter2017/18.

Weiterlesen: Wetter Weihnachten 2017 aktuelle Wetterprognose vom 09.12.2017 - Grüne oder weiße Weihnachten...

Die Wetterentwicklung in der Vorweihnachtszeit kann man durchaus als weder Fisch noch Fleisch bezeichnen. Ja, winterliche Verhältnisse sind bis auf mittlere Lagen herab möglich und nein, eine Ausbreitung einer dicken Schneedecke bis auf tiefere Lagen ist nicht zu erwarten. Vielmehr ein Jahreszeit typisch nasskalter Wettercharakter mit einem Auf und Ab der Temperaturen.

Weiterlesen: Wetter Weihnachten 2017 aktuelle Wetterprognose vom 08.12.2017 - Nicht kalt, aber auch nicht warm...