Temperaturen von bis zu +15 und örtlich bis zu +18 Grad sind für den November etwas außergewöhnliches. Da verwundert es nicht, dass ein bevorstehender Wetterwechsel zum kommenden Novemberwochenende entsprechend Energie braucht, um die warmen Temperaturen aus Deutschland rauszublasen. Entsprechend steigt das Potential für unwetterartige Starkwindereignisse an. Wie sich das im Detail abspielen wird, bleibt zum heutigen Stand noch offen und Veränderungen sind in der Wettervorhersage möglich.

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Wetterwechsel zu nasskalten oder winterlichen Wetter?

Weiterhin ergeben sich zwei Entwicklungsszenarien für das Wetter in den letzten Novembertagen und zum Start in den Dezember. Die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle liegen bei einem Wetterwechsel am kommenden Wochenende, welcher mit höhenkalter Luft zum Sonntag und Montag wieder Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab ermöglichen kann.

Das war es auch schon mit dem Gemeinsamkeiten und zeigt eine erneute Unsicherheit in der Wetterentwicklung für Anfang Dezember. Das amerikanische Wettermodell berechnet ein sich zum 27. November initialisierendes Tiefdrucksystem über Island, welches rasch an Kraft gewinnt und zum 28. November schon über England liegt. Gleichzeitig aber strömt aus nördlichen Richtungen kalte Luftmassen nach Süden, sodass es bei dieser Variante entscheidend darauf ankommt, wie weit das Tiefdrucksystem nach Osten vorankommt. Bleibt es bei England stehen, so verbleiben Deutschland, die Schweiz und Österreich auf der warmen Vorderseitenanströmung. Verlagert sich das Tiefdruckgebiet weiter nach Osten, so wirkt das verstärkend auf den Kaltluftzustrom und winterliche Optionen sind bis auf die mittleren Lagen herab gegeben.

Die aktuelle Simulation des amerikanischen Wettermodell berechnet eine Zwischenlösung, bei der sich das Tiefdrucksystem bis Anfang Dezember zwischen England, Deutschland und Frankreich positionieren kann. Gemäßigtes Wetter bei Temperaturen, welche der Jahreszeit entsprechend normal ausfallen können.

Schnee und Sonnenschein im Winter
Potential für eine winterliche Landschaft ab den mittleren Lagen ist in den Simulationen der Wettermodelle vorhanden

Das europäische Wettermodell simuliert eine zunehmend nasskalte und ab den mittleren Lagen (500 bis 800 Meter) winterliche Variante. Das Azorenhoch spielt hierbei die Hauptrolle und keilt auf dem Atlantik zum Dezemberstart nach Norden in Richtung Grönland auf. Im gleichen Zeitraum tropfen die Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden ab und da über der Mittelmeerregion das stützende Hoch fehlt, ist Potential für ein Mittelmeertief vorhanden, welches darüber hinaus die Trogwirkung noch verstärken könnte.

Kontrollläufe: Wetter Anfang Dezember mit Potential

Mehrheitlich bestätigen die Kontrollläufe den Trend zur Abkühlung Ende November und Anfang Dezember. Es zeigt zudem, dass die Variante des amerikanischen Wettermodells eine deutlich zu warme Variante darstellt. So liegt das Temperaturspektrum am 3. Dezember (1. Advent) zwischen -5 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +1,5 Grad über dem Süden und +3 Grad über dem Norden. Der Mittelwert liegt mit 1 bis 4 Grad unter dem langjährigen Durchschnittswert im zu kalten Bereich. Das zeigt - zum aktuellen Stand - dass eine winterliche Wetterlage bis auf mittlere Lagen mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen zum Dezember wahrscheinlicher als deutlich zu warme Varianten sind.

Ob sich diese Berechnungen im Tagesverlauf bestärken, oder ob das amerikanische Wettermodell ein warmer Trendsetter, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Winter 2017/18, welche gegen 20:40 Uhr heute Abend nochmals aktualisiert wird.

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